Halberstadt l Breit gefächert ist das Tätigskeitsfeld des Ordnungsamtes der Stadt Halberstadt. Es umfasst die illegale Müllentsorgung, Park- und Geschwindigkeitsverstöße, das Pass- und Meldewesen genauso wie die Arbeit des Standesamtes mit der Registrierung von Geburten, Todesfällen und dem Schließen des Bundes fürs Leben– im Grunde genommen fast das komplette städtische Leben in der Stadt. Ordnungsamtschef Ralf Fleischhauer zog Bilanz für 2019.

Halberstadt befindet sich mitten im Strudel des ­demografischen Wandels. Die Einwohnerzahl sinkt seit Jahrzehnten. Daran hat sich auch im zurückliegenden Jahr nichts geändert. Danach zählte die Kernstadt per 31. Dezember 2019 nur noch 33.939 Einwohner. Vor 30 Jahren zählte Halberstadt noch etwa 47.000 Einwohner. Selbst mit den Ortsteilen Aspenstedt (482), Athenstedt (335), Emersleben (636), Klein Quenstedt (624), Langenstein (1824), Sarg­stedt (633) und dem Schachdorf ­Ströbeck (1014) sind es insgesamt nur noch 39.487 Einwohner. Nur mithilfe der Zast gelingt der Sprung über die 40.000-Einwohner-Grenze. Dort waren im vergangenen Jahr 1428 Menschen gemeldet, die in die Gesamtstatistik mit einfließen (41.080).

Mehr Todesfälle als Geburten

Ein Grund für den Schwund ist, dass die Schere bei den Geburten und Todesfällen weit auseinanderklafft. „2019 haben in der Kreisstadt 505 neue Erdenbürger das Licht der Welt erblickt, davon waren nur 310 kleine Halberstädter und Bewohner der Ortsteile. Dagegen sind 757 Personen verstorben, von denen 640 in Halberstadt und den Ortsteilen lebten“, informierte Ralf Fleischhauer. Außerdem sieht die Bilanz bei den Zu- beziehungsweise Wegzügen nicht wirklich gut aus. 1848 Bürger packten in Halberstadt ihre Koffer und zogen weg (2699 Zast-Abmeldungen). Nach Halberstadt zogen 1876 Personen (2625 Zast-Anmeldungen).

Knöllchen und „Raser“ lassen Kasse kli

Alle Hände voll zu tun hatten 2019 die Politessen. Sie ahndeten insgesamt 13.483 Parkverstöße, wovon 11.420 mit einem Verwarngeld belegt wurden, so Ralf Fleischhauer. Der Stadtkasse bescherten die Knöllchen Einnahmen in Höhe von 165.876 Euro. Das Überwachen der auf den Straßen der Kreisstadt zulässigen Höchstgeschwindigkeiten machte sich nicht nur bezahlt, um die Sicherheit der Verkehrsteilnehmer zu gewährleisten. Bei insgesamt 2207 Messstunden wurden immerhin 10.220 Verstöße registriert und verwarnt. Der Stadt bescherten sie Einnahmen in Höhe von 185.952 Euro. 1338 Fälle gab das städtische Ordnungsamt an die zentrale Bußgeldstelle Magdeburg ab. „Alle Überschreitungen, die über 21 km/h der erlaubten Höchstgeschwindigkeit liegen, geben wir an die Polizei ab“, erklärte Ralf Fleischhauer. Darunter befanden sich auch die absoluten Ausreißer des Jahres 2019.

Auf Höhe der Bushaltestelle in Neu Runstedt, wo 50 km/h erlaubt sind, erwischten Mitarbeiter des Ordnungsamtes einen Pkw mit 125 km/h. Der Fahrer erhält laut Bußgeldkatalog ein Bußgeld von 680 Euro, zwei Punkte in Flensburg und drei Monate Fahrverbot. Im Bereich Wehrstedt erwischten die Mitarbeiter des Ordnungsamtes in einer 30er-Zone einen Pkw mit 68 km/h. Der Raser kann mit einem Bußgeld von 480 Euro, zwei Punkten in Flensburg und drei Monate Fahrverbot ­rechnen.

Von 33 Verstorbenen Angehörige ermittelt

„Zu den traurigen Pflichten des Teams Sicherheit und Ordnung gehören die Betreuung und Ausrichtung von Bestattungen, bei denen sich keiner um die Beisetzung der Verstorbenen kümmert“, berichtet Ralf Fleischhauer. 44 Fälle bearbeitete das Ordnungsamt im zurückliegenden Jahr. Durch intensive Recherchearbeit gelang es, von 33 Verstorbenen Angehörige zu ermitteln, die dann die Bestattungen übernahmen. Bei elf Toten gelang das nicht. In diesen Fällen bezahlt die Stadt eine Bestattung im schlichten Rahmen.