Halberstadt l Am Ende gab es Lob von den Organisationsprofis. Tolles Ambiente, engagierte Unterstützung – das bleibt den Verantwortlichen in guter Erinnerung.

Die Halberstädter haben sich als tolle Gastgeber erwiesen, auch wenn es manchen nervte, wegen des Radsportereignisses Umwege und längere Fahrzeiten in Kauf nehmen zu müssen. „Wir hatten ein paar Anrufer, die sauer waren, aber im Gespräch ließ sich alles klären“, berichtete Ralf Fleischhauer. Der Chef der Ordnungsabteilung der Stadt war mit seinen Mitarbeitern am Morgen unter anderem damit befasst, das Umsetzen zweier Autos zu organisieren. Die standen trotz des länger vorher angekündigten absoluten Halteverbotes noch an den ab 8 Uhr gesperrten Straßen. „Es ist alles ruhig gelaufen“, so Fleischhauer. Und auch Timo Günther bestätigt: „Alles gut gelaufen, es gab nur ein paar kleinere Unstimmigkeiten.“ Günter war als Leiter der zentralen Koordinierungsstelle in alle Fragen von Ordnung und Sicherheit rund ums Radrennen in Halberstadt involviert.

Putzaktion

So mussten am Vormittag Kehrmaschinen der Stala ausrücken. Zwischen Aspenstedt, Sargstedt und Halberstadt hatte landwirtschaftlicher Verkehr für einige Verunreinigungen gesorgt, die das Sturzrisiko der Sportler stark erhöht hätten. Also wurde geputzt – übrigens auch vor Badersleben musste Schlamm von der Straße beseitigt werden. Am Nachmittag postierte sich zudem Polizei an der Umleitungsstrecke innerhalb der Stadt, weil so mancher Lkw-Fahrer zuvor sein Gefährt durchs Kuckucksfeld quälte – obwohl schon weiträumig auf die Sperrung der B81 hingewiesen wurde. Dass auch einige Mannschaftsbusse sich durch das Wohngebiet zwängten und dabei einige Baumkronen Schaden nahmen, lag an einem Missverständnis zwischen Organisationsteam und Busfahrern, berichtete Günther.

Die Menschen, die sich auf den Weg an die Zielstrecke machten, erlebten ein entspanntes Spektakel. Der Nachmittag gehörte vor allem den Kindern, die auf dem Parcours ihr Fahrkünste perfektionierten und mit Radprofi Jens Voigt auf gemeinsame Rundfahrt gingen. An der Anmeldung bildeten sich Warteschlangen, bis alle ihre Startkarten hatten. Zunächst waren die Sechs- bis Zwölfjährigen an der Reihe, mal eine Zieleinfahrt selbst mitzumachen, was sie unter dem Jubel der Zuschauer sichtlich genossen.

Belohnung

Und als die Minis auf den Laufrädern die 100 Meter Zielgeraden unter die Räder nahmen, gab es noch lautere Anfeuerungsrufe des Publikums. Die Knirpse waren einfach zu niedlich, wie sie entweder hochkonzentriert um Schnelligkeit bemüht waren oder links und rechts guckend die Atmosphäre genossen. Hinter der Ziellinie wartete auf alle die Belohnung fürs Mitmachen: jeweils eine Medaille, Urkunde, Trinkflasche und reflektierende Weste.

Doch nicht nur die Kleinen schwangen sich auf den Sattel, erwachsene Radfans kamen ebenso zum bunten Fest auf dem Ebereschenhof. Aus Berlin wurde nach Halberstadt geradelt, aus Hettstedt und verschiedenen Harzorten. Nicht alle waren bei der Sternfahrt dabei, mancher nutzte einfach so die Gelegenheit, mal wieder eine längere Radtour zu unternehmen.

Angebote

Auf dem Messegelände gab es unterschiedliche Angebote – von der Kopfmassage bis zum Kistenstapeln war einiges dabei. Auf der Bühne sorgten die Halberstädter ebenfalls für Programm – der Shantychor Halberstadt trat auf, die Einradfahrer aus Dingelstedt boten temporeiche Artistik und die Line-Dance-Kids sorgten für so manchen mitwippenden Erwachsenen unter den Zuschauern.

Aber lohnt sich der Aufwand für die Stadt? Schließlich waren viele Verwaltungsmitarbeiter im Einsatz, bei der Vorbereitung und an der Strecke, Sponsoren aus der Stadt unterstützten das Spektakel finanziell. Neben den Hauptsponsoren der Tour. „Der Mediawert ist nicht zu unterschätzen“, sagte Nancy Schönknecht, verantwortlich fürs Stadtmarketing. Immerhin wird über die Deutschland Tour weltweit berichtet und dabei stand nicht nur das Geschehen im 132-köpfigen Fahrerfeld im Fokus. „Wir haben für die Fernsehkommentatoren und die Hubschrauberbesatzung ein Mediabook zusammengestellt, also ein Handbuch über die Stadt und die Region. Da sind sowohl touristische Highlights enthalten als auch Zahlen und Fakten.“ Und solche Werbung im Vorabendprogramm der ARD zu haben, sei unbezahlbar. Zudem werde Halberstadt Teil der Tour-Historie bleiben.

Rutschpartie

Ebenso wie ein Bild, das am Ende des Abend stand: Etappensieger Pascal Ackermann hatte schon auf dem Weg zum Pressezentrum, das in der Teenie-Game-Zone des HaWoGe-Spielemagazins eingerichtet worden war, einen Blick auf den Funpark geworfen und gesagt: „Da will ich rein.“ Nach der Pressekonferenz hielt er Wort und wählte die Rutsche als Weg ins Erdgeschoss, zum Gaudi der Mitarbeiter und einiger Fotografen. Und zu seinem eigenen, wie der 25-Jährige beim Abschlussfoto mit Hausherrin Beate Grebe grinsend zugab..