Halberstadt l Computer und Smartphone zu benutzen, ist selbstverständlich geworden – im Alltag und im Beruf. Doch oft ist nicht nur die Technik hinter digitalen Angeboten für die meisten unverständlich, auch die Geschäftsmodelle, rechtlichen Rahmenbedingungen und Auswirkungen auf die eigene Person sind oft unbekannt. Digitale Kompetenz gewinnt daher an Bedeutung.

Die zu vermitteln, sollen Schulen fit gemacht werden fürs digitale Zeitalter. Neben der Qualifizierung der Lehrer und pädagogischen Konzepten ist dafür die technische Ausrüstung erforderlich. Der Stadtrat hat jüngst beschlossen, Geld aus dem Corona-Sofortprogramm zu nutzen, um kleine Tabletcomputer anzuschaffen. Unter anderem, damit im Falle wieder erforderlich werdenden Online-Unterrichts Kinder, die zuhause nicht über solche mobilen Endgeräte verfügen, zu unterstützen.

Doch auch Anzeigetafeln und Klassensätze an iPads werden beschafft, Netzwerke in Schulen ausgebaut. Sind alle Geräte im Einsatz, ist eine schnelle Internetanbindung unabdingbar.

Doch die haben die Schulen der Stadt noch nicht, wie auf Anfrage zu erfahren war. „Aktuell sind die Schulen über den jeweils bestmöglichen VDSL-Anschluss mit dem Internet verbunden“, sagt Clemens Schmieder, Abteilungsleiter Information und Kommunikation der Stadtverwaltung. Für den ersten Schwung an iPads sei das erstmal ausreichend, wenn auch nicht optimal.

„Für die Ausstattung der Schulen im Rahmen des gesamten Digitalpaktes ist der Breitband-Glasfaseranschluss sehr wichtig“, sagt Schmieder, „mit der Anzahl der Geräte wächst eben auch der Bedarf nach einer leistungsfähigen Internetverbindung“.

Die Anbindung der Schulen an das Internet über einen Glasfaseranschluss werde derzeit vom Land Sachsen-Anhalt umgesetzt. Noch in diesem Jahr sollen alle Grundschulen im Stadtgebiet an das Breitbandkabel angeschlossen werden, für die Grundschule „Emanuel Lasker“ im Schachdorf Ströbeck sei das für das kommende Jahr in Planung. „An jedem Glasfaseranschluss wird Sicherheitstechnik installiert, der Lehrern und Schülern einen sicheren, geschützten Zugang zum Internet ermöglichen soll. Dazu muss es zwischen Stadt als Schulträger und Land noch Abstimmungen bezüglich der Zuständigkeiten und der Konfiguration dieser Technik geben“, erläutert Clemens Schmieder.

Der Glasfaseranschluss ist eine wichtige Basis für eine gut strukturierte Netzwerkverkabelung in den Schulen, die wiederum erst ein stabiles WLAN in der gesamten Schule ermöglicht. Während die Netzwerkinstallationsarbeiten aus dem Digitalpakt für die Schulen finanziert werden, kommt das Geld für die Glasfaseranschlüsse aus einem anderen Fördermitteltopf.

„Die Außenarbeiten, also zum Beispiel Schachtungen, damit das Glasfaserkabel überhaupt das jeweilige Schulgebäude erreicht, kann der Schulträger nicht beeinflussen“, sagt Manuel Slawig, Sprecher der Kreisverwaltung. „Die Verantwortung und auch die Durchführung liegt bei der Telekom.“ Auch der Landkreis will seine Schulen digital aufrüsten.

Unabhängig von Fördermittelprogrammen haben die Sekundarschule Burgbreite Wernigerode, das Gymnasium Stadtfeld Wernigerode und das Gymnasium Martineum Halberstadt bereits einen Breitbandanschluss. Aber auch für die anderen Schulen soll es voran gehen. Das erklärte Ziel der Telekom sei es, bis Ende 2021 alle Schulen an das Glasfasernetz zu bringen. Bereits in diesem Jahr soll das für einen Großteil der weiterführenden Schulen in Halberstadt, Quedlinburg und Wernigerode geschehen, dann folgen die ländlichen Regionen.

„Nach aktuellen Rücksprachen mit dem Projektverantwortlichen sieht das Land Sachsen-Anhalt den Terminplan trotz der Pandemie nicht gefährdet. Die Kosten für Anschluss und Betrieb der Glasfaseranschlüsse an Schulen sind bis Ende 2023 durch das Land gesichert“, so Slawig. Was danach ist, sei noch offen.

Über das Förderprogramm des Landes – Glasfaser an alle Schulen (ITN-XT) – hat bisher jedoch nur die Gemeinschaftsschule Harzgerode tatsächlich einen ITN-XT Anschluss erhalten.