Tiergarten

Dschungel-Flair in Halberstadt

Inmitten der Spiegelsberge gibt es exotische Tiere und jede Menge Abwechslung: Der Tiergarten in Halberstadt wird schnell zu einem unvergesslichen Ausflug.

Von Von Johanna Ahlsleben und Sofia Mönter Jaime
Herzlich willkommen in Tiergarten Halberstadt. Dessen Bewohner, wie hier das Esel-Trio,  dürfen nicht nur bestaunt, sondern am  Gehege auch gestreichelt werden.
Herzlich willkommen in Tiergarten Halberstadt. Dessen Bewohner, wie hier das Esel-Trio, dürfen nicht nur bestaunt, sondern am Gehege auch gestreichelt werden. Foto: Johanna Ahlsleben

Halberstadt - Wer auf der Suche nach einem kleinen Abenteuer ist und eine tierische Weltreise mit vielen Exoten hautnah erleben möchte, ist im Tiergarten Halberstadt genau an der richtigen Adresse. Allein im vergangenen Jahr pilgerten rund 60.000 große und kleine Besucher zu den Halberstädter Spiegelsbergen. Am Eingang wird man bereits von Alpaka Max mit einem großen Lächeln begrüßt.

Egal ob afrikanische Berberaffen, die von Baum zu Baum springen oder australische Bennett-Kängurus, die fröhlich durch ihr Gehege hüpfen – der zehn Hektar große Tierpark beherbergt 290 verschiedene Tiere aus aller Welt. Geöffnet ist er täglich von 9 bis 17 Uhr.

Exoten sind am Tag aktiv

Mit seiner Mischung aus exotischen und heimischen Bewohnern hebt sich der 1960 gegründete Tiergarten von den anderen Zoos der Umgebung ab. „70 Prozent der Tiere, die wir hier haben, sind exotisch“, erläutert David Neubert, der Fachgebietsleiter des Tiergartens.

Aber warum? Die Antwort ist eigentlich ganz einfach: Einheimische Tiere wie Luchs und Co. werden erst in der Dämmerung aktiv. Also dann, wenn sich die Besucher wieder auf den Heimweg machen.

Inmitten des Landschaftsparks Spiegelsberge schlängeln sich die Pfade über Hügel und Täler an den unterschiedlichen Gehegen entlang und ermöglichen eine ganz besondere Begegnung mit den tierischen Bewohnern. Zudem lässt der Nachwuchs, wie die Alpakastute Amaya oder die Emu-Küken, die Herzen der Besucher höher schlagen.

Anschauliche Informationen

Um herauszufinden, woher Dingos eigentlich kommen oder was Trampeltier Layla gerne frühstückt, gibt es vor jedem Gehege anschauliche, von Neubert selbst gestaltete Informationstafeln für Groß und Klein.

Doch nicht nur auf diesem Wege können sich die Besucher über die tierischen Bewohner informieren. Denn im Halberstädter Tiergarten gibt es laut Neubert auch die Möglichkeit, sich von einem Pfleger durch das Areal führen zu lassen und ganz besondere Einblicke zu bekommen. Möglich ist auch eine Tiergarten-Rallye, bei der, durch aufmerksames Lesen der Schilder Rätsel gelöst werden können.

Die Tiere dürfen jedoch nicht nur aus der Ferne beobachtet, sondern auch am Gitter gestreichelt und gefüttert werden. Dafür können am Eingang Futtertüten erworben werden, über die sich Ziegen, Ponys, Esel und Alpakas mit Sicherheit freuen. „Aus meiner Erfahrung reicht eine Tüte aber meistens gar nicht aus“, fügt David Neubert schmunzelnd hinzu.

Warten auf Stinktier-Dame Josie

Aber nicht nur das flauschige Alpaka-Baby zieht die Blicke auf sich. Auch im Wildschwein-Gehege wimmelt es nur so von Nachwuchs. Jede Menge Frischlinge wühlen dort im Dreck und flitzen über das Gelände. Zu einer Wildschweindame hat David Neubert eine ganz besondere Bindung, nennt er sie liebevoll „seine Schecke“. Wenn die Bache ihn sieht, macht sie schnell Hufe, um sich vom Fachgebietsleiter eine Kraul-Einheit abzuholen. Doch Besucher sollten den borstigen Schweinen lieber nicht zu nah kommen.

Ein weiterer Besuchermagnet und Alleinstellungsmerkmal des Tiergartens ist Baumstachler-Dame Karla. „Wenn man Glück hat, kann man sie sogar beim Tanzen beobachten“, verrät David Neubert.

Momentan fiebert der Zoologe schon gespannt dem Einzug der Stinktier-Dame Josi entgegen. Noch verbringt die schwarz-weiße Schönheit ihre Zeit in einem separaten Raum hauptsächlich mit Schlafen. Doch bald darf Josi ins Gehege, um dort das Stinktier-Männchen Karsten kennenzulernen.

Vorsicht! Affen lieben Zucker

Sollten die Tiere gerade einen Mittagsschlaf machen, können sich die Kinder auf dem Spielplatz austoben, durch den Luchsschleichpfad krabbeln oder die Röhrenrutsche heruntersausen. Oder sie erkunden auf eigene Faust den historischen Schießstand, der in den Erholungsort integriert wurde. Doch auch Größere kommen zum Beispiel auf dem Naturlehrpfad auf ihre Kosten.

Wer nach der vielen Bewegung Hunger verspürt, kann in der tierparkeigenen Gaststätte „Waldschenke“ einkehren und sich stärken. Diese hat meist am Wochenende und an sonnigen Tagen geöffnet. „Die Besucher müssen aber gut auf ihr Essen achten, denn unsere Affen sind süchtig nach Zucker“, warnt David Neubert schmunzelnd. Denn die Primaten haben ihren eigenen Kopf und bewegen sich frei im Tiergarten. Ab und zu fällt ihnen auch die Mülltonne zum Opfer.

Mit ein bisschen Glück können sich die Besucher bald auch auf weitere Exoten freuen. Denn David Neubert wünscht sich Pinguine als Ergänzung für seine Tierfamilie. „Die sind einfach nur total cool“, freut er sich.

Tierpaten gesucht

Außerdem ist der 33-Jährige gerade dabei einige Änderungen im Tiergarten vorzunehmen. „Ich möchte einige Gehege aus- und umbauen, damit die Tiere mehr Platz und die Möglichkeit haben, sich zurückzuziehen“, so der studierte Biologe. Beispielsweise ziehen die beiden Frettchen Fred und Freddy schon zeitnah in ein neues Heim. Der Blickfang ist hier die selbstbemalte Hütte, mit Fenstern und Hängeschaukel.

Auch das Känguru-Gehege möchte er künftig für die Besucher zugänglich machen. Denn dort ist auch der heimliche Star des Tiergartens zu Hause: Känguru Joey. „Er ist damals aus dem Beutel seiner Mutter gefallen und wurde mit der Hand aufgezogen. Deswegen ist er heute besonders zutraulich“, erzählt Neubert.

Wem der Besuch im Tiergarten nicht reicht, der kann zudem eine Tierpatenschaft abschließen und somit die Versorgung der Tiere unterstützen. Diese laufe immer ein Jahr lang, erklärt David Neubert. Am beliebtesten seien dabei die Patenschaften für Alpakas und Ziegen.

Verlosung

Wer zur Einstimmung vorab schon einen Blick auf die Tiere werfen möchte, kann dies auf dem Instagram-Profil @tiergarten.halberstadt des Tiergartens tun. Eins ist jedoch klar: Hautnah und vor Ort macht der Besuch bei den Tieren noch mehr Spaß!

Die Volksstimme verlost fünf Familienkarten für einen Besuch im Tiergarten Halberstadt. Um eine solche Familienkarte zu gewinnen, muss folgende Frage richtig beantwortet werden: Wobei können Tiergarten-Besucher mit etwas Glück Baumstachler-Dame Karla beobachten?

Schicken Sie uns Ihre Antwort per E-Mail an redaktion.wernigerode@volksstimme.de oder per Post an die Adresse Harzer Volksstimme, Breite Straße 48, 38855 Wernigerode, Kennwort: Karla, Einsendeschluss: Donnerstag, 20. Mai 2021

Wichtig: Geben Sie bitte Ihre vollständige Adresse und Ihre Telefonnummer an. Die Gewinner werden telefonisch benachrichtigt.

Känguru Joey wurde von Hand aufgezogen. Daher ist das Bennett-Känguru besonders zutraulich.
Känguru Joey wurde von Hand aufgezogen. Daher ist das Bennett-Känguru besonders zutraulich.
Foto: Johanna Ahlsleben
Zu den Exoten des Tierparks gehört der Graupapagei Ace.
Zu den Exoten des Tierparks gehört der Graupapagei Ace.
Foto: Johanna Ahlsleben
Die Kronenkraniche teilen sich das Gehege im Halberstädter Tiergarten unter anderem mit den Gänsen.
Die Kronenkraniche teilen sich das Gehege im Halberstädter Tiergarten unter anderem mit den Gänsen.
Foto: Johanna Ahlsleben
 Ein Berber-Affe: Seine Kollegen und er stibitzen auch schon mal das Essen der Besucher.
Ein Berber-Affe: Seine Kollegen und er stibitzen auch schon mal das Essen der Besucher.
Foto: Johanna Ahlsleben
Putzig und flink: Die Erdmännchen im Tiergarten Halberstadt sind bei Besuchern beliebt.
Putzig und flink: Die Erdmännchen im Tiergarten Halberstadt sind bei Besuchern beliebt.
Foto: Johanna Ahlsleben
Alpaka-Hengst Max heißt die Besucher auf dem zehn Hektar großen Gelände des Tiergartens willkommen.
Alpaka-Hengst Max heißt die Besucher auf dem zehn Hektar großen Gelände des Tiergartens willkommen.
Foto: Johanna Ahlsleben