Elbingerode l Heimat, das hat etwas mit Erinnerung zu tun. Das weiß das Team der Heimatstube Elbingerode um Elbingerodes Ortschronist Günther Breutel nur zu gut.

Denn als Erinnerung an alte Zeiten werden in der Heimatstube seit fast 19 Jahren Sachzeugen gesammelt, gepflegt und Gästen erläutert. Seit Jahrzehnten auch mit von Karin Heyder (80) und Renate Engel (79).

Gäste betreuen

Die beiden Frauen sind zur Stelle, wenn die Öffnungszeiten abgesichert, Gäste betreut werden wollen. Sie sind zur Stelle, wenn Großreinemachen in und vor der Heimatstube angesagt ist. Und sie können viel erzählen. Zum Beispiel darüber, wie Harzer Hirten mit ihrem Kuhgeläut die Tiere auseinanderhielten, welche große Rolle der Bergbau in Elbingerode spielte. Und auch, wozu ein Nachttopf da war.

„Danach haben erst jüngst Kinder bei einem Gruppenbesuch gefragt“, berichtet Renate Engel. Und hätten sich bei der Erklärung dann halb tot lachen wollen. Eine Wohnung ohne Toilette sei eben heute unvorstellbar.

Interner Rundgang

„Manchmal müssen wir selbst erstmal im Geschichtsbuch nachschauen, bevor wir alles richtig erläutern können“, sagt Renate Engel weiter. Deshalb veranstalte Günther Breutel vor jeder Saison erst einmal einen internen Rundgang, damit die Betreuerinnen wissen, was alles neu hinzugekommen ist. Wie jetzt etwa eine Kindergeige und eine Trompete aus Rübeland.

Seit 1999 gibt es in Elbingerode eine Heimatststube. Rund 800 Besucher werden pro Jahr in ihren Fachwerkräumen unweit der St. Jakobikirche begrüßt. Hauptsächlich kommen Schüler, Konfirmanden, Touristen und Politiker, die nicht selten über die vielen Exponate staunen. Sehr zur Freude von Karin Heyder und Renate Engel, die sich „schon immer“ für Geschichte interessiert haben, wie sie sagen. Mit Freude präsentieren sie deshalb Gästen das Modell des Schlosses von Elbingerode, Bilder, Bergmannsutensilien.

Sachkundeunterricht

„Was Besseres als einen Heimatstubenbesuch kann es für den Sachkundeunterricht oder für einen Rundgang durch Elbingerode gar nicht geben“, sagt Renate Engel. Sonst würde so vieles bald vergessen sein.

Für beide ist die Betreuung der Heimatstube zugleich eine „sehr schöne Tätigkeit“, wie sie sagen. Karin Heyder: „Man kommt unter Leute, macht etwas für Elbingerode.“ Das sieht Renate Engel ebenso. Beide gelten als die treuesten und verlässlichsten Betreuerinnen, und als stets freundlich. „Ärgerlich ist es manchmal nur“, sagt Renate Engel schmunzelnd, „wenn wir hier sitzen und es kommt keiner.“