Keramag und AOK schließen "sportliche" Kooperation für mehr Gesundheit

Fitte Mitarbeiter mit Zumba und Fußball

Von Jens Kusian

Haldensleben l Sportschuhe und -hose werden wohl bald mit zur Grundausstattung der Haldensleber Keramag-Mitarbeiter gehören. Kristina Machotta, Personalleiterin im Haldensleber Werk, und Beate Marschallek, AOK-Regionalleiterin im Landkreis Börde, haben eine Rahmenvereinbarung zum Betrieblichen Gesundheitsmanagement unterzeichnet - und darin spielen sportliche Aktivitäten eine große Rolle.

"Wir haben den Weg zur AOK allein gefunden", unterstrich Kristina Machotta, dass die Initiative vom Sanitärkeramik-Produzenten ausgegangen war. Denn das Unternehmen weiß, wie positiv sich die Zusammenarbeit mit der Krankenkasse auswirken kann: "Wir hatten im Jahr 2000 ein erstes gemeinsames Projekt zur Gesundheitsförderung, das wir bis 2005 verlängerten. Die Fehlzeitquote unserer Mitarbeiter lag während des Projekts und danach bei etwa drei Prozent", blickte Kristina Machotta zurück.

Doch mittlerweile habe sich das Bild gewandelt, so die Personalleiterin. Das Interesse an Gesundheitskursen ließ nach, dementsprechend erhöhten sich auch die Fehlzeiten. "Es ist schon eine körperlich anstrengende Arbeit, die hier verrichtet wird. Und die Mehrzahl unserer Mitarbeiter geht auf die Rente zu, sie fallen daher häufiger und langfristig aus", berichtete sie. Mit der Einstellung jüngerer Arbeitnehmer sollte gegengesteuert werden. "Doch die fallen häufiger wegen Kurzkrankheiten aus", so ihre Erfahrungen.

Den von Kristina Machotta zugespielten Ball nahm Beate Marschallek dankbar auf. "Es zeugt von unserer guten Arbeit, wenn ein Unternehmen auf uns zukommt", meinte sie stolz. Gern habe sich die Kasse bereit erklärt, eine Kooperation mit Keramag einzugehen. Zudem seien mehr als ein Drittel der gut 300 Mitarbeiter des Haldensleber Betriebes AOK-Versicherte, ergänzte Stefanie Voigtländer, die für das Betriebliche Gesundheitsmanagement der Krankenkasse im Landkreis Börde zuständig ist.

Für die speziell auf Keramik zugeschnittenen Angebote wurden Arbeits- unfähigkeitsdaten analysiert, die Mitarbeiter befragt und Bewegungs- und Ergonomieanalysen erstellt. Dabei stand Stefanie Voigtländer die Keramag-Projektgruppe - dazu zählen neben Kristina Machotta der Betriebsratsvorsitzende Hubertus Gitschel, der Zuständige für die Arbeitssicherheit, Mike Uhlmann, und Ivonne Hötling von der Personalabteilung - hilfreich zur Seite. "Der Gesundheitskurs Rücken fit, Aqua-Gymnastik, Laufen und Tischtennis standen auf der Wunschliste, bei den Frauen zusätzlich noch Zumbakurse", nannte Stefanie Voigtländer die häufigsten Wünsche. Aber auch Fuß- und Handball stehen auf der Wunschliste.

Ziel der Vereinbarung ist, innerhalb von zwei Jahren den Gesundheitsszustand der Mitarbeiter zu verbessern, die Fehlzeiten zu verringern, das gesundheitsgerechte Verhalten zu verbessern und ein entsprechendes Arbeitsumfeld zu schaffen. "Wir sind sehr ungeduldig und hoffen auf entsprechende Angebot der AOK, damit wir schon im Herbst loslegen können", drängte Kristina Machotta, das Projekt schnellstmöglich anzugehen.