Brandschutz

Freiwillige Feuerwehr Rhoden freut sich über Austausch des 46 Jahre alten Löschwagens

Endlich mehr Sicherheit: Die Kameraden der Ortswehr Rhoden haben ihren Löschwagen aus dem Jahr 1975 gegen ein neueres Fahrzeug ausgetauscht.

Von Vera Heinrich
Freude über den Neuzuwachs in der Fahrzeughalle: Wehrleiter Klaus Langejahn (links) und sein Stellvertreter Alexander Kottwitz sind begeistert von dem Löschfahrzeug aus dem Jahr 1994.
Freude über den Neuzuwachs in der Fahrzeughalle: Wehrleiter Klaus Langejahn (links) und sein Stellvertreter Alexander Kottwitz sind begeistert von dem Löschfahrzeug aus dem Jahr 1994. Vera Heinrich

Rhoden - Glücklich sind sie über den Neuzuwachs im Feuerwehrgerätehaus: Der Mercedes-Löschwagen aus dem Jahr 1994 löst den 46 Jahre alten Vorgänger ab.

„Die Freude darüber ist wirklich groß“, erzählt Wehrleiter Klaus Langejahn und ergänzt mit Blick auf die 15 aktiven Kameraden in Rhoden: „Jetzt benötigen nur noch personellen Neuzuwachs. Wir brauchen junge Kräfte.“

Geplant sei gewesen, den Tag der offenen Tür traditionell dafür zu nutzen, um das neue Fahrzeug allen Interessierten vorzustellen. „Was pandemiebedingt leider entfallen musste“, bedauert Alexander Kottwitz.

Personelle Verstärkung gesucht

Der stellvertretende Wehrleiter erzählt, dass die Rhodener bereits im Herbst das Löschfahrzeug aus der Nähe von Günzburg in Bayern abgeholt haben. 14 Tage haben die Brandschützer in Eigenleistung alles Notwendige von ihrem alten Fahrzeug ins neue umgebaut. „Wir wollten so wenige Kosten wie möglich verursachen“, erklärt er. Die Stadt Osterwieck als Träger habe die Finanzierung des dringend benötigten Feuerwehrautos übernommen.

„Wir haben im Ordnungsamt für unsere Probleme ein offenes Ohr gefunden. Mit Unterstützung der Stadt haben wir die Beschaffung des Wagens zielführend organisiert“, schildert Klaus Langejahn. Dass diese Beschaffung dringend notwendig gewesen sei, haben die Rhodener besonders beim Fahrsicherheitstraining feststellen müssen. Stellvertreter Kottwitz erinnert sich: „Nach der ersten Übung durften wir mit unserem Auto nicht mehr am Training teilnehmen. Das war ärgerlich.“

Er betont jedoch, dass das Feuerwehrauto aus dem Baujahr 1975 der Ortswehr am Kleinen Fallstein 18 Jahre lang „treue Dienste geleistet“ habe.

Technischer Quantensprung

„Im Vergleich zum Vorgänger ist unser neuer Löschwagen natürlich ein technischer Quantensprung“, so der Rhodener, „wobei das heutzutage einfach technischer Standard ist.“

Zu diesem technischen Standard gehören etwa Sicherheitsgurte, die auf der Anforderungsliste der Rhodener für ihr neues Fahrzeug ganz oben standen. „Außerdem war uns eine Servolenkung wichtig“, sagt Klaus Langejahn. Er erzählt, dass sich zum Schluss kaum einer der Kameraden noch getraut habe, den alten Wagen ohne Servolenkung zu fahren.

„Das vorherige Auto war einfach kein Einsatzwagen nach heutigen Maßstäben mehr“, fasst Stellvertreter Kottwitz zusammen und gibt zu: „So groß die Freude bei uns allen über die Neuanschaffung ist, gab es zum Abschied des Vorgängers doch das ein oder andere Tränchen bei den Kameraden.“ Schließlich haben viele Erinnerungen daran gehangen, etwa im Spezialeinsatz als Hochzeitsauto für das eine oder andere Feuerwehrmitglied.

Mehr Flexibilität mit dem neuen Fahrzeug

Nichtsdestotrotz unterstreicht Klaus Langejahn die Vorzüge des neueren Fahrzeugs. Dabei schätzt er besonders, dass dieses wesentlich sicherer sei. „Wir haben jetzt eine Rundum-LED-Beleuchtung am Wagen, was gerade für Einsätze im Dunkeln wichtig ist.“ Vorteilhaft für Einsätze im Winter sei die Standheizung.

Ein großes Plus sei zudem, so der Feuerwehrchef, dass das Auto 600 Liter Wasser und eine Schnellangriffseinrichtung mit 30 Meter Vollschlauch an Bord habe. „Dadurch sind wir sofort einsatzbereit“, betont er. Das mussten sie mit dem Löschfahrzeug bereits mehrfach unter Beweis stellen, wie bei zwei Kleinbränden im Dorf.

„Wir sind jetzt viel flexibeler geworden“, findet Alexander Kottwitz. Dazu trage auch bei, dass sie die Beladung im Wagen den eigenen Anforderung entsprechend optimieren konnten. „Außerdem haben wir mit neun Plätzen nun endlich Platz für eine komplette Gruppenbesetzung“, sagt er. Im 46 Jahre alten Vorgänger konnten nur sechs Personen gleichzeitig fahren. Die weiteren Kameraden waren stets gezwungen, extra zu fahren.

Auch die Pumpentechnik sei im neuen 7,5 Tonnen schweren Fahrzeug eine andere. „Damit mussten sich natürlich erst einmal alle Kameraden vertraut machen und allen erklären, wie sie funktioniert“, schildert der stellvertretende Wehrleiter. Er und Klaus Langejahn hoffen nun, dass ihnen das Löschfahrzeug mindestens genauso treue Dienste leistet wie sein Vorgänger, der nun in seine wohlverdiente Feuerwehr-Rente geschickt wurde.