Sehenswürdigkeiten

Fünf eindrucksvolle Burgen und Schlösser im Harz

Alte Schlösser und Burgen sind immer etwas ganz Besonderes und diese findet man nicht nur am Rheinufer oder in Bayern, sondern auch im Harz. Einige Burgen sind noch unversehrt, viele von ihnen wurden jedoch im Laufe der Geschichte zu Ruinen. Hier eine Auswahl von fünf Burgen und Schlössern, die ihr euch nicht entgehen lassen solltet:

Von Stephanie Tantius
Die Burg Falkenstein im Selketal ist, eine der wenigen Burgen im Harz, die noch intakt und keine Ruine ist. Errichtet wurde sie in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts.
Die Burg Falkenstein im Selketal ist, eine der wenigen Burgen im Harz, die noch intakt und keine Ruine ist. Errichtet wurde sie in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Foto: dpa/ Matthias Bein

Landkreis Harz / Landkreis Göttingen - Über der Selke erhebt sich eine der eindrucksvollsten Burgen im Harz: die Burg Falkenstein. Sie ist eine der wenigen Burgen im Harz, die noch intakt und keine Ruine ist. Errichtet wurde sie in der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts. Hier soll der Legende nach Eike von Repgow den Sachsenspiegel verfasst haben. Für Familien mit Kindern ist die Burg ein ideales Ausflugsziel.

Im Sommerhalbjahr zeigt der Falkenhof eine Greifvogelschau. Im Inneren der Burg können die Besucher eindrucksvolle Räume wie den Rittersaal, die Herrenstube, die Burgkapelle oder die Alte Küche besichtigen.

Aufgrund der Coronaregeln ist die Burg Falkenstein, laut Homepage, nur mit einem termingebundenen Zeitticket möglich. DIese können online oder an der Museumskasse, solange freie Plätze zur Verfügung stehen, gekauft werden.

Der Besucher hat die Wahl zwischen zwei Zeitfenstern. Einmal von Mittwoch bis Sonntag (Mittwoch und Dienstag sind Schließtage, außer an Feiertagen) von 10 bis 13.30 Uhr sowie von 14.30 bis 18 Uhr. Die Personenzahl je Zeitfenster ist begrenzt. Täglich zwischen 13.30 und 14.30 Uhr wird das Museum für Reinigunsarbeiten geschlossen.

Der Eintritt kostet für einen Erwachsenen 6,50 Euro, für Kinder 4,50 Euro. Außerdem gibt es Familien- sowie Gruppenkarten. Geparkt werden kann auf dem Großparkplatz „Gartenhaus“. Von dort führt ein Wanderweg ungefähr zwei Kilometer durch ein Naturschutzgebiet bis zur Burg. Adresse: Burg Falkenstein 1, 06543 Falkenstein (Harz)

Der Innenhof der Burg Falkenstein im Südharz. Die Burg liegt oberhalb des Selketals. Die befestigte Anlage vom Typ einer Höhenburg ist gut erhalten da sie nie erobert werden konnte. Die Anlage wurde zu Beginn der 12. Jahrhunderts gebaut und ging als Lehen im 15. Jahrhundert an das Adelsgeschlecht Asseburg.
Der Innenhof der Burg Falkenstein im Südharz. Die Burg liegt oberhalb des Selketals. Die befestigte Anlage vom Typ einer Höhenburg ist gut erhalten da sie nie erobert werden konnte. Die Anlage wurde zu Beginn der 12. Jahrhunderts gebaut und ging als Lehen im 15. Jahrhundert an das Adelsgeschlecht Asseburg.
Foto: picture alliance/dpa/ Klaus-Dietmar Gabbert

Tipp 2: Burg und Festung Regenstein

Drei Kilometer von Blankenburg ragt, gut sichtbar, die Ruine der Burg und Festung Regenstein aus dem gleichnamigen Sandsteinfelsen empor. Ab dem 12. Jahrhundert befand sich hier oben eine Burg der Regensteiner Grafen, welche von einer Mauer umgeben war und in den Felsen geschlagene Räume hatte. Im 15. Jahrhundert verließen die Grafen die Burg und wechselten auf das Blankenburger Schloss. Die Burg verfiel allmählich. Im Jahr 1599 starb der letzte männliche Nachfahre des Regensteiner Grafengeschlechts.

Daraufhin erlebte die Burg verschiedene Besitzerwechsel. Erst im 17. Jahrhundert bauten die Preußen den Regenstein zu einer Festung um, die wesentlich größer war als die frühere Burg. Im Jahr 1736 beschädigte ein einschlagender Blitz die gesamte Burganlage sehr stark. 1757 übernahmen die Franzosen die Burg Regenstein, ehe sie wenige Monate später die Preußen zurückeroberten und zerstörten.

Heute kann man die Reste der Burg mit den vielen in den Fels gehauenen Räume, von denen einige eine kleine Ausstellung beherbergen, besichtigen und auf den Felsen herumklettern.

Geöffnet hat die Burg von April bis Oktober täglich von 10 bis 18 Uhr. Im November hat sie von Mittwoch bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr geöffnet. Erwachsene zahlen einen Eintritt von drei Euro, Kinder ab sechs Jahren und Jugendliche zahlen 1,50 Euro. Die Adresse lautet: Am Platenberg 1, 38889 Blankenburg.  Geparkt werden kann auf dem Parkplatz unterhalb des Regensteins.

Sandra Bleeke ist jedenfalls begeistert von der Burg Regenstein. Sie schreibt bei den Google-Bewertungen: „Absolut sehenswert. So eine tolle Aussicht und es macht groß und klein einen riesen Spaß das Gelände zu erkunden.Für Erwachsene der Eintrittspreis völlig gerechtfertigt. Ein Kiosk ist auch vorhanden.“

Drei Kilometer von Blankenburg ragt, gut sichtbar, die Ruine der Burg und Festung Regenstein aus dem gleichnamigen Sandsteinfelsen empor. Heute kann man die Reste der Burg mit den vielen in den Fels gehauenen Räume, von denen einige eine kleine Ausstellung beherbergen, besichtigen und auf den Felsen herumklettern.
Drei Kilometer von Blankenburg ragt, gut sichtbar, die Ruine der Burg und Festung Regenstein aus dem gleichnamigen Sandsteinfelsen empor. Heute kann man die Reste der Burg mit den vielen in den Fels gehauenen Räume, von denen einige eine kleine Ausstellung beherbergen, besichtigen und auf den Felsen herumklettern.
Foto: dpa/ Klaus-Dietmar Gabbert

Tipp 3: Schloss Wernigerode

Schon weitem sieht man das auf dem Agnesberg gelegene Schloss Wernigerode. Es gleicht einem Märchenschloss und wird auch gerne mal als „Neuschwanstein des Harzes“ bezeichnet. Im 12. Jahrhundert war das heutige Schloss noch eine Burg mit der Aufgabe die kaiserlichen Jagdwege von der Pfalz in Goslar in den Harz zu schützen. Später wurde es dann zum Residenzschloss der Grafen zu Stolberg-Wernigerode. Im 30-jährigen Krieg wurde es dann schwer verwüstet. Graf Ernst zu Stolberg-Wernigerode begann es im späten 17. Jahrhundert zu einem romantischen Residenzschloß in Form einer Rundburg umzubauen.

Im 19. Jahrhundert baute man es zum repräsentativen Schloss in der heutigen Form um, denn Graf Otto zu Stolberg-Wernigerode war ab 1867 der erste Oberpräsident der preußischen Provinz Hannovers und später Bismarcks Vizekanzler des Deutschen Reiches musste daher angemessen residieren. 1929 wurde das Schloss als ständiger Wohnsitz der Familie der Fürsten zu Stolberg-Wernigerode aufgegeben. Teile der Außenanlagen und inneren Räumlichkeiten konnten von April 1930 bis Ende Dezember 1943 im Rahmen von Führungen gegen Entgelt öffentlich besichtigt werden. 

Heute kann man im Inneren des Schlosses rund 50 Räume durch einen Rundgang erkunden. Kein Raum gleich dem anderen. Prächtige Lüster, große Gemälde und gedeckte Tafeln geben ebenso einen Einblick in das Leben des damaligen Adels wie auch das prunkvolle Ehebett.

Geöffnet hat es vom 11. September bis 6. November täglich von 10 bis 18 Uhr. Ab dem 7. November hat von Dienstag bis Freitag von 10 bis 17 Uhr geöffnet sowie Samstag und Sonntag von 10 bis 18 Uhr. Erwachsene kosten sieben Euro, Kinder von 6 bis 14 Jahren 3,50 Euro und Schüler und Studenten müssen sechs Euro zahlen. Die Anfahrt ist zu Fuß geht relativ steil über die Burgberg/Fürstengrotte oder Lustgarten-Löwentor-Rosenwinkel. Etwas länger, dafür aber nicht so steil, geht es über die Schlossallee.

Schon weitem sieht man das auf dem Agnesberg gelegene Schloss Wernigerode. Im 12. Jahrhundert war das heutige Schloss noch eine Burg mit der Aufgabe die kaiserlichen Jagdwege von der Pfalz in Goslar in den Harz zu schützen.
Schon weitem sieht man das auf dem Agnesberg gelegene Schloss Wernigerode. Im 12. Jahrhundert war das heutige Schloss noch eine Burg mit der Aufgabe die kaiserlichen Jagdwege von der Pfalz in Goslar in den Harz zu schützen.
Foto: dpa/ Swen Pförtner

Tipp 4: Gartenanlage Roseburg, Rieder bei Ballenstedt

Fährt man von Quedlinburg in Richtung Ballenstedt, dann entdeckt man kurz hinter Rieder die sandsteinfarbenen Türme der Roseburg. Im Stil einer mittelalterlichen Burganlage erbaute sich 1907 der Architekt Bernhard Sehring diese Burg. Der Park vereinigt vielgestaltige Elemente der italienischen Renaissance, des Barock und englischer Landschaftsgärten.

Neben einer Wasserachse und einem Mausoleum mit Aussichtsturm gehören Brücken, Treppen, Balustraden, Plastiken, Mosaiken, Grotten, Skulpturen zur Ausstattung des außergewöhnlichen Parks. In den zahlreich aufgestellten Objekten dokumentiert sich unverkennbar die unermüdliche Sammelleidenschaft ihres Erbauers, des Theaterarchitekten Bernhard Sehring (1855-1941). Er entwarf auch das Theater des Westens in Berlin (1895/96), das Stadttheater Cottbus (1907/08) sowie die Walpurgishalle auf dem Hexentanzplatz in Thale.

Die im Park vereinten Idealvorstellungen der Bau- und Gartenkunst verschiedener Jahrhunderte verleihen der Roseburg einen märchenhaften Charakter. Geöffnet hat die Roseburg von April bis Oktober täglich von 9 bis 21 Uhr. Ab November hat sie von 9 bis 18 Uhr offen. Kinder ab 11 Jahren zahlen, laut der Webseite ballenstedt. de 1,50 Euro, Erwachsene zahlen 3 Euro.

Die Roseburg bei Ballenstedt gleicht einem Märchenschloss. Es wurde im Stil einer mittelalterlichen Burganlage 1907 vom Architekten Bernhard Sehring  erbaut. Die im Park vereinten Idealvorstellungen der Bau- und Gartenkunst verschiedener Jahrhunderte verleihen der Roseburg den märchenhaften Charakter.
Die Roseburg bei Ballenstedt gleicht einem Märchenschloss. Es wurde im Stil einer mittelalterlichen Burganlage 1907 vom Architekten Bernhard Sehring erbaut. Die im Park vereinten Idealvorstellungen der Bau- und Gartenkunst verschiedener Jahrhunderte verleihen der Roseburg den märchenhaften Charakter.
Foto: Dennis Lotzmann

Tipp 5: Burgruine Scharzfels

Die Burgruine Scharzfels liegt in einem Waldgebiet im Ortsteil Scharzfeld der Stadt Herzberg am Harz etwa 150 Meter über dem Tal der Oder auf einem Dolomitfelsen.

Die Burg wurde, laut Harzer Tourismusverband, bereits um 1000 errichtet und diente dem Schutze des Klosters Pöhlde, sowie der Erztransporte und der Fernhandelswege mit dem dortigen Oderübergang. Die Burg gehörte ursprünglich zum Bistum Magdeburg, wurde dann 1131 reichsunmittelbar und gelangte 1158 mit Heinrich dem Löwen an das Welfenhaus.

Die Territorialherrschaft übten zunächst die Grafen von Scharzfeld bis zum Anfang des 13. Jahrhunderts aus. Später wurde die Burg vom Grafen von Hohnstein bewohnt. 1593 übernahm das Herzogtum Grubenhagen die Burg, die weiterhin als Festung, Amtsverwaltung und auch als herrschaftliches Staatsgefängnis diente. Im Siebenjährigen Krieg wurde die als uneinnehmbar geltende Burg von französischen Truppen erobert und am 30. Oktober 1761 durch Sprengung aller Bauwerke zerstört.

Ihre Ruine mit einigen in den Fels gehauenen und natürliche Hohlräume nutzenden Räumen und Gängen, die teilweise auch heute noch begehbar sind sowie einer Freitreppe, die über drei Torbögen zur Oberburg führt, ist nach wie vor eindrucksvoll. Von dem zwölf Meter hohen, einst imposanten Turm und einer Kirche auf dem Felsen sind nur noch Fundamente zu erkennen.

Burgruine Scharzfels: Eintritt ist kostenlos

Die Burg ist durch viele Wanderwege erschlossen, unter anderem dem Karstwanderweg und den Baudensteig. Zurzeit ist der Bereich der Oberburg, oberhalb der Treppe, wegen Sanierungsarbeiten geschlossen. Das Betreten der Burg erfolgt auf eigene Gefahr. Der Eintritt ist kostenlos.

Einen schönen Blick ins Harzvorland bietet die Terrasse der Schlossgaststätte. Diese hat von Donnerstag bis Sonntag von 11.30 Uhr bis 17.30 geöffnet. Zurzeit ist der Bereich der Oberburg, oberhalb der Treppe, wegen Sanierungsarbeiten geschlossen.

Besucher fahren auf der A 243 bis Scharzfeld. Die Ruine liegt außerhalb des Ortes. Die Adresse lautet: Burgruine Scharzfels, Schlossbergweg, 37431 Bad Lauterberg im Harz. Am Fuss des Berges finden sich Parkmöglichkeiten, der Anstieg ist in 20 Minuten zu bewältigen.

Die Burgruine Scharzfels liegt in einem Waldgebiet im Ortsteil Scharzfeld der Stadt Herzberg am Harz etwa 150 Meter über dem Tal der Oder auf einem Dolomitfelsen.
Die Burgruine Scharzfels liegt in einem Waldgebiet im Ortsteil Scharzfeld der Stadt Herzberg am Harz etwa 150 Meter über dem Tal der Oder auf einem Dolomitfelsen.
Foto: Maximilian Schuck