Halberstadt/Magdeburg l Überraschung im Totschlagsprozess gegen einen 19-Jährigen aus Halberstadt, dem vorgeworfen wird, seine Mutter mit Hammerschlägen getötet zu haben: Nachdem der Angeklagte Max-Ludwig Sch. vor dem Landgericht Magdeburg zunächst geschwiegen hatte, räumte er jetzt die Tat ein. Sein Verteidiger verlas am zweiten Verhandlungstag eine Erklärung und übergab sie anschließend an die Prozessbeteiligten. Inhaltlich räumte Sch. damit ein, seine Mutter im Januar getötet zu haben.

Max-Ludwig Sch. räumt nach eigener Einlassung nunmehr ein, seine Mutter, die zuletzt nur noch über ihr Leben gestöhnt und gejammert haben soll, mit einem Hammer erschlagen zu haben. Bei der Tat, so der 19-Jährige, soll er unter massivem Drogeneinfluss gestanden haben. Ob und inwieweit dieser Fakt bei der späteren Strafzumessung womöglich eine mildernde Rolle spielt, bleibt abzuwarten.

Im Kern ging es beim zweiten und dritten Verhandlungstag vor der Jugendstrafkammer des Landgerichts darum, mithilfe von Zeugen die persönliche Lebenssituation des späteren Opfers zu beleuchten. Entscheidend dabei: Hatte die Mutter mit Blick auf ihre Situation tatsächlich Selbstmordgedanken oder gar in Richtung ihres Sohnes Todeswünsche formuliert?

Tötung auf Verlangen?

Davon hatte der 19-Jährige unmittelbar nach seiner Festnahme berichtet und zunächst die Möglichkeit der Tötung auf Verlangen ins Spiel gebracht. Ein Fakt, den er zum Prozessauftakt zurückzog. Mit der jetzigen Erklärung dürfte eine Verurteilung zumindest wegen des angeklagten Totschlags realistisch sein.

Sch. war der Polizei am 11. März eher zufällig ins Netz gegangen, nachdem er zu nächtlicher Stunde als Autofahrer einer Routinekontrolle unterzogen werden sollte. Der 19-Jährige flüchtete, lieferte sich mit der Polizei eine wilde Verfolgungsjagd und verunglückte schließlich im Bördekreis. Da im Auto Drogen gefunden wurden und die Polizei von gewerbsmäßigem Handel ausging, wurden Stunden später die Wohnung durchsucht und jene grausige Entdeckung gemacht. Die Tote soll schon im Januar getötet worden sein.