Halberstadt l Mehr Flexibilität für die insgesamt 17 Kindertagesstätten in städtischer Regie in Halberstadt: Mit diesem Ansinnen war Daniel Szarata, seines Zeichens CDU/EWG-Fraktionschef und ab Januar Oberbürgermeister in Halberstadt, Ende vorigen Jahres im Stadtrat vorgeprescht. Man möge doch, so sein Antrag, den jeweiligen Kitas bei der Entscheidung über die Schließzeiten, mehr Eigenverantwortung lassen. Konkret: Jede Kita sollte komplett eigenverantwortlich über zehn Schließtage pro Jahr entscheiden können.

Eltern schieben grundsätzliche Debatte an

Mit seinem Vorstoß schob Szarata eine Debatte an, die seitens der Stadtverwaltung genutzt wurde, um das Meinungsbild sowohl in den Kitas als auch in der Elternschaft „transparent und objektiv zu ergründen“, wie Thomas Fahldieck, zuständiger Abteilungsleiter für Bildung, Jugend und Sport im Rathaus, betont. Und dabei, so Fahldieck, habe sich ein klares Meinungsbild herauskristallisiert.

Wobei die über Monate hinweg geführte Debatte aus Szaratas Sicht auf Wunsch von Eltern angeschoben worden ist. „Die sind auf mich zugekommen und haben hinterfragt, warum es bei Kitas in städtischer Trägerschaft überhaupt Schließzeiten gibt, bei Kitas in anderer Trägerschaft aber zuweilen nicht“, so der Kommunalpolitiker. Er habe das Thema daraufhin in den Stadtrat getragen. Dessen Mitglieder verwiesen es Ende 2019 in die Ausschüsse und schoben so letztlich Befragung und Meinungsfindung in den städtischen Kitas an.

Fahldieck indes sieht keinen Anlass, an der bisherigen Regelung überhaupt zu rütteln. Das Verfahren, jeweils die Hälfte der städtischen Kitas in den ersten beiden Ferienwochen sowie die andere Hälfte in den Ferienwochen vier und fünf zu schließen, habe sich in den vergangenen 25 Jahren bewährt. Und: Weil die jeweiligen Kitas Jahr für Jahr zwischen den beiden Blöcken wechseln, gebe es für alle Beteiligten auch beim Urlaub langfristige Planbarkeit.

Dieses Prozedere, so der zuständige Abteilungsleiter im Rathaus, verschaffe auch den Kita-Leitern Planbarkeit. Beim Personal ebenso wie bei der Kinderbetreuung. „Deshalb spricht aus unserer Sicht auch alles für ein Festhalten an der bisherigen Regelung“, sagt Fahldieck.