Schülerwettbewerb

Halberstädter Gymnasiasten mit cleverer Geschäftsidee

Mit einer pfiffigen Geschäftsidee allein ist es nicht getan. Das und einiges mehr lernen Schüler beim Wettbewerb futurego Sachsen-Anhalt, bei dem zwei Halberstädter die Chance auf den Sieg haben.

Von Sabine Scholz
Celina Delgado und Leonard Benser vom Halberstädter Käthe-Kollwitz-Gymnasium sind mit ihrer Geschäftsidee "Young Artists" unter den besten fünf Teams des Landesschülerwettbewerbs futurego.
Celina Delgado und Leonard Benser vom Halberstädter Käthe-Kollwitz-Gymnasium sind mit ihrer Geschäftsidee "Young Artists" unter den besten fünf Teams des Landesschülerwettbewerbs futurego. Foto: Sabine Scholz

Halberstadt - Es geht um viel. Zum einen, um einen Platz auf dem Siegertreppchen. Zum anderen um den Publikumspreis. „Bis zum Sonntag kann man noch auf Instagram abstimmen“, sagt Celina Delgado und Leonard Benser fügt an: „Unser Team heißt Company of future.“

Die beiden Jugendlichen besuchen die Klasse 10b des Käthe-Kollwitz-Gymnasiums und haben wie alle Klassenkameraden im Rahmen des Wirtschaftsunterrichts ihre Projekte beim Landeswettbewerb futurego eingereicht. Die beiden sind Banknachbarn, arbeiten gut zusammen und wissen, dass sie sich aufeinander verlassen können. Was besonders unter den Coronabedingungen der vergangenen Monate wichtig war, in denen jeder seinen Teil der Aufgabe selbstständig erledigen musste und Fragen höchstens im Videochat geklärt werden konnten.

Eigenes Hobby liefert die Idee

Da die beiden Zehntklässler auch junge Musiker sind – Celina spielt sehr erfolgreich Klavier, Leonard spielt Geige. Die Erfahrung als Musikschüler verbindet und war auch Grundlage beim gemeinsamen Überlegen, welche Geschäftsidee Potenzial hat, erfolgreich zu sein. Und weil beide auch musikalisch unterwegs sind, war die Idee rasch gefunden. „Young Artists“ nennt sich ihr Konzept.

„Wir sind darauf gekommen, weil man ja immer auf der Suche ist, wie man sein Taschengeld aufbessern kann“, berichtet Leonard. Weshalb ihre Idee sich an junge Künstler im Alter von zwölf bis 25 wendet. „Wir mussten ja nicht nur ein zweiseitiges Konzeptpapier abgeben, sondern auch einen Prototypen. Also haben wir eine Internetseite entwickelt. Das war ganz schon viel Arbeit“, gibt Celina zu. Beide sind überzeugt, dass ihre Idee wirtschaftlich umsetzbar ist, aber das wäre ein Vollzeitjob, den die Gymnasiasten nicht leisten können, rechtlich auch noch gar nicht dürften – und nicht wollen. „Ich spiele noch Fußball beim VfB Germania“, sagt Leonard. Dazu kommt, dass im nächsten Schuljahr die Abiturphase beginnt.

Unter den Top-Five

Aber dass sie mit ihrer Idee unter den besten fünf Teams des landesweiten Wettbewerbs landen, freut die beiden Zehntklässler sehr. Wobei Leonard darauf hinweist, dass das Käthe-Kollwitz-Gymnasium mit seinen Beiträgen eigentlich immer unter den 15 besten Teams des Landes landet. „Das ist für unsere Schule ja auch ein toller Erfolg.“

Was aber steckt nun hinter „Young Artists“? Junge Künstler – egal, ob Musiker, Kabarettist, Poetry Slamer, Zauberer – melden sich bei der Website an, es gibt ein persönliches Gespräch, werden sie Mitglied, zahlen sie eine einmalige Aufnahmegebühr und das Team hinter „Young Artists“ vermittelt Auftritte. „In Seniorenheimen, Kindereinrichtungen, bei Vereinsfeiern, die Palette ist groß“, sagt Celina Delgado. Diejenigen, die einen Auftritt buchen, zahlen eine Gage an den Künstler und von dieser einen Anteil an das Vermittlerteam. „Wobei wir die Idee haben, durch Sponsorensuche Geld einzuwerben, das dann auf die Partner, die die jungen Künstler buchen, verteilt wird, sodass auch diese finanziell etwas entlastet werden.“

Die Firmenidee werde er im Hinterkopf behalten, sagt Leonard, vielleicht wird sie ja mal Realität. Aber vorher, so hoffen beide, stimmen ganz viele Menschen aus der Region auf Instragram bei futurego Sachsen-Anhalt für die „Company of future“. Das Dienstagnachmittag diese Möglichkeit von den Veranstaltern abgebrochen wurde, konnten sie zum Gesprächszeitpunkt am Vormittag noch nicht wissen. Laut Information von futurego gab es wohl Unregelmäßigkeiten, die einen fairen Wettstreit um den Publikumspreis infrage stellten.