Hessendamm l Zwischen Mattierzoll und Hessen befindet sich der alte Wohnplatz Hessendamm, der zu Veltheim gehört. Bezeugt sind ein Damm und eine Zollstelle in Urkunden von 1362 bis 1365.

Um die Anlegung eines dem halberstädtischen Hause Hornburg zuständigen Zollhauses „Vff dem tamhme zu Hessen“ stritten im Jahre 1534 das Bistum Halberstadt und Herzogtum Braunschweig. Dieses gestand 1535 die Erbauung zu. Der Damm mit Graben sollte, soweit halberstädtisch, wie früher vom Bistum in Besserung gehalten werden.

Aus dem Jahre 1677 ist mir bekannt, dass die „Rokelschen Einwohner jährlich etliche Fuhren, wozu begehret werden, thun müssen, ...“ In den Jahren davor brachten die Roklumer Bauern „400 Fuder Steine vom Oesel Berge“ auf diesen Damm.

Eine kurze Erinnerung: Roklum und Hornburg gehörten früher zum Kreis Halberstadt und wechselten am 1. August 1941 vom Landkreis Wernigerode in den Landkreis Wolfenbüttel. „Im Jahr 1926 oder 1927 kam mein Großvater Martin Simon von Mattierzoll nach Hessendamm und übernahm einen Getreide-, Futter- und Düngemittelhandel“, berichtete Elke Burkardt, die hier mit ihrem Mann Frank und Tochter Elke Witt wohnt. An der großen Lagerhalle befindet sich eine alte Balkeninschrift, die auf den „königlich preußische Oberamtmann (OBER-AMBTMAN)“ hinweist, der dieses Gebäude aufbauen („MICH AUFBAUEN ANNO“) ließ. Erkennbar vom Namen ist noch MAEUS. Dann folgt eine kaum lesbare Jahreszahl. Bei ihren Forschungen über Hornburger Amtmänner entdeckte Stadtheimatpflegerin Dr. Sibylle Heise den Namen des Hornburger Amtmannes, der die große Scheune in Hessendamm erbauen ließ.

„Der Amtmann hieß Christoph Sigmund Timaeus“, informierte mich vor wenigen Tagen meine Heimatpfleger-Kollegin aus Hornburg, die seit 2000 in dieser Eigenschaft tätig ist und mit mir gut zusammenarbeitet. Ich bekleide seit 1974 dieses Ehrenamt in Roklum. „Timaeus ist als Hornburger Amtmann von 1719 bis 1727 aktenkundig“, ergänzte die Stadtheimatpflegerin ihre Forschungsergebnisse. Als Jahreszahl wurde in der Vergangenheit 1777 oder 1747 angenommen. Ich vermutete als Baujahr der großen Scheune 1727 und setzte mich mit meiner Kollegin in Hornburg erneut in Verbindung.

Sibylle Heise blätterte nach und fand auf das Jahr 1747 bezogen den aktenkundigen „Amtmann Behrens“ heraus. Wir sind beide sicher, dass die Jahreszahl auf das Baujahr 1727 hinweist. In der von Timaeus erbauten großen Scheune haben vermutlich Veltheimer Abgaben gelegen.