Halberstadt l Im Katzenhaus Halberstadt wurden zwei angeschossene Katzen abgegeben, die weitere schwere Verletzungen aufweisen. „Bei einem Tier fehlt an einem hinteren Lauf die Pfote. Wir vermuten, dass sie von einer aufgestellten ­Todesfalle abgeschlagen wurde“, informiert Waltraud Hammer, Vorsitzende des Tierschutzvereins Halberstadt.

Eine Katze, von den Mitarbeitern des Katzenhauses Halberstadt auf den Namen Püppi getauft, wurde nicht nur in den Rücken geschossen. Das Becken des Tieres war gebrochen. „Zum Glück brachten die Menschen, die Püppi fanden, sie sofort zum Tierarzt, der die Kugel entfernte und den Bruch behandelte“, berichtet Waltraud Hammer. Die Katze sei an der B 81 aus Richtung Magdeburg vor den Toren Halberstadts entdeckt worden.

Pfote fehlt

Die zweite Samtpfote, die Rosa genannt wird, wurde in einem Dorf zusammen mit vier kleinen Welpen von Mitarbeitern des Katzen­hauses abgeholt. Drei der Welpen überlebten nicht, der vierte wird in einer Pflegefamilie aus Quedlinburg mit der Flasche aufgezogen. „Rosa nahm ihre Welpen nicht an, sie hatte eine Kugel in der Stirn“, so Waltraud Hammer. Außerdem fehlte an einem hinteren Lauf die Pfote. Die wurde dem Tier aller Wahrscheinlichkeit nach von einer Falle abgeschlagen.

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Detlev Köcheler, Mitarbeiter des Katzenhauses, hat eine Vermutung: „Die Katze sollte sterben. Erst versuchte man sie mit der Falle zu töten, als das nicht klappte, schoss man ihr brutal in den Kopf.“ In beiden Fällen stammen die Kugeln aus einem Luftgewehr, so der Tierschützer. Er ist erstaunt, dass die beiden Katzen trotz der schweren Misshandlungen ihre Zutraulichkeit zu Menschen nicht verloren haben. „Gerade Rosa muss nicht lange gebeten werden. Sie kommt sofort, um Streicheleinheiten in Empfang zu nehmen.“

Gefängnisstrafe

Mit solch brutalen Fällen von Tierquälerei beziehungsweise -misshandlung habe der Tierschutzverein Halberstadt selten zu tun. „Wir sind entsetzt über die brutalen Menschen, die Lust am Töten von Tieren haben. Leider kennen wir die Täter nicht, die für ihre erbärmlichen Taten mit bis zu drei Jahren Gefängnis bestraft werden können“, sagt Waltraud Hammer. Tierfreunde hätten für die Behandlung und Pflege der beiden Schützlinge 2000 Euro gespendet. „Dafür herzlichen Dank“, sagt Waltraud Hammer.

Bei beiden Katzen sind die schweren Verletzungen dank der schnellen Operationen und der Pflege im Katzenhaus gut verheilt, betont die Chefin des Tierschutzvereins Halberstadt. Püppi und Rosa seien sehr menschenbezogen und verschmust. Rosa sei trotz ihrer Behinderung mobil, klettert allein in die Box. „Sie zeigt, dass sie sich trotz ­ihres Beinstumpfs wie eine gesunde Katzen bewegen kann.“

Neues Zuhause

Für die fast zweijährige Rosa und die einjährige Püppi suchen die Tierschützer derzeit ein neues Zuhause. In einer großen Wohnung mit geschütztem Balkon oder einem Haus mit gesichertem Garten wären sie gut aufgehoben. Interessenten könnten sich jederzeit im ­Katzenhaus des Tierschutzvereins auf dem Gelände des Tiergartens in den Spiegelsbergen Halberstadts melden.