Halberstadt l Das Hochwasser ist zwar weg, doch die Verwüstungen, die es hinterlassen hat, sind noch zu sehen. In der Halberstädter Pfeffermühle zum Beispiel, wo Haus und Grundstück von Ute Scheffler meterhoch unter Wasser standen. Unter anderem dort machte am Dienstag Sachsen-Anhalts Umweltministerin Claudia Dalbert (Grüne) Station. Sie war, wie bereits am Sonnabend Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU), im Harz unterwegs, um die von den Fluten in Mitleidenschaft gezogenen Gebiete zu besichtigen.

Die wichtigste Erkenntnis der Ministerin, nachdem sie neben Halbestadt auch Sil­stedt und Ilsenburg besucht hatte. „Ich musste feststellen, dass wir neue hydrologische Erkenntnisse haben.“ Im Klartext: Obwohl an vielen Stellen im Harz der Hochwasserschutz funktioniert, ist er immer noch nicht ausreichend. Zumindest nicht, wenn in kürzester Zeit derartig große Regenmengen auf ein relativ kleines Gebiet niederprasseln, wie es in der vergangenen Woche geschehen ist.

Nicht mit solchen Folgen gerechnet

Niemand habe mit derartigen Folgen gerechnet, sagte Christoph Ertl, der unter anderem für Halberstadt zuständige Flussbereichsleiter des Landesamtes für Hochwasserschutz und Wasserwirtschaft (LWH). Die Lage müsse nun analysiert werden. Um Abhilfe zu schaffen, „reichen manchmal kleine Maßnahmen“.

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Darauf müsste nun die Hochwasserplanung der Kommunen regieren, sagte Dalbert. Neue Projekte werden vom Land mit bis zu 80 Prozent gefördert, „wir lassen die Kommunen nicht alleine“.

Immense Schäden

Ute Scheffler hat davon wenig. Binnen weniger Minuten hat der Goldbach in der Pfeffermühle immense Schäden angerichtet. Unter anderem wurde eine eben erst fertig sanierte Wohnung verwüstet, ebenso die Heizungsanlage. Versichert ist Ute Scheffler nicht: „Die Versicherung hat uns abgelehnt“, sagte sie zur Ministerin – die ihr da allerdings auch nicht weiterhelfen konnte.

Möglicherweise aber die Stadt. Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) sagte im Anschluss an den Ministerbesuch, dass die Rathausspitze heute über mögliche Soforthilfen für vom Hochwasser betroffene Menschen beraten werde.