Letzte Gemeinderatssitzung in gewohnter Besetzung

Huy-Bürgermeister Thomas Krüger zieht weiter

Mit dem heutigen Tag beginnt eine neue Ära in der Gemeinde Huy - Bürgermeister Thomas Krüger (CDU) geht in den Landtag von Sachsen-Anhalt. Zur Gemeinderatssitzung hat er sich verabschiedet.

Von Ramona Adelsberger
Für Bürgermeister Thomas Krüger (l.), hier mit dem Eilenstedter Ortsbürgermeister Michael Richter (parteilos)  im Freibad, beginnt mit dem heutigen Tag ein neues Kapitel. Er sitzt nun im Landtag.
Für Bürgermeister Thomas Krüger (l.), hier mit dem Eilenstedter Ortsbürgermeister Michael Richter (parteilos) im Freibad, beginnt mit dem heutigen Tag ein neues Kapitel. Er sitzt nun im Landtag. Foto: Adelsberger

Dingelstedt - Ausgerechnet zeitgleich zum Achtelfinale der Fußball-Europameisterschaft mit Deutschland fand auch diese Gemeinderatssitzung statt. Dass die Organisatoren von der Gemeinde diesem Fußball-Fakt Rechnung getragen und daher die Sitzung bereits früher angesetzt hatten, wurde nicht von allen Ratsmitgliedern wahrgenommen und so kamen einige zur gewohnten Zeit. Weil aber auch die gemeldete Uhrzeit in der Volksstimme nicht korrekt war, kamen auch Bürger etwas zu spät.

Zunächst stand diese Sitzung sogar ganz auf der Kippe, denn die Zahl der Ratsmitglieder war am Anfang so dürftig, dass die Anwesenden nicht beschlussfähig waren. Mit den drei Ratsmitgliedern, die dann etwas verspätet eintrafen, war dann jedoch die Beschlussfähigkeit hergestellt, so dass Klaus Moetefindt (CDU), der Vorsitzende des Gemeinderates, mit dem normalen Sitzungsverlauf beginnen konnte. 

Die Liste der Themen dieser Gemeinderatssitzung war lang. So hatten die Ratsmitglieder über eine ganze Reihe von Beschlussvorlagen zu Veränderungen in Bebauungsplänen und Flächenutzungsplänen zu entscheiden, die von der zuständigen Bearbeiterin Karin Birkholz gut vorbereitet waren und so genau erläutert wurden, dass sich keine Fragen ergeben haben und die Ratsmitglieder allen Vorlagen zustimmten.

Grünflächenpflege soll auf den Prüfstand

Weil die Ortschaften mit der Qualität der Pflege der Grünflächen, die bisher durch eine beauftragte Firma erledigt werden, nicht zufrieden sind, hat Maik Berger, SPD-Ortsbürgermeister von Aderstedt, einen Beschlussantrag eingebracht, der die Grünflächenpflege auf den Prüfstand hebt. Mehrheitlich mit zwei Enthaltungen haben die Ratsmitglieder nun beschlossen, dass die Gemeinde das betreffende Zahlenmaterial der letzten zehn Jahre vorlegen soll, um mit einer Kosten-Nutzen-Evalulierung die Grünflächenpflege neu zu bewerten und diese eventuell sogar wieder zum Bauhof und damit in die Hände der Gemeinde zurück zu geben.

Zum Hinweis von Ratsmitglied Michael Uiffinger (Linke), dass in diesem Zusammenhang unbedingt auch der Winterdienst betrachtet werden sollte, verweist Kämmerin Eileen Trumpf darauf, dass diese Aufgabe bereits in der Gemeindeverwaltung liegt und bearbeitet wird.

Beschluss zum Reitplatz Eilenstedt

Ein nächstes Thema war der Reitplatz von Eilenstedt, den der Reit-und Fahrverein auf dem ehemaligen Verladebahnhof von Eilenstedt bauen möchte, um wieder die Möglichkeit zu haben, Turniere nach internationalen Standards ausrichten zu können. Dazu gibt es nun einen Vorentwurf des Bebauungsplanes, der nach dem Baugesetz für die Dauer eines Monats öffentlich auszulegen ist. Diese sogenannte frühzeitige Beteiligung der Öffentlichkeit erfolgt ortsüblich im Amtsblatt der Gemeinde Huy. Für diesen Reitplatz muss der Flächennutzungsplan verändert werden. Bisher ist das Plangebiet als „Fläche zur Umgrenzung für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ ausgewiesen. Künftig ist die Festsetzung eines Sondergebietes mit der Zweckbestimmung „Reitplatz“ erforderlich. Mit zwei Enthaltungen wurde dieser Beschluss mehrheitlich gefasst.

Im Focus dieser Sitzung des Huy-Gemeinderates aber stand der Fakt, dass dies die allerletzte Zusammenkunft der Gemeinderäte in der Ära des Bürgermeisters Thomas Krüger (CDU) war. Denn bereits ab dem heutigen 1. Juli ist Krüger ein direkt gewähltes Mitglied des Landtages von Sachsen-Anhalt. „Ich lege die Geschäfte in die Hände meiner bisherigen Stellvertreterin und Vertrauten Eileen Trumpf und weiß die Gemeinde bei ihr gut aufgehoben“, so Krüger. Daher verlasse er die Gemeindeverwaltung mit gutem Gewissen.

„Als ich als Bürgermeister angetreten bin, hatte ich viel mehr vor, als ich letztendlich umsetzen konnte.“ Allzu oft habe er sich als Insolvenzverwalter gefühlt, dem die Hände gebunden waren. So sind einige Straßen in keinem guten Zustand und auch die Ordnung und Sauberkeit in der Gemeinde ist nicht zufriedenstellend. Wenn er zurück blicke, sehe er aber beispielsweise, dass die beiden Grundschulstandorte gesichert sind und dass den Huy-Radweg noch nicht abgeschlossen ist und in Zukunft alle Ortschaften verbinden soll.

Thomas Krüger bedankte sich bei den Gemeinderäten und bei den Mitarbeitern der Gemeindeverwaltung. Er will sich nun von Magdeburg aus dafür einsetzen, dass die Bedingungen für die kleinen ländlichen Gemeinden einfacher werden. „Ich bin im übrigen als Huy-Neinstedter immer noch ein Teil dieser Gemeinde.“

Neuwahl findet am 26. September statt

Auf der Tagesordnung standen auch einige Punkte, um die Weichen für die Neuwahl des Bürgermeisters zu stellen, der in der Amtssprache Hauptverwaltungsbeamter heißt. So hat der Gemeinderat beschlossen, die Wahl des neuen Hauptverwaltungsbeamten auf Sonntag, 26. September, festzulegen, zusammen mit der Wahl zum 20. Deutschen Bundestag. Falls es zur Stichwahl kommt, wird diese am Sonntag, 17. Oktober, stattfinden. Und auch die Bewerbungsfrist wurde beschlossen. Sie beginnt am Dienstag, 20. Juli, und endet am Montag, 30. August. Die Stellenausschreibung wird am Montag, 19. Juli, veröffentlicht.