Dardesheim l Die Afrikanische Schweinepest (ASP) hält die Jäger in Atem. Das wurde bei der Jahreshauptversammlung der Jägerschaft Halberstadt in Dardesheim besonders deutlich. Jörg Matthies, Vorsitzender der Jägerschaft Halberstadt, wies aber darauf hin, dass zum gegenwärtigen Zeitpunkt keine Gefahr für die Menschen durch die ASP besteht. Wildfleisch kann unbedenklich verzehrt werden, so seine Botschaft.

Landrat würdigt Engagement

Auch Landrat Martin Skiebe (CDU) nannte die ASP eine große Herausforderung für die Jäger und den gesamten Landkreis. „Wir können nur gemeinsam erfolgreich sein, wenn wir eng zusammenarbeiten und uns auf die Fachargumente bei der ASP stützen“, führte Skiebe aus. Eine der nächsten großen Aufgaben für die Gesellschaft wird weiterhin darin bestehen, junge Menschen für die Jagd und ihr Brauchtum zu begeistern, so der Landrat weiter. Schließlich seien die Jäger diejenigen, die aktiven Naturschutz in der Natur betreiben!“, würdigte der Landrat das Engagement der Jäger.

Wildschweinbestand wurde deutlich reduziert

Der CDU-Landtagsabgeordnete Bernhard Daldrup nannte die deutliche Reduzierung des Wildschweinbestandes als ein wichtiges Resultat der Arbeit. So wurden im Kreisgebiet im zurückliegendem Jahr 5500 Stück erlegt, das sind rund 1000 Wildschweine mehr als im Jahr 2016. Zur Reduzierung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest sollte es eine Abschussprämie bei Wildschweinen als Anreiz für den Jäger geben, so der Landtagsabgeordnete.

Sehr ausführlich ging Christiane Sapandowski vom Veterinäramt des Landkreises auf die Afrikanische Schweinepest ein. In ihrem Bericht zur Auswertung von Wilduntersuchungen zeigte sie auf, dass die ASP bei allen betrachteten Schweinearten (Hausschwein, Wildschwein) nicht festgestellt werden konnte. „Die erwartete explosionsartige Ausbreitung ist ausgeblieben“, so Sapandowski. „Die Frage sei nur, wann werden wir damit konfrontiert?“ Sie gab den Jägern wichtige Informationen und Hinweise zum Umgang und zur Früherkennung der ASP. Nach wie vor ist der Wildbestand frei von Tollwut, so eine positive Nachricht aus dem ­Veterinäramt des Landkreises.

Jüngeren Menschen Brauchtum vorleben

Frank Kettner sieht das Brauchtum in der Jägerschaft im Argen liegen. „Wir müssen auch nach außen hin zeigen, dass wir Jäger sind und den jüngeren den Brauch vorleben“, so seine Forderung. Hoffnung sieht er bei Silas und Magnus Graubach sowie Finn Mnich, die sich als Jungjäger bewähren beziehungsweise bei den Jagdhornbläsern aktiv sind. Seine Forderung an die versammelte Jägerschaft: „Sorgt für den Nachwuchs“, sorgte für Heiterkeit im Saal, war aber durchaus ernst gemeint.

Das Wildunfallgeschehen im Harz, personelle Veränderungen und die Berichte der Obleute waren weitere Schwerpunkte der Jagdversammlung. In der Jägerschaft Halberstadt sind gegenwärtig 257 Mitglieder organisiert, berichtete Vorsitzender Jörg Matthies. Das Durchschnittsalter liegt bei 55 Jahren. Sieben Jungjäger sind aus dem Einzugsgebiet im Lehrgang und werden für eine Verjüngung sorgen, so der Redner. Mit einem Jägerball im Februar 2019 soll der Zusammenhalt und das Brauchtum der Jägerschaft weiter gefördert werden.

Mit Wahlen und Ehrungen wurde die Jahreshauptversammlung beendet. In der Pause der Versammlung hatten die Jäger bereits ausgiebig die Möglichkeit genutzt, sich die Hegeschau anzusehen und dabei Erfahrungen auszutauschen und Tipps zur Weiterbildung zu geben.