Pferdesportverein Dedeleben überzeugt als Gastgeber

Kreismeisterschaft im Voltigieren am Großen Bruch

Zum ersten Mal hat der Pferdesportverein Großes Bruch eine Kreismeisterschaft im Voltigieren ausgerichtet und sich als würdiger und umsichtiger Gastgeber gezeigt.

Von Ramona Adelsberger
?Grünschnäbel" heißen die Jüngsten im Pferdesport. Hier nach der Siegerehrung (v. l.) Leni, Michel, Ida, Miri und Lotte. Die Kleinen haben Mut bewiesen und ihre Kunststücke auf dem Rücken von  Dolomit geturnt. Dafür gab es viel Applaus.
?Grünschnäbel" heißen die Jüngsten im Pferdesport. Hier nach der Siegerehrung (v. l.) Leni, Michel, Ida, Miri und Lotte. Die Kleinen haben Mut bewiesen und ihre Kunststücke auf dem Rücken von Dolomit geturnt. Dafür gab es viel Applaus. Fotos (4): Ramona Adelsberger

Dedeleben - Die kleine Leni ist gerade drei Jahre alt geworden und scheint auf den ersten Blick gerade den Windeln entwachsen zu sein. Doch die kleine Dedelebenerin hat großen Mut bewiesen und sich als jüngste Teilnehmerin bei den Kreismeisterschaften im Voltigieren auf einen echten Pferderücken gewagt und sich den strengen Blicken der Kampfrichterin Hannah Moderow gestellt. Leni ist gemeinsam mit ihrer Mannschaftskameradin Lotte ein Mitglied im Pferdesportverein Dedeleben, der als Gastgeber diesen Wettbewerb ausgerichtet hat. Leni und Lotte sind in der Kategorie Grünschnäbel gestartet und sind auf Dolomit geritten, der auch die Eilenstedter Grünschnäbel Miri, Ida und Michel getragen hat.

Dolomit wiederum gehört zum Reit- und Fahrverein Eilenstedt und hier zeigt sich, das gute Verhältnis der Dedelebener und Eilenstedter. Das wurde im Laufe des Wettbewerbes später noch deutlicher, als in der Kategorie der Gruppe „Schritt-Schritt“ sogar eine gemischte Gruppe von Sportlerinnen aus Dedeleben und Eilenstedt gemeinsam angetreten ist mit Madlin Sacher, Emily Schütze, Pia Götz, Freya Wustlich, Sabine Meyer und Jette Meinke.

Als Longenführerin hatte Sabine Bothe vom Reit- und Fahrverein Eilenstedt ihre Pferde Waldfee und Dolomit, aber auch den Dedelebener Voltigierschimmel Denis jederzeit fest im Griff. Geduldig zogen sie ihre Kreise.

Nicht jedes Pferd eignet sich zum Voltigieren

Dass das aber keineswegs selbstverständlich ist, zeigte sich beim Börnecker Pferd Claudius, das auffallend nervös war. Vor der Prüfung bat Hallensprecherin Andrea Merten daher auch die zahlreichen Zuschauer, nicht zu applaudieren. Doch auch das nützte wenig. Bei der Paradedisziplin von Reiterin Claudia Bittner aus Börnecke, der Einzelprüfung im Galopp, konnte sie zwar noch mühelos auf Claudius aufspringen. Dann hatte er aber keine Lust mehr und buckelte sogar, so dass diese Prüfung abgebrochen werden musste. Claudia Bittner nahm es sportlich und sagte: „Aus Claudius wird wohl kein Voltigierpferd mehr.“

Die Unlust von Claudius aber war wiederum Glück für Konkurrentin Pia Götz aus Eilenstedt, die ihre Kunststücke auf der galoppierenden Waldfee fehlerfrei absolvierte und sich damit den Kreismeistertitel sicherte.

Ansonsten blieben die Sportlerinnen und Sportler aus dem Huy und aus Börnecke unter sich. „Die anderen Mannschaften haben abgesagt, mit der Begründung, dass sie wegen Corona lange nicht trainieren konnten“, erklärt Axel Heine, der Vorsitzende des Pferdesportvereins Großes Bruch Dedeleben. So richtiges Verständnis habe er dafür allerdings nicht, schließlich sei es allen Mannschaften so ergangen.

Ohnehin hat sich in Dedeleben erst vor wenigen Wochen unter der Regie von Sabine Bothe eine neue Voltigiermannschaft gefunden (die Volksstimme berichtete). „Dafür, dass wir erst seit kurzer Zeit trainieren, sind wir mit unserer Leistung sehr zufrieden“, erklärt Reiterin Sabine Meier, die sich sogar als „Großmutter“ auf das Pferd gewagt und dem Wettkampf gestellt hat, in einer Mannschaft mit Tochter Madlin Sacher, die sich am Ende über den vierten Platz in der Einzelwertung Schritt-Schritt gefreut hat. Enkel Daymion ist bei den Newcomern (bis zehn Jahre) gestartet, als einer von insgesamt nur zwei Jungen, denn Voltigieren scheint in erster Linie ein Mädchensport zu sein.

Voltigieren gilt als Einstieg in den Pferdesport

In seiner Eröffnungsrede hoch zu Ross ging Axel Heine auf die Bedeutung des Voltigierens ein, das unterschätzt wird. „Voltigieren gilt als Einstieg für den Pferdesport, das dürfen wir nicht unterschätzen.“ Er fordere mehr Unterstützung für die Vereine, die sich diesem Sport widmen. Noch sei die Voltigierlandschaft im Kreis viel zu klein.

Bei den Vorbereitungen dieses Turniers konnte sich Heine auf seine Vereinsmitglieder und Helfer verlassen, bei denen er sich bedankt. Von der Versorgung mit Speisen und Getränken, über die Einweisung auf die Parkflächen bis hin zum Beseitigen der Hinterlassenschaften der Pferde, alles hat gut funktioniert.

Kategorie Holzpferd - hier buckelt keiner

Der zweite Teil der Meisterschaft stand dann ganz im Zeichen des Holzpferdes. Diese Kategorie wurde vor Jahren mal im Kreis eingeführt, um den Vereinen, die kein Voltigierpferd besitzen, die Möglichkeit zu geben, sich zu messen. Der große Vorteil: Ein Holzpferd buckelt nicht und hält auch sonst still.