Gedenktafel an einem alten Gebäude enthüllt

Leben im Pfarrhaus

Von Sandra Reulecke 13.06.2012, 05:22

Werner Läwen hat vor 15 Jahren das alte Pfarrhaus in Eilenstedt übernommen und schuf aus dem leerstehenden Gebäude einen Wohn- und Lebensraum für sieben Familien. Das Anwesen ging nun in den Besitz der Pfarrhausstiftung Harz über.

Eilenstedt l Das alte Pfarrhaus in Eilenstedt ist um 1610 erbaut worden. Es ist der kulturelle Mittelpunkt des Ortes gewesen, doch im Laufe der Zeit verlor es an Bedeutung und verfiel. Vor 15 Jahren ging es, wie die ebenfalls verfallene Remise aus dem Jahr 1860 in den Besitz des früheren Superintendenten von Halberstadt, Dr. Werner Läwen, über.

Er ließ die Häuser für rund 500000 Euro sanieren und schuf so sieben Wohnungen für Familien. Jedem der Mieter steht außerdem Gartenland auf dem gut 5000 Quadratmeter großen Grundstück zur Verfügung. Seit dem Umbau 1998/1999 sind die Häuser durchgehend von 15 bis 20 Mietern bewohnt. "Wir können uns freuen, dass ein architektonisches Denkmal Eilenstedts erhalten geblieben ist. War das Pfarrhaus früher kultureller Mittelpunkt, so ist es heute Ruhepol für Familien, mit und auch ohne Kinder", betonte Werner Läwen. Das bestätigt auch Barbara Brasche: "¿Ich fühle mich sehr wohl hier, wir kümmern uns umeinander." Die 68-Jährige wohnt seit zwei Jahren im alten Pfarrhaus.

"War das Pfarrhaus früher kultureller Mittelpunkt, so ist es heute Ruhepol für Familien."

Dr. Werner Läwen

Nach 15 Jahren übergab Läwen den Komplex nun in den Besitz der 2003 gegründeten Pfarrhausstiftung Harz, deren Vorsitzender er ist. Läwen: "Damit soll die langfristige Pflege der Häuser gesichert werden. Für die Mieter ändert sich nichts." Aus diesem Anlass enthüllte Läwen gestern in einer Feierstunde eine Gedenktafel an der Außenmauer des Grundstücks. Sie soll an die lange, wechselvolle Geschichte des Bauwerks und seinen zukünftigen Erhalt erinnern.

"Wir sind zuversichtlich, dass die Schönheit des Pfarrhauses dauerhaft erhalten bleibt."

Volker Sander, Ortsbürgermeister

Neben den Bewohnern und Vertretern der Pfarrhausstiftung nahm auch die Superintendentin Halberstadts, Angelika Zädow, an der Enthüllung teil. "Gebäude erzählen nicht nur die Geschichte des Ortes und ihrer Zeit, sondern auch die der Menschen, die sie bewohnen. Wir sind der Stiftung deshalb dankbar, dass das Haus auch zukünftig gesichert ist", betonte sie. "Wir sind zuversichtlich, dass die Schönheit des Pfarrhauses dauerhaft erhalten bleibt und es mit Leben erfüllt wird", bestätigte Volker Sander, der Ortsbürgermeister Eilenstedts.