Corona

Mangelnder Corona-Impfstoff bleibt Hauptproblem für Harzer Impfzentrum

Trotz Wegfalls der Priorisierung ab Montag müssen Impfwillige im Harzkreis sich um Termin kümmern. Es wird keinen Einlass ohne Vorab-Registrierung geben. Was den Leiter des Impfzentrums ärgert.

Von Dennis Lotzmann
Karsten Fischer leitet das Kreis-Impfzentrum Harz in Quedlinburg. Er bittet ? trotz Wegfalls der Impfpriorisierung ? die Harzer weiter um Verständnis und Geduld, weil der Impfstoff knapp bleibt.
Karsten Fischer leitet das Kreis-Impfzentrum Harz in Quedlinburg. Er bittet ? trotz Wegfalls der Impfpriorisierung ? die Harzer weiter um Verständnis und Geduld, weil der Impfstoff knapp bleibt. Foto: Kreisverwaltung

Harzkreis/Quedlinburg - Mit Blick auf den bundesweiten Wegfall der Corona-Impfpriorisierung ab kommendem Montag, 7. Juni, warnt Karsten Fischer als Chef des Kreis-Impfzentrums vor übertriebenen Erwartungen: „Auch wenn sich ab Montag jeder uneingeschränkt vom Alter um einen Impftermin bemühen kann, bleibt das Grundproblem des mangelnden Impfstoffs weiter bestehen“, so der 41-Jährige. Daher gelte das bisherige Grundprinzip weiterhin: Einlass ins Kreis-Impfzentrum in Quedlinburg sowie in eines der angeschlossenen Impfzentren in den Städten und Gemeinden erhalte nur, wer dort vorab einen Termin gebucht habe.

Das, so Fischer weiter, könne über die bekannte Termin-Hotline 116 117 ebenso erfolgen wie über die Internetplattform www.impfterminservice.de. Zudem gebe es auf lokaler Ebene in den Kommunen die Möglichkeit, sich in den jeweiligen Rathäusern um einen Termin zu bemühen.

In Wernigerode werde dies beispielsweise so praktiziert. Bürger mit Terminwunsch landeten dort direkt im Einwohnermeldeamt, wo mithilfe der hinterlegten Meldedaten zunächst grundsätzlich überprüft werde, ob der Impfwillige mit Erst- oder Zweitwohnsitz im Stadtgebiet registriert sei. „Da wir Impftourismus generell einschränken wollen, ist klar, dass Termine in den Kommunen nur an Bürger aus den jeweiligen Kommunen vergeben werden.“

Nur rund 500 Impfungen pro Tag bislang

Gleichwohl bleibe trotz des Wegfalls der Priorisierung der immer noch nicht ausreichend vorhandene Impfstoff der Flaschenhals im System, skizziert Fischer das Dilemma. „Allein dadurch ist unser Engagement begrenzt, können wir im Impfzentrum immer noch nicht mit Vollgas fahren.“ Im Schnitt würden in Quedlinburg täglich rund 500 Menschen geimpft. Allerdings schwankten die Zahlen in Abhängigkeit von den Impfstofflieferungen.

Mit Blick auf kommenden Montag hofft Fischer auf Verständnis und Akzeptanz in der Bevölkerung. Bislang seien die Harzer immer verständnisvoll geblieben – „ich setze weiterhin darauf“, so der Chef des Impfzentrums. Gleichwohl gehe er am kommenden Montag auf Nummer sicher. Neben dem Wachschutz, der stets im Impfzentrum präsent sei, werde dann vorsichtshalber auch Polizei greifbar sein.

In den Impfzentren selbst werde – abgesehen von Zweitimpfungen mit dem Astrazeneca-Vakzin – nur noch Impfstoff von Biontech und Moderna verwendet. Und hierfür könnten sich ab Montag Impfwillige aller Altersklassen anmelden. „Bei Biontech von 16 an aufwärts und bei Moderna von 18 Jahren an aufwärts“, stellt Fischer klar.

Alle Lehrer, die wollten sind nächste Woche geimpft

Zugleich kann der 41-Jährige in einer anderen Thematik in Kürze einen erfolgreichen Abschluss vermelden: Die Immunisierung der impfwilligen Lehrer im Harzkreis. Am gestrigen Freitag, am heutigen Samstag und alsdann erneut kommende Woche Freitag und Samstag seien in Quedlinburg noch einmal sehr viele Zweitimpftermine für Lehrer eingetaktet worden.

„Alles in allem werden dann rund 1300 Lehrer aus unserem Landkreis zweimal geimpft sein. Ich bin froh, dass wir das dann absolviert haben und würde mir wünschen, dass wir mit den Impfungen der Harzer ebenso schnell vorankommen.“