Angeklagten zu Geldstrafe verurteilt

Mann bedroht seinen Arbeitsvermittler

Wolmirstedt l Mit einem Anruf bei seinem Arbeitsvermittler handelte sich ein Kunde des Wolmirstedter Jobcenters eine Strafanzeige wegen Bedrohung ein. Der 40-Jährige wurde beschuldigt, am 21. Mai 2013 gegen 8.30 Uhr den Mitarbeiter der Arbeitsagentur am Telefon mit den Worten bedroht zu haben: "Ich weiß, wo Sie wohnen und werde jemand beauftragen, Sie kaltmachen zu lassen."

In der Verhandlung vor dem Amtsgericht Haldensleben bestritt der Angeklagte den Vorwurf. Nach seinen Aussagen rief er seinen Arbeitsvermittler an diesem Vormittag wegen einer Terminverschiebung für seine plötzlich erkrankte Frau an. Doch der Mann vom Jobcenter habe sein Anliegen abgelehnt und bei Nichterscheinen seiner Frau am vereinbarten Termin mit Sanktionen gedroht. Es sei ein sehr sachliches Gespräch gewesen und niemals habe er ihn bedroht, beteuerte der Angeklagte. Auch nicht nach den gegen ihn verhängten Sanktionen, weil er angeblich nicht auf mehrere Stellenangebote reagiert hätte.

Der Arbeitsvermittler bestätigte jedoch als Zeuge die Anklage. Er sagte aus, dass es in dem Gespräch nicht um die Terminverlegung für die Frau des Angeklagten gegangen sei, sondern ein erneutes Jobangebot in seinem erlernten Beruf als Automechaniker.

Entschuldigung in der Verhandlung abgelehnt

Am Telefon habe ihm der Kunde mitgeteilt: "Jetzt sind Sie zu weit gegangen, ich werde die Stelle nicht antreten" und danach hätte er gedroht: "Ich weiß, wo Sie wohnen..."

Im Jobcenter gelte der Kunde als schwierig. Und während seiner fast 20-jährigen Tätigkeit bei der Arbeitsagentur sei ihm so etwas noch nie passiert. "Das hier ging einfach zu weit", so der 51-Jährige. Nach dem Drohanruf habe er sofort seinen Chef informiert, der Anzeige erstattet habe.

Das Gericht glaubte dem Zeugen und baute dem Angeklagten die sprichwörtlich goldene Brücke, sich beim Arbeitsvermittler zu entschuldigen. Das jedoch lehnte der 40-Jährige ab mit der Begründung: "Ich entschuldige mich nicht, weil ich ihn nicht bedroht habe". Damit schlug er die ihm gebotene Chance aus, eventuell ohne Urteil mit einem blauen Auge davonzukommen. So aber wurde der mehrfach vorbestrafte Angeklagte verurteilt. 560 Euro Geldstrafe wegen Bedrohung muss der 40-Jährige zahlen.