Pflanzaktion

Mitarbeiter der Halberstadtwerke pflanzen 1000 Bäume im Huy

Statt immer nur im Oberharz, wollten Mitarbeiter der Halberstadtwerke vor der Haustür etwas gegen das Waldsterben unternehmen – und pflanzten deshalb im Huy Hunderte Bäume. Eingeladen waren dazu auch ukrainische Flüchtlinge.

Von Maria Lang 14.05.2022, 09:08
Halberstadtwerke-Mitarbeiter, ihre Angehörigen, ukrainische Flüchtlinge, Forstarbeiter sowie Mitarbeiter des Landkreis pflanzten in einer Gemeinschaftsaktionn an einem Nachmittag gut 1000 neue Bäume auf einer Kahlfläche im Huy.
Halberstadtwerke-Mitarbeiter, ihre Angehörigen, ukrainische Flüchtlinge, Forstarbeiter sowie Mitarbeiter des Landkreis pflanzten in einer Gemeinschaftsaktionn an einem Nachmittag gut 1000 neue Bäume auf einer Kahlfläche im Huy. Foto: Maria Lang

Huy - Wildes Gewusel im Wald. Wo sich sonst maximal ein oder zwei Spaziergänger hin verirren, waren kürzlich knapp 50 Leute zusammengekommen. Doch nicht für einen erholsamen Nachmittagsausflug, sondern um aktiv zu werden und eine Kahlfläche neu zu bepflanzen haben Mitarbeiter der Halberstadtwerke kurzerhand ihren Arbeitsplatz in den Huy verlegt.

„In der Vergangenheit gab es verschiedenste Pflanzaktionen im Oberharz – unter unseren Mitarbeitern kam da vermehrt die Frage auf, ob denn nicht auch bei uns hier vor der Haustür Bedarf bestehe“, erklärt Unternehmenssprecher Sebastian Hübner den Hergang der Aktion. Also habe man sich mit Revierförster Alexander Schulze in Verbindung gesetzt, der die Notwendigkeit von Neupflanzungen auch für den Huy aufzeigte.

Kahlfläche von einem halben Hektar

„Die Lage hier bei uns ist zwar Gott sei Dank bei weitem nicht so schlimm wie im Oberharz, aber auch im Huy gibt es Schäden durch die extreme Trockenheit der vergangenen Jahre“, so der Förster.

Für die Neupflanzung entschied man sich dann für eine etwa einen halben Hektar große Fläche auf dem Huy-Kamm in der Nähe des „Schäfers Plätzchens“. Hier waren Kiefernbestände der Trockenheit zum Opfer gefallen.

Ursprünglich sollten als neue Bäume unter anderem Roteichen gepflanzt werden. „Aber aufgrund eben dieser Trockenheit der Böden und weil das hier auch noch ein sonniger Südhang ist, haben wir uns stattdessen für Nadelbäume entschieden und pflanzen hier Douglasien und Küstentannen“, erklärt Alexander Schulze.

Zusätzliche tatkräftige Hilfe

Statt nun „nur“ die benötigten Pflanzen zu spenden, entschied man sich seitens der Halberstadtwerke, die Pflanzung aktiv und dank Muskelkraft zu unterstützen. 25 Mitarbeiter plus ein knappes Dutzend Angehörige machten sich also mit Schaufeln und Gießkannen auf den Weg in den Huy.

Unterstützung gab es dabei von dem für das Waldrevier zuständigen Landesforstbetrieb Sachsen-Anhalt und dem auf waldpädagogische Betreuungsangebote spezialisierten Landeszentrum Wald.

Zusätzlich zu diesem Umweltaspekt hatte der Aktionstag, der unter dem Motto „Zukunft pflanzen. Hoffnung säen“ stattfand, aber auch noch eine soziale Komponente.

„Wir haben neben einer Geldspende über das Stadtkonto auch etwas für die Flüchtlinge hier direkt vor Ort tun wollen und daher die von der HaWoGe zur Verfügung gestellten Wohnungen mit allerlei Dingen von Kaffeemaschinen bis hin zu Töpfen und Pfannen ausgerüstet“, berichtet Sebastian Hübner. Als dann der Aktionstag anstand, wollte man die Ukrainer gern beteiligen.

„Uns geht es darum, vor dem Hintergrund der schrecklichen Ereignisse in deren Heimat ihnen einen schönen Tag zu ermöglichen, etwas gemeinsam mit ihnen auf die Beine zu stellen und gleichzeitig aufzuzeigen, dass Wald auch ein Stück Erinnerungskultur sein kann. Ein Ort, an den sie immer gern zurückdenken und den sie jederzeit wieder besuchen können“, ergänzt Geschäftsführer Rainer Gerloff.

Und so haben die Stadtwerke-Mitarbeiter, ihre Angehörigen, eine Handvoll Ukrainer, Dolmetscher und Sozialarbeiter des Landkreises sowie die Forstarbeiter an diesem Nachmittag gemeinsam 1008 Bäume gepflanzt.

Weitere knapp 1000 werden, je nach Witterung, in den kommenden Wochen oder spätestens im Herbst folgen und so die Kahlfläche wieder beleben, erklärt Förster Schulze.

Ukrainische Familien beteiligten sich an dem Aktionstag, der unter dem Motto „Zukunft pflanzen. Hoffnung säen“ stattfand.
Ukrainische Familien beteiligten sich an dem Aktionstag, der unter dem Motto „Zukunft pflanzen. Hoffnung säen“ stattfand.
Foto: Maria Lang
Auch Halberstadtwerke-Geschäftsführer Rainer Gerloff packte aktiv  mit an und pflanzte fleißig Bäume.
Auch Halberstadtwerke-Geschäftsführer Rainer Gerloff packte aktiv mit an und pflanzte fleißig Bäume.
Foto: Maria Lang