Halberstadt l So haben sich die Ulrichs ihren Spaziergang durch die Klusberge bei Halberstadt nicht vorgestellt: Statt Ruhe in der Natur zu finden, entdecken sie einen Aufreger: achtlos entsorgter Müll. An einem – offensichtlich nicht mehr genutzten – Garagenkomplex nahe des Sitzes des Technischen Hilfswerks (THW) liegt jedoch nicht nur Unrat. Auch volle Mehl- und Cornflakespackungen, ungeöffnete Tetrapaks mit Milch und Saft sowie Instant-Kartoffelpüree sind im Gebüsch zu finden.

Sofort zückt die Familie das Handy, hält die Umweltsünde mit der Kamera fest und schickt die Fotos an die Redaktion. „Es ist uns unverständlich, wer sich der vielen Lebensmittel entledigt“, schreiben die Halberstädter in einem Leserbrief dazu. „In der Wärmestube stellen sich die Bedürftigen an, um sich zu versorgen und hier wird mit Lebensmitteln Schindluder getrieben.“ Nicht nur das sei eine Frechheit. „Es ist auch eine Quelle für die Verbreitung von Ungeziefer. Für so ein rücksichtsloses Verhalten haben wir absolut kein Verständnis.“ Nicht nur bei der Zeitung machten die Ulrichs ihrem Unmut über die Entdeckung Luft, sie kontaktierten zudem die Behörden.

Das bestätigt Thomas Dittmer, Teamleiter Ordnung/Sicherheit in der Halberstädter Stadtverwaltung, auf Anfrage der Volksstimme. „Die Ablagerung wurde in Augenschein genommen und der Landkreis hinzugezogen“, informiert er. Daraufhin waren Mitarbeiter der Unteren Abfallbehörde (UAB) vor Ort, um die Ablagerungen zu begutachten.

Keine detaillierten Hinweise zu Verursacher

Im Fall der entsorgten Lebensmittel unweit der Klussiedlung fehlen allerdings Belege dafür, wer dafür verantwortlich ist. „Es wurden allgemeine Verdachtsmomente zum Verursacher auch durch die Stadt Halberstadt geäußert, allerdings liegen keine detaillierten Hinweise oder gar Beweise bezüglich eines Verursachers vor“, berichtet Landkreis-Sprecherin Franziska Banse. „Daher sind die Eigentümer des Grundstücks für die Beräumung und Entsorgung der dort abgelagerten Abfälle zuständig.“ Dies seien Privatpersonen und bevor ihnen die Säuberung der Fläche angeordnet werden könne, müssen sie zunächst angehört werden. „Dies wird unverzüglich erfolgen“, betont die Sprecherin.