Osterwieck l Die Nachricht von den vier Ziegenkindern hat sich schnell herumgesprochen. Carmen Wöllner hat schon einigen Zaungästen Blicke auf die Jungen ermöglicht. Die Vereinsvorsitzende wohnt gleich gegenüber vom Tiergehege am Fallstein.

Acht Ziegen lebten bisher im Gehege, erst seit wenigen Monaten der einzige Ziegenbock, Viktor genannt. Er wurde aus dem Tierheim Salzgitter „adoptiert“ und ist nun der Vater der vier Jungen, die allesamt Mädchen sind.

Tierärztliche Untersuchung

So wie Viktor haben alle Ziegen Namen. Bibi bekam als erste Nachwuchs, sogar doppelt. Bei der Geburt des Ziegenmädchens von Ursula war Carmen Wöllner sogar live dabei. Am Sonnabend (19. Dezember) wurde schließlich Ziege Lotta Mutter eines Mädchens.

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„Das war schon aufregend“, berichtete Carmen Wöllner. Eine Tierärztin, die auch Mitglied im Verein ist, hat den Nachwuchs gleich in Augenschein genommen. Er ist gesund. Am Montag durften die Erstgeborenen mit ihrer Mutter erstmals aus dem Stall und ihr weitläufiges Zuhause am Fallsteinrand kennenlernen.

Mütter wachen über ihre Sprösslinge

Durch die Erweiterung des Tiergeheges mit dem früheren Damwildbereich ist es möglich, dass die Ziegenmütter und ihre Kinder nun ein separates eingezäuntes Areal für sich haben. Schließlich befinden sich im Gehege auch noch Esel, Ponys, Hängebauchschweine, Kamerunschafe und Enten.

Vorsichtig hat Carmen Wöllner schon mal versucht, die ersten beiden Mütter und ihren Nachwuchs zusammenzubringen. Doch bisher noch ohne den gewünschten Erfolg. „Jede Mutter beschützt ihre Kinder.“ So behält jede ihre Box, damit es zu keinen Rangeleien kommt.

Kein weiterer Nachwuchs

„Wir werden den Nachwuchs behalten“, blickte die Vereinsvorsitzende voraus. Weitere Jungen werden im Tiergehege nicht erwartet. Mit nun zwölf statt bisher acht Ziegen sieht sich der Verein auch an der Grenze seiner Möglichkeiten. Für Viktor bedeutet das, dass er kastriert werden soll.

Die Osterwiecker sind noch bis Silvester, 12 Uhr, zu Namensvorschläge für die vier Mädchen aufgerufen. Um 13 Uhr werden dann die vier Gewinnernamen ausgelost. Im Frühjahr sollen die Tiere getauft werden. Eine ganze Reihe Namen sind übrigens schon angekommen.

Namensvorschläge für die Neuankömmlinge

Die Vorschläge können auf Zetteln in eine Box, die sich vor Ort in der öffentlich zugänglichen Futterkiste am Zaun befindet, eingeworfen werden. Auch auf digitalem Weg sind Vorschläge möglich. Verbunden ist das jeweils mit einer Spende von einem Euro pro Name. Schließlich leben der Verein und damit die Tiere einzig von Zuwendungen. „Ohne Spenden würde das Gehege nicht funktionieren“, so Wöllner. Und da fehlen dem 25-köpfigen Verein in diesem Corona-Jahr die selbsterwirtschafteten Einnahmen aus diversen Festen – vor Ort, aber auch auf dem Weihnachtsmarkt.

Dennoch unterstrich Carmen Wöllner ihre Freude über die anhaltend große Spendenbereitschaft der Osterwiecker und Besucher. Dazu gehörten kürzlich zwei überraschende Einzelspenden. So habe der Verein von einer Firma 1000 Euro und von einer Familie 200 Euro erhalten.

Tierpatenschaften gibt es auch im Gehege, jeweils für ein Jahr. Auch für die vier jungen Ziegen ist das im kommenden Jahr möglich. Die Paten dürfen natürlich „ihre“ Tiere im Gehege auch streicheln.