Halberstadt l Die gute Nachricht zuerst: Am Preis für die in Halberstadt beliebten Kurzstrecken-Fahrkarten ändert sich nichts. Wer nur vier Stationen fährt, zahlt pro Fahrt 1,20 Euro. Die schlechte Nachricht: den Kurzstreckentarif gibt es nur in Halberstadts Stadtbussen und Straßenbahnen. Und: der normale Einzelfahrschein wird zehn Cent teurer.

Das sind längst nicht alle Änderungen, die mit dem neuen Fahrplan ab dem 15. April in Kraft treten werden. Erstmals gibt es auch eine gegenseitige Anerkennung der Fahrscheine der Halberstädter Verkehrsgesellschaft HVG und der Harzer Verkehrsbetriebe HVB. „Das ist eine Forderung, die schon länger im Raum steht“, sagt HVG-Geschäftsführerin Claudia Stein.

Einfacher umsteigen

Nun also soll es möglich sein, zum Beispiel in der Sargstedter Siedlung in den Bus zu steigen und seine Fahrkarte gleich bis Wernigerode zu lösen, auch in den Straßenbahnen wird das möglich sein. „Umgekehrt gilt das auch. Also, wer zum Beispiel in Blankenburg oder Schwanebeck den Bus nach Halberstadt nimmt, kann hier mit seinem Busticket mit der Straßenbahn weiterfahren. Bislang musste derjenige hier neue Fahrscheine erwerben“, sagt Stein.

Halberstadts engere Anbindung an den Harzer Nahverkehr bedingt, dass es nicht mehr nur einen einheitliche Stadttarif geben kann – auch, weil sich manche Linienführung ändert. So wird die HVG ab dem 15. April die Buslinien nach Mahndorf und Sargstedt bedienen, dafür fahren die Stadtbusse aber nicht mehr bis Harsleben.

Vier Monate Verspätung

Weil man jetzt auch außerhalb des Stadtgebietes unterwegs ist, musste bei der HVG ein anderes Tarifsystem eingeführt werden, hatte schon im Dezember vergangenen Jahres der damalige HVG-Chef Axel Wöhlbier erläutert. Denn eigentlich sollten diese Veränderungen mit dem Fahrplanwechsel am 10. Dezember eintreten. Weil es aber nach erheblichen Protesten – vor allem von den Schulen im Landkreis – einigen Nachbesserungsbedarf am neuen kreisweiten Fahrplan gab, gelten die Neuerungen erst ab Mitte April.

An einigen bewährten Angeboten hält die HVG trotz aller neuen Anforderungen fest. An besagter Kurzstrecke zum Beispiel und am Rabatt für Senioren bei allen Einzelfahrscheinen. Nicht mehr gewährt wird der Rabatt bei den in Halberstadt üblichen Sechser-Karte und den jetzt auch in Halberstadt zu habenden Zehner-Streifen.

Erstmals Abo-Verträge

Beibehalten werden ebenfalls die Wochen-, Monats- und Jahreskarten der Tarifstufe 0, die nicht übertragbar sind. Das heißt, sie gelten nur für den jeweiligen Karteninhaber, der sich gegebenenfalls bei Kontrollen entsprechend ausweisen muss. „Anders ist das bei den neuen Zeitkarten und Abos, die wir jetzt auch den Kunden der HVG anbieten“, sagt Claudia Stein. So gibt es zum Beispiel ein Harz-Abo, das ab 25 Euro im Monat kostet. „Dafür muss ein Abovertrag mit uns geschlossen werden“, erläutert Stein, „das geht bei uns direkt am Firmensitz oder über die Internetseite.“ Das Abonnement ist jederzeit kündbar und vor allem auch von unterschiedlichen Familienmitgliedern nutzbar. „Das Harz-Abo ist ein lukratives Angebot für die Fahrgäste“, so Stein weiter.

Im Stadtgebiet gilt zudem auch die Harz-Tour-Card. Für diese Karte zahlt zum Beispiel eine Familie 34,50 Euro und kann dafür an drei aufeinanderfolgenden Tagen alle Verkehrsmittel der HVG, der HVB, der Harzer Schmalspurbahnen HSB (außer hoch zum Brocken) und des HEX innerhalb des Harzkreises nutzen.