Wernigerode l 72 Fahrzeuge, deren Besitzer in ganz Deutschland zu Hause sind, sind bei der 12. Rathausrallye zu bewundern. Sie markiert einen ersten Höhepunkt zum 40-jährigen Bestehen der MC Oldtimerfreunde Wernigerode.

Anreise am 23. Juni

„So viele historische Fahrzeuge wie noch nie“ werden von Freitag bis Sonntag in der bunten Stadt am Harz mit ihren Besitzern zu sehen sein, verspricht Heike Herre von den Oldtimerfreunden. Die Teilnehmer reisen am Freitag, 23. Juni, an und kommen am Abend auf dem Grundstück der Familie Herre in Silstedt zu einer großen Geburtstagsfeier zusammen.

„Mit uns werden viele gute langjährige Bekannte und Freunde feiern“, ist Heike Herre überzeugt. Die Vereinsvorsitzende kann so großzügig nach Hause einladen, weil sowohl ihr Ehemann als auch der Schwiegervater ihre Freude an historischen Fahrzeuge teilen. Zusätzlich unterstützt eine große Helferschar die gesamte Veranstaltung.

„Die Unterstützung erleben wir auch über den Verein und seine 43 Mitglieder hinaus“, berichtet die 45-Jährige. So habe der Förderverein des Silstedter Museumshofes erlaubt, den idyllischen Hof als Stopp während der Rallye zu nutzen. Die Teilnehmer werden dort am Sonnabend zwischen 13.30 Uhr und 16 Uhr erwartet. Nachdem sich die hiesige Brauerei zugeknöpft gezeigt habe, als eine materielle Unterstützung erbeten wurde, sind nun die Colbitzer Bierbrauer im Boot. Sie sorgen für Gerstensaft, berichtet die Verkäufern.

Die Vereinsvorsitzende freut sich über die breite Altersstruktur der derzeitigen und künftigen Mitglieder. „Es haben sogar schon Kinder gesagt, dass sie später in die Fußstapfen ihrer Eltern treten möchten“, verrät Heike Herre. Das jüngste aktive Mitglied ist der 26-jährige Florian Wilgeroth, der erst vor Kurzem dem Verein beitrat.

Vater hilft bei der Pflege der Technik

Mit 83 Jahren ist Heinz Herre nicht nur der älteste Mistreiter, sondern inzwischen sogar Ehrenmitglied. „Er hilft bei der Pflege der historischen Technik, die sich im Eigentum der Familie befindet und bei Veranstaltungen“, berichtet die Autofreundin. „Selbst wagt er sich aber nicht mehr in den öffentlichen Straßenverkehr.“

Wirtschaftsförderung für den Harz

Ihre beiden Söhne dürfen es vom Alter her noch nicht, haben aber auf dem großen Grundstück der Familie schon ihr Lieblingsmotorrad getestet – unter Aufsicht des 49-jährigen Vaters Holger Herre.

Der gelernte Agrotechniker, der jetzt als Baumaschinenführer tätig ist, weiß aus eigenem Erleben, was es für Jugendliche bedeutet, „Benzin im Blut zu haben, ohne auf die Straße zu dürfen“. Er hatte einst, nachdem er schon von Kindesbeinen an an Fahrzeugen gebastelt und mit 15 seinen Mopedführerschein erworben. Seitdem ist er passionierter Liebhaber alter Fahrzeuge.

Die motorsportbegeisterte Familie lässt auch andere an ihrem Hobby teilhaben. Bei Dorffesten öffnen die Herres ihre Scheune und zeigen ihre Schätze. In den Aktivitäten des Vereins sieht Heike Herre auch ein Stück Wirtschaftsförderung für die Region. Denn, so ihre Erfahrung, die meisten Rallyeteilnehmer übernachten in Hotels, sorgen für Umsatz und kommen auch individuell wieder in den Harz.