Kindergarten

Pädagogische Projekte in Dardesheimer Kita Zwergenklus zu Naturschutz und erneuerbaren Energien

Umweltschutz und erneuerbare Energien gehen nur die Großen etwas an? Von wegen. Die Kita Dardesheim bringt diese Themen den Kleinen in pädagogischen Projekten näher.

Von Vera Heinrich
Die Schulanfänger Paul, Janne, Eva, Edda und Sunja (v. l. n. r.) lassen die Luftballons mit ihren Bienengrüßen gleich in den Himmel steigen. Wer einen finden, wird gebeten, die Karte zurückzuschicken.
Die Schulanfänger Paul, Janne, Eva, Edda und Sunja (v. l. n. r.) lassen die Luftballons mit ihren Bienengrüßen gleich in den Himmel steigen. Wer einen finden, wird gebeten, die Karte zurückzuschicken. Foto: Kita Zwergenklus Dardesheim

Dardesheim - Wo kommt eigentlich der Honig her? Wieso gibt es eine Königin bei den Bienen? Und warum tragen Imker eigentlich so außergewöhnliche Kleidung?

Der Forscherdrang und die Neugier der Wurzelzwerge und der Waldzwerge in der Dardesheimer Kita ist riesig gewesen beim Bienenseminar, berichtete Leiterin Marie Heinhs. Kürzlich hatten sie dafür Besuch von einem, der sich wahrlich auskennt: Enrico Kretschmar hat die Kinder in Dardesheim besucht. Er betreibt im Nachbarort Hessen die Erlebnis- und Wanderimkerei. Schon seit vielen Jahren leistet er pädagogische Arbeit, indem er Kindern in Tagesstätten und Schulen das Thema Bienen und Imkern mit praktischen Projekten näherbringt. „Mir ist es wichtig, das Wissen an andere weiterzugeben und das Interesse dafür zu wecken“, erläuterte Enrico Kretschmar.

Dass der vierfache Großvater an diesem sonnigen Julitag nun die Kita dafür aufgesucht hat, ist kein Zufall gewesen. Sein Enkelsohn Janne geht in die Wurzelzwerg-Gruppe der Einrichtung. Das sind die Vorschulkinder, die kurz vor der Einschulung im September stehen, erklärte Marie Heinhs.

Abschiedsgeschenk von einem der Schulanfänger

„Wir haben uns sehr gefreut, dass Enrico Kretschmar auf uns zugekommen ist und angeboten hat, ein Bienenseminar zu veranstalten“, sagte sie. „Die Aktion war eine Spende der Familie Kretschmar, da ihr Enkel Janne dieses Jahr in die Schule kommt.“

Doch nicht nur die Vorschulgruppe der Wurzelzwerge hatte etwas davon. Auch die Waldzwerge haben daran teilgenommen. „Sogar unsere Krippenkinder fanden es interessant und haben zugeschaut“, erzählte die Kita-Chefin.

Enrico Kretschmar habe für die kleinen Forscher auch einiges zum Staunen mitgebracht, ergänzte sie. Begleitet haben ihn sogar ein paar Bienen. „Unsere Zwerge mussten die Bienenkönigin suchen“, sagte sie. Dank einer Markierung mit einem grünen Punkt haben sie die Königin schnell gefunden.

Kindgerechter Zugang zur Arbeit des Imkers

Außerdem habe er ihnen Waben gezeigt und erklärt, was es damit auf sich hat. Ein besonderes Highlight war die Schutzausrüstung des Bienenzüchters. „Die Kleinen durften sogar einmal den großen Imkerhut aufsetzen und selbst ausprobieren, wie sich das anfühlt“, schilderte Marie Heinhs.

Auch die Biene Maja spielte im Bienenseminar eine Rolle. Enrico Kretschmar hatte einen Heliumballon dabei, auf dem die berühmte Biene abgebildet ist. Das war das Geschenk für das Geburtstagskind des Tages. „Die kleine Valentina ist drei Jahre alt geworden“, erzählte Marie Heinhs.

Bunte Heliumluftballons gab es zudem für die anderen Mädchen und Jungen. Schließlich haben sie diese gemeinsam mit Enrico Kretschmar in den Himmel steigen lassen. An den Ballons war eine Karte befestigt, auf der der Vorname des Kindes und die Anschrift des Hessener Imkers angegeben sind. Die Kita-Leiterin hat darum gebeten: „Wer einen Luftballon mit unserer Bienenpost finden, soll ihn bitte an die angegebene Adresse zurückschicken.“

Konzept des Mitmachens und Anfassens kommt gut an

Zum süßen Abschuss hat Enrico Kretschmar jedem der kleinen Seminarteilnehmer ein Glas Honig geschenkt. „Außerdem spendierte er für die Kita leckeren Apfelsaft“, sagte die Leiterin.

„Es war ein interessanter und lehrreicher Vormittag“, fand sie. „Die Kinder waren begeistert.“ Das Konzept zum Selbstausprobieren und Anfassen sei gut angekommen. „Die Kinder bekommen dadurch einen Bezug zur Natur, den Tieren und ihrer Nützlichkeit,“ schätzte sie. Die altersgerechten Erklärungen des Imkers habe sie als passend empfunden und möchte auch in Zukunft auf sein pädagogisches Angebot zurückkommen.

„Die Erzieherinnen der Kita bedanken sich recht herzlich bei Herrn Kretschmar für seinen kindgerechten und lehrreichen Vortrag und das viele Material sowie den leckeren Honig“, sagte die Dardesheimerin. Als Dankeschön haben sie für ihn ein selbstgemaltes Bienenbild von den Wurzelzwergen mit einem Foto von den Kindern während des Vortrags vorbereitet.

Exkursion in den Windpark Druiberg in Dardesheim

Einen Haufen von Fragen hatten die Kinder auch bei einem weiteren Projekt der Kita Zwergenklus im Gepäck. Die Einrichtung in der „Stadt der erneuerbaren Energien“ wollte dem nachgehen, was es damit auf sich hat und hat einen Ausflug in den Windpark Druiberg in Dardesheim gemacht.

Erzieherin Christel Schuhmann hat mit den sieben Wurzelzwergen eine Windkraftanlage besichtigt. Nach einer Wanderung zu einem der Windräder hat Thomas Radach vom Windpark Druiberg ihnen gezeigt, wie so ein Windrad von innen aussieht.

Dabei wollten die Jungen und Mächen allerhand von ihm wissen, wie Marie Heinhs berichtete: „Wie hoch ist ein Windrad? Wie wird es gebaut? Wie viele stehen hier in Dardesheim?“

Größenvergleich von Kind und Windrad

Thomas Radach hat den Wurzelzwergen das altersgerecht erklärt. So hat er die Kinder gemessen und mit ihnen ausgerechnet, wie viele von ihnen bildhaft übereinander gestapelt werden müssten, bis sie die Höhe des Windrades erreicht hätten.

„Das ist richtig gut angekommen“, teilte Leiterin Heinhs mit. „Alle waren sehr begeistert von der Höhe und der Lautstärke in dem Windrad.“ Doch auch die kleinen Gäste hatten Fragen zu beantworten, schilderte sie. „Sie mussten überlegen, wofür wir den Strom überhaupt brauchen, der hier erzeugt wird“.

Die sieben Wurzelzwerge aus Dardesheim, Rohrsheim und Sonnenburg bringen so einiges an Vorwissen mit, wenn sie in die Schule kommen, informierte Marie Heinhs. Für ihren letzten Tag in der Kita werde schon fleißig geplant. So stehe ein Ausflug zu den Rübeländer Tropfsteinhöhlen an mit einer Taschenlampenführung. Anschließend verbringen sie den Nachmittag mit den Eltern in gemütlicher Runde, um den Abschied vom Kindergarten gemeinsam zu feiern, sagte sie.