Halberstadt (vs) l Am Montag, 24. Juni 2019, mussten Teile der Innenstadt von Halberstadt gesperrt werden, weil ein bislang Unbekannter drohte, eine Bombe in der Rathauspassage in der Kühlinger Straße hochgehen zu lassen. Nachdem das gesamte Gebäude geräumt, aber trotz Suchmaßnahmen nichts gefunden wurde, hat die Polizei gegen 15 Uhr die Absperrungen aufgehoben.

Wie das Polizeirevier Harz berichtet, hatte der Unbekannte gegen 9.50 Uhr den Notruf 110 von einer öffentlichen Telefonzelle am Fischmarkt gerufen und die Tat angekündigt. 

Eine Vielzahl an Polizeibeamten evakuierte die Personen aus dem Einkaufszentrum und sperrte angrenzende Straßen teilweise ab, sodass es zu Verkehrsbeeinträchtigungen im und um den Bereich der Rathauspassage kam.

Schaulustige in den Cafés

Dennoch lockte die Nachricht von der Bombendrohung Schaulustige an. Während drei Sprengstoffsuchhunde - zwei von ihnen sind aus Dessau eingeflogen worden - die Rathauspassagen absuchten, waren die umliegenden Cafés und Restaurants hinter dem Absperrbereich brechend voll.

Auch in der Tourist-Information, nur wenige Meter vom Einkaufscenter entfernt, herrschte keine Aufregung oder gar Angst. "Wenn die Situation für uns gefährlich wäre, hätte die Polzei schon etwas gesagt", kommentierte eine Mitarbeiterin.

Derweil hieß es für die Angestellten, die in den Geschäften in den Passagen beschäftigt waren, zu warten. "Nach der Durchsage mussten wir alles stehen und liegen lassen und sofort das Gebäude verlassen", berichtet eine Verkäuferin. Zeit, persönliche Dinge wie Handtasche und Autoschlüssel zu holen, habe sie nicht gehabt. "Zum Glück hatte eine Kollegin etwas Geld in der Hosentasche und konnte uns etwas zu trinken kaufen."

Damit die Angestellten der Passagen nicht länger in der Hitze stehen mussten, hatte Bürgermeister Andreas Henke sie in den Ratssitzungssaal eingeladen. Dort wurden sie auch mit Wasser versorgt.