Konzert

Prinzen halten Hof in Osterwieck

Die Prinzen haben sich in Osterwieck die Ehre gegeben. Bereits zum fünften Mal trat die Kultband in der Stephaniekirche auf.

Von Klaus Baier

Osterwieck l Binnen kürzester Zeit sind alle Karten vergriffen und schon eineinhalb Stunden vor Konzertbeginn warteten die Besucher auf Einlass. Kein Wunder, es hat sich adliger Besuch in Osterwieck angekündigt: Die Prinzen. Es ist bereits das fünfte Konzert der sächsischen Band in der Stephaniekirche.

Die sieben Musiker waren extrem gut gelaunt; waren sie doch am Vortag in Dresden mit dem Kulturpreis 2015 für ihre Musik und ihre sozialen Aktivitäten ausgezeichnet worden. Die Fans in Osterwieck feierten „ihre“ Prinzen von der ersten Minute an, klatschten, pfiffen und sangen mit.

Die Prinzen, das sind zunächst die vier Sänger: Sebastian Krummbiegel, Tobias Künzel, Wolfgang Lenk und Henri Schmidt, die im berühmten Leipziger Thomanerchor ihre Gesangsausbildung erhalten hatten. Jens Sembdner starte als Mitglied des Dresdener Kreuzchors in die Musikbranche. Bassist Matthias Dietrich und Schlagzeuger Ali Zieme vervollständigten die Band.

Diese sieben musikalischen Freunde machten vor über 20 Jahren mit neuen Melodien, originellen Texten und einer tollen Bühnenshow schnell Karriere und avancierten zur A-Capella-Band Nummer eins der neuen Bundesländer. Mit über sechs Millionen verkauften Tonträgern, 16 Gold- und sechs Platinplatten, zwei Echo Music-Awards sind sie eine der erfolgreichsten Pop-Bands Deutschlands. Seit 1991 besuchten mehr als fünf Millionen Menschen ihre Konzerte.

Das „Einheitskonzert“ in der Osterwiecker Stadtkirche war eine bunte Mischung alter und neuer Titel. So stellten die Prinzen ihre neue CD „Familienalbum“ vor mit einigen ruhigen Titeln wie „Unsere besten Zeiten kommen noch“, „Kann ich noch etwas für dich tun?“ und „Mach keinen Stress“.

Nicht fehlen an einem 3. Oktober durfte natürlich das Lied „Deutschland“. Und dann ging mit einigen bekannten Stücken so richtig die Post ab. Voller Begeisterung und lautstark mitgesungen wurden die Dauerbrenner wie „Küssen verboten“, „Du musst ein Schwein sein“ oder „Ich wär so gern Millionär“. Dabei zeigten die Prinzen, dass sie auch nach über 20 Jahren noch richtig Gas geben können und Spaß haben.

Vor allem Energiebündel Sebastian Krummbiegel ist kaum zu stoppen; er ist ein Märchenerzähler und Tänzer auf der Bühne, dafür legt sich Tobias Künzel als Trommler ins Zeug.

Begeistert hat der perfekte Gesang – schwierig gesetzt, perfekt gesungen. Die fünf Sänger überraschten ihre Zuhörer mit Klassikern aus ihrer Thomaner- und Kreuzchor-Zeit wie „Laudate omnes gentes“ und „Adoramus te christe“.

Mit der neuen Version von „Gabi und Klaus“, „Das ist alles nur geklaut“, „Es war nicht alles schlecht“ und mehreren Zugaben verabschiedeten sich die sieben Musiker von ihren treuen Fans – mit dem Versprechen, 2016 wieder nach Osterwieck zu kommen.