Grundstückskauf geplant

Radweg auf einstiger Bahntrasse

Die Stadt Osterwieck möchte für den Bau weiterer Radwege auch die Trassen ehemaliger Bahnlinien nutzen. Dazu hat sie Unterstützung aus dem Bundestag.

Von Mario Heinicke 10.08.2021, 13:57
Der Huyradweg, hier vor Badersleben, ist auf einer einstigen Eisenbahntrasse gebaut worden. Zwei ähnliche Vorhaben auf alten Bahntrassen hat in den nächsten Jahren auch die Stadt Osterwieck.
Der Huyradweg, hier vor Badersleben, ist auf einer einstigen Eisenbahntrasse gebaut worden. Zwei ähnliche Vorhaben auf alten Bahntrassen hat in den nächsten Jahren auch die Stadt Osterwieck. Foto: Mario Heinicke

Stadt Osterwieck - Die Gemeinde Huy hat vorgemacht, wie attraktiv das Radeln auf ehemaligen Bahntrassen ist. Fernab vom Autoverkehr, und die Anstiege sind stets moderat. Von Dedeleben bis nach Eilenstedt ist auf einer früheren Bahnlinie der Huyradweg bisher gebaut. Und er soll noch verlängert werden.

In Osterwieck gibt es sogar schon seit 15 Jahren einen Bahntrassenradweg, nämlich den Radweg in der Straße Am Langenkamp.

Für die im Juli vom Stadtrat beschlossenen fünf Radwege, deren Bau in den nächsten Jahren geplant ist, sollen auch zwei ehemalige Eisenbahntrassen genutzt werden.

Zum einen betrifft das die ehemalige Kleinbahn Heudeber-Mattierzoll in einem Abschnitt zwischen Hessendamm und Deersheim. Zum zweiten geht es um die alte Bahntrasse zwischen Wasserleben und Osterwieck, wo nach einem straßenbegleitenden Radweg ab Berßel vom Bahnübergang an der Bahndamm bis hinein nach Osterwieck genutzt werden soll.

Die Stadt müsste für ihre Bauvorhaben die Trassen von der Deutschen Bahn erwerben. Nicht ganz einfach gestaltet sich das aber, wenn es sich beim Kaufersuchen nur um Teilstücke handelt.

Die Initiative der Stadt Osterwieck, Teile der ehemaligen Bahnstrecke Heudeber-Mattierzoll zu erwerben, um hier naturnahe Radwege zu errichten, war deshalb im Juli Gegenstand eines Arbeitsgesprächs der Harzer CDU-Bundestagsabgeordneten Heike Brehmer und der Osterwiecker Bürgermeisterin Ingeborg Wagenführ (Buko).

Gemeinsame Anstrengungen

„Wir haben gemeinsam Anstrengungen unternommen. Nun kommt Bewegung in die Sache“, berichtete jetzt Heike Brehmer. Sie verweist auf ein Antwortschreiben aus dem Büro des Konzernbevollmächtigten der Deutschen Bahn für Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen, das ihr vorliege. „Darin heißt es, die Deutsche Bahn freue sich über die Initiative der Einheitsgemeinde Stadt Osterwieck. Man habe die Verkaufsmöglichkeit nochmals geprüft und könne mitteilen, dass die Strecke nunmehr in das Verkaufsportfolio aufgenommen werde.“

Und sie zitierte den wichtigsten Satz: „Da die internen Verkaufsvorbereitungen einige Zeit in Anspruch nehmen, gehen wir von einem möglichen Verkaufstermin im zweiten/dritten Quartal des kommenden Jahres aus.“

Heike Brehmer unterstrich, dass sie den Prozess weiterhin begleiten und unterstützen werde. „Ich würde mich sehr freuen, wenn die Initiative zur Errichtung von Radwegen im wahrsten Sinne des Wortes weiter Fahrt aufnimmt.“

Das Bahntrassenradeln ist übrigens in ganz Deutschland populär. Nach Informationen auf der Internetseite bahntrassenradeln.de gibt in Deutschland bereits knapp 800 Bahntrassenradwege mit einer Gesamtlänge von fast 5500 Kilometern. Längst nicht alle sind aber so gut ausgebaut wie in Huy und Osterwieck.