Halberstadt l Wer in der Mittagspause Lust auf Produkte von Halberstädter Würstchen hat, wird in den Rathauspassagen nicht mehr fündig. Der kleine Laden, gegenüber von Piercingsstudio und Schokoladen-Geschäft, existiert nicht mehr.

„Der Mietvertrag ist ausgelaufen und die Geschäftsleitung hat überlegt, wie es weitergehen soll“, informiert Marketingleiter Markus Prause auf Volksstimme-Nachfrage. Es wurde sich gegen eine Verlängerung entschieden. Aus betriebswirtschaftlichen Gründen – aber nicht nur deshalb.

Schon seit einigen Monaten standen Kunden immer mal wieder vor verschlossenen Türen der kleinen Filiale. „Es ist schwierig, gute Mitarbeiter für den Verkauf zu gewinnen“, so Prause. Fachkräftemangel sei auch für die Halberstädter Würstchen- und Konservenvertriebs GmbH (Halko) ein Problem. Angesichts dessen sei die „Schrumpfung“ hilfreich. Denn Mitarbeiter wurden nicht entlassen. „Sie wurden in den Fabrikverkauf integriert.“ Dieser solle gestärkt werden. Ohnehin habe es kein festes Stammpersonal für die Filiale gegeben, da die Mitarbeiter in einem Rotationssystem tätig sind und überall eingesetzt werden.

Laden in Magdeburger Bahnhof läuft

Der Laden in den Passagen ist nicht der erste, den Halko schließt. „Wir hatten mal ein großes Filialnetz, das war mal ein Standbein des Unternehmens“, so Prause. Gerade in Bahnhöfen, ob Braunschweig oder Halle, wollte man Präsenz zeigen. „Aber die einzige, die wirklich gut läuft, ist die in Magdeburg“, räumt Prause ein.

Deshalb habe die Geschäftsführung das Konzept geändert, weitestgehend weg von den Filialen. Die Produkte sind jedoch in vielen Supermärkten fester Bestandteil im Sortiment und zudem im Fabrikverkauf erhältlich. Auch die Filiale im Halberstädter Bahnhof, die in einen Bäcker integriert ist, bleibt erhalten, versichert Markus Prause.