Halberstadt l Die Tourismusbranche ist ein hart umkämpfter Markt. Um so wichtiger ist es, erfolgreich zu werben. „Deshalb haben wir im vergangenen Jahr mal getestet, ob wir auf der Reiseveranstaltermesse in Friedrichshafen punkten können“, berichtet Christiane Strohschneider. „Aber das lassen wir, für die Veranstalter in Süddeutschland sind wir für einen Wochenendbesuch schlicht zu weit weg.“ Eine Erkenntnis, die hilft, sich auf die Gebiete zu fokussieren, aus denen seit Jahren Gäste nach Halberstadt kommen, zum Beispiel Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Berlin oder die Niederlande und Österreich. Dass die Besucherzahlen seit drei Jahren stetig steigen, freut nicht nur die Chefin der Halberstadt-Information. Auch wenn der Anstieg ein sanfter ist.

Tourismusleute lieben Zahlen, und so war es eine umfängliche Statistik, die Strohschneider den Mitgliedern des Kulturauschusses der Stadt vorstellte. Harz und Harzvorland lockten 2018 mehrere Millionen Gäste, über acht Millionen gewerbliche Übernachtungen wurden registriert. Das heißt, hier sind nur die Gäste erfasst, die in Herbergen übernachten, die mehr als acht Betten haben. Vom Zustrom in den gesamten Harz profitiert der Landkreis Harz, der rund 2,8 Millionen Übernachtungen zählte. Ein Zuwachs zum 2017 um 5,8 Prozent, in Halberstadt beträgt der Zuwachs 2,2 Prozent. „Und das bei gleichbleibender Bettenkapazität in der Stadt“, wie Strohschneider betont.

Halberstadt auf zwölf Reisemessen

Um Gäste zu gewinnen, braucht es Werbung. Auf zwölf Reisemessen war die Stadt vertreten. Weil das mit dem eigenen Personal nicht zu schaffen wäre, kooperiert Halberstadt mit dem Harzer Tourismusverband, der Landesmarketinggesellschaft, dem Fremdenverkehrsverband, dem Landkreis Harz und der Interessengemeinschaft „Der Harz – Urlaub in bester Lage“. So kann Informationsmaterial breiter gestreut werden. Dazu komme Marketing in unterschiedlichsten Printmedien im In- und Ausland sowie die Nutzung sozialer Netzwerke. Spürbar sei, so Strohschneider, dass die Konzentration auf bestimmte Themen eine gute Strategie sei. Aktuell seien das neben den Schatzjahren auch kulinarische Angebote.

Die nutzen auch viele Einheimische wie die gute Nachfrage der Stadtspaziergänge beweise. Gesunken sei hingegen die Zahl derer, die eine klassische Stadtführung buchen, eher kommen spezielle Themenführungen an. „Dafür brauchen wir dringend weitere Stadtführer“, sagt Strohschneider. Erfolgreiche Werbeträger wie der Würstchen-Max oder Bischof Buko sollten weiterhin sichtbar sein, wenn zum romantischen Abendspaziergang oder zum „Walking Dinner“ eingeladen wird. Stadtführer sind wichtige Botschafter für die Stadt – nach innen und nach außen. Das zeige die steigende Zahl derer, die wiederkommen wollen und auch im Freundeskreis einen Besuch Halberstadts empfehlen.