Pferdesport

Reitplatz in Eilenstedt (Landkreis Harz) wird ausgebaut - doch bei den Plänen gibt es einen Haken

Der Reit- und Fahrverein Eilenstedt wünscht sich seit Jahren einen neuen Reitplatz. Mit dem ehemaligen Verladebahnhof ist nun eine geeignete Fläche gefunden worden.

Von Ramona Adelsberger
Dieses Bahnhäuschen wollte der Reit- und Fahrverein Eilenstedt (Landkreis Harz) als Schuppen ausbauen - nun wurde es abgerissen. Dahinter beginnt das Gelände des künftigen Reitplatzes.
Dieses Bahnhäuschen wollte der Reit- und Fahrverein Eilenstedt (Landkreis Harz) als Schuppen ausbauen - nun wurde es abgerissen. Dahinter beginnt das Gelände des künftigen Reitplatzes. Archivfoto: Ramona Adelsberger

Eilenstedt

„Darauf haben wird lange gewartet“, ist die Reaktion von Sabine und Hans-Goerg Bothe vom Reit-und Fahrverein Eilenstedt auf die Nachricht, dass auf der Tagesordnung des Huy-Gemeinderats die Beschlussvorlage für die Aufstellung des künftigen Reitplatzes steht.

Dieser ist nun mit großer Mehrheit (keine Gegenstimme und zwei Enthaltungen) auch angenommen worden. Damit kann der Reit- und Fahrverein nun tätig werden und Anträge auf Fördergeld (bei Leader oder der Sportstättenförderung) stellen. „Wir blicken nun nicht mehr zurück, sondern optimistisch nach vorn“, so die Bothes.

„Seit wir unseren ursprünglichen Turnierplatz, der heute brach liegt, leider verlassen mussten, weil der Pachtvertrag nicht verlängert wurde, hatten wir keine Möglichkeiten mehr, Turniere auszurichten“, erklärt Sabine Bothe. Denn die geforderte Mindestgröße für einen Turnierplatz (40 Meter) habe der Verein nicht mehr gewährleisten können.

Ex-Verladebahnhof als passendes Objekt gefunden

Lange wurde in Eilenstedt und Umgebung daher nach einem passenden Objekt gesucht - mit dem ehemaligen Verladebahnhof wurde das auch gefunden. „Zwar erscheint uns der Untergrund nicht ideal, trotzdem planen wir nun mit dieser Fläche die Zukunft unseres Vereins“, so Hans-Georg Bothe.

Dass es von der Findung des geeigneten Geländes bis hin zu diesem Aufstellungsbeschluss durch den Gemeinderat so lange gedauert hat, bedauern die Pferdesportler sehr. „Wir könnten schon viel weiter sein.“

Nun aber stehen die Bothes vor einigen Herausforderungen, die schnell gelöst werden müssen. Denn der Knackpunkt ist, dass der Platz, der auf alten Plänen stets die richtige Größe hatte, sich nach dem Bau des Radweges, der direkt hier entlangführt, plötzlich nicht mehr die gewünschte Breite hat, sondern sich als viel schmaler erweist.

„Wir sprechen nicht mehr über die ursprünglichen 40 Meter, sondern nur noch über 32 Meter“, erklärt der Eilenstedter Ortsbürgermeister Michael Richter (parteilos) in der Sitzung des Gemeinderates.

Kompromiss nach erster Enttäuschung

Der Vorstand des Reitvereins habe sich, nach der ersten Enttäuschung, nun trotzdem auf eine Kompromiss verständigt. Dieser sieht vor, dass der vordere (und nun zu schmale) Platz bei Turnieren nun als Dressurviereck und als Aufwärmplatz genutzt wird, während im Bedarfsfall temporär dann eine weitere benachbarte Fläche in der richtigen Größe für die Turnierwettbewerbe angelegt werden soll.

„Wir sind als Ortschaft Eilenstedt sehr interessiert daran, dass einerseits der Reit- und Fahrverein, der sogar überregional für seine gute Nachwuchsarbeit bekannt ist, an frühere Turniererfolge anknüpfen kann“, so der Ortsbürgermeister.

Andererseits sei es gut, wenn mit dem früheren Verladebahnhof eine alte Industriebrache verschwinden wird. Mit dem Aufstellungsbeschluss und der Umwidmung des Geländes wird nun auch die drohende Zwangsräumung von zwei Containern, die bereits auf dem künftigen Reitplatz stehen, hinfällig. Denn das Areal, das bislang zum Außenbereich gehört hat, wird nun laut B-Plan Teil der Ortslage.

Umstände für Abriss sind nicht mehr zu klären

Wie und warum genau das ehemaligen Bahnhäuschen direkt am Radweg, das der Reit- und Fahrverein eigentlich als Lagerschuppen und Unterstellmöglichkeit für Turnierutensilien nutzen wollte, verschwunden ist, kann nicht mehr eindeutig geklärt werden. Fakt ist, dass dieses baufällige Gebäude im Rahmen des Radwegebaus abgerissen wurde.

„Wir hatten dafür sogar schon Fördermittel erhalten, und wollten zumindest das Fundament nutzen“, erklärt Sabine Bothe. Weil das Gelände noch nicht umgewidmet war, hätte der Verein nicht eher beginnen dürfen. Nun wurde ihr erklärt, dass Gefahr im Verzug gewesen sei. Sie sei aber schon enttäuscht, dass vor dem Abriss nicht mit ihr oder einem der Vereinskollegen gesprochen wurde. Doch weg ist weg und, wie gesagt, der Reit- und Fahrverein will nun nur nach vorn schauen.

Der entsprechend Beschluss des Gemeinderats sieht vor, dass nach Paragraf 2 Absatz 1 Baugesetzbuch (BauGB) die Aufstellung des Bebauungsplanes „Reitplatz“, Gemeinde Huy/OT Eilenstedt folgen kann.

Der Geltungsbereich umfasst eine Teilfläche des Flurstücks 614 in der Flur 7 der Gemarkung Eilenstedt in Größe von circa 11.850 Quadratmeter und wird im Norden vom neuen Radweg und dahinterliegenden Ackerflächen begrenzt.

In südlicher Richtung grenzen überwiegend Ackerflächen sowie ein Teil der Bebauung der Hans-Richter-Straße an. Westlich gelegen sind ebenfalls Ackerflächen. Östlich des Plangebiets befinden sich die Bahnhofstraße und teilweise die Hans-Richter-Straße.

Mit der Aufstellung des Bebauungsplanes sollen die bauplanungsrechtlichen Voraussetzungen für die zulässige Aufstellung von zwei Hochcontainern sowie ein Trainingsplatz für den Reit- und Fahrverein Eilenstedt geschaffen werden.

Im rechtswirksamen Flächennutzungsplan der Gemeinde Huy ist für das Plangebiet „Fläche zur Umgrenzung für Maßnahmen zum Schutz, zur Pflege und zur Entwicklung von Natur und Landschaft“ ausgewiesen.