Feuerwehr

Scheunendach in Wegeleben eingestürzt

Ein seltener Einsatz beschäftigte am Mittwochabend die Kameraden der Feuerwehr Wegeleben. Sie mussten ein Scheunendach sichern, um ein Wohnhaus zu schützen.

Von Sabine Scholz
In Wegeleben (Landkreis Harz)  ist am Mittwochabend der Teil eines Scheunendachs eingestürzt. Die Feuerwehr der Bodestadt bat die Fachgruppe Abstützen  des THW Quedlinburg um Hilfe.
In Wegeleben (Landkreis Harz) ist am Mittwochabend der Teil eines Scheunendachs eingestürzt. Die Feuerwehr der Bodestadt bat die Fachgruppe Abstützen des THW Quedlinburg um Hilfe. Foto: Volker Damköler

Wegeleben - Schulungsabend einmal anders, hieß es am Mittwoch in Wegeleben. Steht normalerweise der Dienstabend für 19 Uhr im Kalender der Mitglieder der freiwilligen Feuerwehr, hieß es gestern schon um 18.12 Uhr: Ausrücken!

Ein Scheunendach war unter großem Getöse in weiten Teilen eingestürzt. Als 15 der Wehrleute am Unglücksort eintrafen, stand rasch fest: Das muss sich ein Sachverständiger ansehen. Also entschied Einsatzleiter Jens Kappe, hier nicht ohne Unterstützung tätig zu werden. „Die Kameraden wussten nicht, ob eventuell das direkt angrenzende Dach des Wohnhauses nachrutscht“, erklärt Feuerwehr-Sprecherin Sandra Müller auf Nachfrage.

Fachmann vom THW angefordert

Warum das Gebälk zusammenstürzte, war unklar. Klar war nur, dass die Balkenkonstruktion so gesichert werden musste, dass die Toreinfahrt ohne Gefahr für Leib und Leben vom Besitzer des Gebäudes genutzt werden konnte. Durch diese Einfahrt erfolge der Zugang auf das Grundstück.

Die Wegelebener entschieden sich, über die Einsatzleitstelle des Landkreises das THW Quedlinburg um Hilfe zu bitten. Der Ortsverband des Technischen Hilfswerks hat sich auf Orten und Abstützen spezialisiert, erklärt THW-Sprecher Tobias Heine. Was heißt, es gibt immer einen Statiker oder Bauingenieur, der vor Ort die Lage in Augenschein nimmt und fachlich weitgehend abschätzen kann, wie stabil oder instabil ein Bauwerk oder Teile davon sind. „Es sind keine amtlichen Gutachten, sondern fundierte Sofort-Entscheidungen, die das weitere Vorgehen der Kameraden bestimmen.“

Toreinfahrt gesichert

Das THW war um 18.30 Uhr alarmiert worden, wenig später trafen die Helfer in Wegeleben ein.

Wie Tobias Heine berichtet, wurde die betroffene Tordurchfahrt mit einer Konstruktion aus Holz abgestützt, einem Schwelljoch. Außerdem wurden für die Standsicherheit notwendige Balkenverbindungen wiederhergestellt und in Zusammenarbeit mit der Feuerwehr gefährliche Trümmerteile beseitigt, um ein Herabstürzen dieser losen Dachreste zu verhindern. „Verletzt wurde zum Glück niemand“, so Heine.

Warum das Dach einstürzte, ist derzeit noch unklar.

Einsatz bis nach Mtternacht

Erst am Donnerstagmorgen hieß es: Abrücken. Wie Sandra Müller berichtet, war für die Kameraden der Wegelegeber Wehr der Einsatz gegen 0.30 Uhr beendet.

Die Wegeleber arbeiteten nicht zum ersten Mal mit dem THW Quedlinburg zusammen, vor rund fünf Jahren rückten die Helfer an, weil ein unterspültes Gebäude zu sichern war.

Die THW-Fachleute aus Quedlinburg sichern die Tordurchfahrt an der halb eingestürzten Toreinfahrt  durch eine Holzstützkonstruktion.
Die THW-Fachleute aus Quedlinburg sichern die Tordurchfahrt an der halb eingestürzten Toreinfahrt durch eine Holzstützkonstruktion.
Foto: Volker Damköler