Schlossverwalter Harald Blanke führt Gäste zum Tag des offenen Denkmals durch das Hundisburger Bauwerk

Spannende Einblicke in ein unbequemes Schloss

Von Thomas Junk

Hundisburg l Das Schloss Hundisburg mit seinem romanischen Ursprung und seinen barocken Bauten ist auch ohne den Tag des offenen Denkmals ein Zuschauermagnet. Umso größerer Beliebtheit erfreute sich eine Sonderführung, die der Schlossverwalter Harald Blanke am Sonntag anlässlich dieses Tages angeboten hatte.

Mehr als 70 interessierte Besucher hatten sich am Nachmittag im Schlosshof getroffen, um einen Blick hinter die Mauern und in die Geschichte des Gebäudes zu bekommen. Dabei ließ Blanke auch das Motto des diesjährigen Denkmaltages in seinen Ausführungen nicht außer acht. "Jenseits des Guten und Schönen: Unbequeme Denkmale" - so war der Tag des offenen Denkmals in diesem Jahr überschrieben.

"So ein Schloss ist ja auf den ersten Blick nicht unbequem", stellte Blanke fest. Er erinnerte aber an die Zeit nach 1945, als das Schloss zunächst enteignet wurde, und dann als Volksgut weitergeführt wurde. "Dass es sich auch zu dieser Zeit um ein Schloss gehandelt hat, wurde ausgeblendet", so Blanke. Andererseits würde noch heute manchmal ausgeblendet, dass hier früher eben jenes Volksgut gestanden habe. Die Frage sei in seinen Augen immer: "Wer, blendet wann, welche Dinge aus?" Die Wenigsten würden heute noch wissen, wie der Barockgarten beispielsweise 1990 aussah.

Blanke führte seine Gäste aber nicht nur durch Schloss, Park und Hof. Er gewährte auch spannende Einblicke in Kälberstall, Scheune und Schlossbrauerei. Er berichtete aus der bewegten Geschichte der einstigen Schlossbesitzer und über prägende Ereignisse vom großen Feuer im Hauptgebäude kurz nach dem Zweiten Weltkrieg bis hin zum Tag, an dem die Stadt Haldensleben Schloss und Park gekauft hat.