Halberstadt l Schätze gibt es am Domplatz Halberstadt viele. Am Freitagabend kam ein weiterer dazu. Die Feuerskulptur, die vor einem Jahr bei einer spektakulären Aktion vor Hunderten Schaulustigen im Herzen der Kreisstadt bei über 1000 Grad Celsius gebrannt wurde. Nun ist sie am Städtischen Museum zu sehen.

200 Bürger zum Dank eingeladen

Klein und exklusiv hielten die Stadtverwaltung und das Kuratorium Stadtkultur die Feier zur Enthüllung der Präsentation der Feuer­skulptur im Schaufenster des ­Heineanums. Dafür gab es einen guten Grund. Kommune und Kuratorium wollten sich damit bei den 200 Bürgern bedanken, die mit ihren kleinen und großen Spenden den Kauf und die Präsentation des Kunstwerks ermöglichten. Nur sie waren zur offiziellen Einweihung eingeladen. Etwa 130 kamen.

Stadt und Kuratorium verbündeten sich 2018, um die Feuerskulptur, ein Werk des Keramikers Reinhard Keitel aus Weimar, für die Stadt zu sichern. Sie zeigt die zwei Domtürme und hat damit einen unmittelbaren Bezug zu Halberstadt. In einer unfassbar kurzen Zeit von nur sechs Wochen spendeten die Halberstädter 13 000 Euro. Das Spektrum der Spenden habe von fünf bis 500 Euro gereicht, berichtet Antje Gornig, Direktorin des Städtisches Museums, das die Skulptur als Schenkung erhielt und vorerst für einen Zeitraum von fünf Jahren an der Südfront des Heineanum-Ausstellungsgebäudes vis-à-vis des Doms zeigt.

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Suche nach passendem Platz

Dass ein Jahr vom Kauf bis zur Enthüllung verging, dafür habe es gute Gründe gegeben, so die Museumschefin. Unter anderem musste der passende Platz für die Skulptur gefunden und ausgebaut werden. Nicht irgendeiner, denn es galt einiges zu beachten. Das Kunstwerk sollte sicher und vor Witterung geschützt untergebracht werden, aber jederzeit für alle Interessierten sichtbar sein. Außerdem galt es ein Präsentationskonzept erarbeiten. „Dabei half die ­Firma Ideengut aus Halberstadt“, so Antje Gornig.

Film beschreibt "Projekt Feuerskulptur"

Neben der dezent beleuchteten Feuerskulptur hängt ein Monitor, auf dem in einer Dauer­schleife ein etwa fünfminütiger Film zum „Projekt Feuerskulptur“ zu sehen ist. Allerdings nicht rund um die Uhr, so Antje Gornig. Beleuchtung und Film würden morgens zur Eröffnung des Museums gestartet und abends abgeschaltet.

Symbol für Gemeinschaft in Halberstadt

„Halberstadt ist ein Hort von Kunst und Kultur. Die Feuer­skulptur ist ein Symbol für Gemeinschaft und Engagement in Halberstadt“, betonte Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) während der Enthüllung. Er sei froh und dankbar für die überwältigende Bereitschaft der Halberstädter, sich für die Stadt einzusetzen.

Viele Barrieren aus dem Weg geräumt

Frank Aedtner bedankte sich bei Christiane Strohschneider. „Sie hat mir für ein Jahr Arbeit verschafft“, sagt er mit einem Augenzwinkern. Die Chefin der Halberstadt-Information hatte die Idee für die großangelegte Spendenaktion und holte das Kuratorium Stadtentwicklung mit ins Boot. Nun ist es nicht so, dass sich der Mediziner und engagierte Bürger Aedtner langweilt. Er spielte auf die zeitaufwendige ehrenamtliche Arbeit an, die es brauchte, um das Projekt umzusetzen. „Es ist schwierig, so viel Arbeit im Ehrenamt zu bewältigen“, unterstrich er. Gemeinsam mit der Stadt galt es viele Barrieren aus den Weg zu räumen. Unter anderem mussten mit dem Denkmalschutz im Zuge der notwendigen Umbauarbeiten am Heineanum Weichen gestellt werden. Der Grund: Das Präsentationsfenster gehört zum denkmalgeschützten über 230 Jahre altem Gebäudeensemble des Städtischen Museums. Frank Aedtner dankte allen, die bei der Umsetzung des Vorhabens geholfen haben.

Für kurzweilige Unterhaltung bei der Enthüllung sorgte Arnold Hofheinz. Der Schauspieler vom Nordharzer Städtebundtheater begrüßte die Gäste als Carl Hasenpflug verkleidet, einen der bedeutendsten deutschen Architekturmaler, der 1830 nach Halberstadt kam und dort 1858 starb.