Halberstadt l Im Bereich Wilhelmshöhe bei Langenstein kollidiert das Projekt vierspuriger Ausbau der B 81 mit der Errichtung einer Solaranlage. Im Herbst vergangenen Jahres stellte der Stadtrat Halberstadt bereits die Weichen für die ­Solaranlage. Im Rahmen der frühzeitigen Behördenbeteiligung legte die Landes­straßenbaubehörde Sachsen-Anhalt (LSBB) allerdings ein Veto gegen die für den Bau der Solaranlage notwendige Änderung des Flächen­nutzungsplanes ein.

Hintergrund ist, dass im Bereich Wilhelmshöhe nicht genug Platz für die Erweiterung der B 81 auf vier Fahrspuren ist. Unter anderem wegen der Wohnbebauung. Daher legten die Planer des LSBB westlich von der derzeitigen Straße einen Korridor für das Neubauvorhaben – die Straße wird verschwenkt. Genau dort liegt der Hase im Pfeffer. Die Straße, wenn sie so gebaut wird, würde das 48.500 Quadrat­meter umfassende Areal der Vier-Megawatt-Photovoltaikanlage zerschneiden. Bedeutet: Käme es zum Bau der Solaranlage und der Bund besteht auf den Verlauf der Straße, könnte es zur Enteignung der Fläche kommen.

Alarmglocken bei Investor

Daraufhin schlugen die Alarmglocken beim Investor und der Stadtverwaltung Halberstadt. Der Bauherr könnte seine Investition buchstäblich in den Sand setzen. „Der Einwand der Landesstraßenbaubehörde sorgt natürlich für Verunsicherung“, bestätigt Stadtplanerin Siegrun Ruprecht. Abschrecken lässt sich die Stadtverwaltung von den Ausbauplänen für die B 81 trotzdem nicht. Die Kommune verlangt eine Verlegung der ­Trasse.

Der Stadtrat soll am 11. April die Änderung des Flächen­nutzungsplanes und den Bebauungsplan beschließen. „Der Investor will bauen“, so Siegrun Ruprecht. Das Areal, ein ehemaliger Lagerplatz für Schüttgut, würde sich bestens für den Bau einer Solaranlage eignen und im Kontext zur Energiepolitik des Bundes stehen.

Start nicht vor 2030

„Wir haben unsere Pflicht erfüllt und die Stadt über den geplanten Ausbau der B 81 informiert. Jetzt müssen Kommune und Investor abwägen, was passiert“, sagt Stefan Hörold, Leiter des LSBB Region West in Halberstadt. Er betont, dass es Ansinnen der Planer ist, nach Möglichkeit immer einen konfliktarmen Korridor für neue Straßen zu suchen. Daher sei es möglich, dass die Verschwenkung um das Gelände des ­Solarparks noch herumgeführt wird. Er weist aber auch daraufhin, dass man im Konfliktfall nicht vor einer Enteignung zurückschreckt.

Stefan Hörold bestätigt, dass der Ausbau der B 81 zwischen Halberstadt und Pfeifenkrug nicht vor 2030 beginnt. Vorher wird es auf alle Fälle zum Bau der Nordumfahrung Halberstadts kommen. Die europaweite Ausschreibung der Planungsarbeiten erfolge im Mai 2019. Zur Trassenführung würde es noch keine belastbaren Aussagen geben. Fest steht, dass sie aus Richtung Magdeburg vor den Toren Halberstadts beginnt , einen Bogen um die Stadt schlägt und zwischen Halberstadt und Wilhelmshöhe wieder auf die heutige B 81 stößt.