Halberstadt l Die erste Ortsumgehung für Halberstadt ist fast fertiggestellt. Laut Landesstraßenbaubehörde Sachsen-Anhalt wird die 7,3 Kilometer lange, neue B 79 zwischen der B 81 (Anbindung zwischen Halberstadt und Emersleben) und dem bereits freigegeben Teil um Harsleben herum am Freitag, 13. Dezember, offiziell für den Verkehr freigegeben. Eine weitere Verkehrstrasse, die Halberstadt künftig entlasten soll, befindet sich in der Planung – die Nordumfahrung, die sogenannte Helmvariante.

Die geplante Straße ist Bestandteil des Bundesverkehrswegeplanes 2030. Laut Projektunterlagen soll sie 10,7 Kilometer lang sein und dreispurig gebaut werden. Die veranschlagten Kosten belaufen sich ohne Planungen auf 42 Millionen Euro. Die Berechnung ist jedoch einige Jahre alt. Angesichts der seither enorm gestiegenen Baupreise ist anzunehmen, dass der Kostenrahmen wohl nicht zu halten ist.

Nach den jetzigen Planungen soll die Umfahrung – von Magdeburg kommend – an der B 81 vor Halberstadt abzweigen und hinter dem Ortsausgang in Richtung Langenstein wieder auf die B 81 münden. Weiterführend in Richtung A 36 ist laut Bundesverkehrswegeplan 2030 bis Heimburg der vierspurige Ausbau der B 81 vorgesehen.

Gerüchteküche zu B 81 brodelt

Derzeit gibt es aber Gerüchte, dass die ursprüngliche Helmvariante um Halberstadt, die seit den 1990er Jahren diskutiert wird, nicht umgesetzt werden soll. Angeblich werde an einer anderen Trassenführung gearbeitet. Michael Schanz, Regionalchef der Landesstraßenbaubehörde in Halberstadt, klärt auf: „Derzeit befinden wir uns für die B 81/Ortsumfahrung Halberstadt noch in der Voruntersuchung, also in der Betrachtung verschiedenster möglicher Varianten.“ Im Bedarfsplan für die Bundesfernstraßen sei die Ortsumgehung Halberstadt im Zuge der B 81 in den vordringlichen Bedarf eingestuft. Auf dieser Grundlage seien das Land und im weiteren die Landesstraßenbaubehörde, hier der Regionalbereich West, mit der Planung beauftragt.

Damit ist das Straßenbau-Projekt mittlerweile viel mehr als nur eine Absichtserklärung oder ein Stück Papier, das bekanntlich sehr geduldig sein kann. Mit dem Bau beschäftigten sich bereits Fachleute, Planungsleistungen sind vergeben.

„Nach der europaweiten Ausschreibung der notwendigen freiberuflichen Leistungen wurde im August 2019 im Rahmen der Vorplanung mit der Voruntersuchung einschließlich der Umweltverträglichkeitsstudie begonnen“, informiert Schanz. Das bedeutet konkret, dass im Raum südlich und nördlich von Halberstadt zunächst Untersuchungsräume für mögliche Korridore abgestimmt, über ein bis zwei Vegetationsperioden analysiert und mit den Trägern öffentlicher Belange raumordnerisch bewertet werden. Im Ergebnis sollen entsprechende Trassenvarianten entwickelt und unter Berücksichtigung aller fachlich relevanten ­Kriterien und Erfordernisse begutachtet und abgewogen werden.

Langer Prozess bis zum Straßenbau

„Als Fazit wird eine Vorzugsvariante empfohlen, die den Verkehrserfordernissen unter Beachtung aller Untersuchungsergebnisse am besten gerecht wird“, sagt Michael Schanz. Erst mit dieser Linienbestimmung/-bestätigung werde entschieden, welcher Streckenverlauf für die dann folgende Entwurfsplanung maßgeblich ist. Anschließend erfolge die Vermessung, auf deren Grundlage der Vorentwurf als Straßenentwurfsplanung mit landschaftspflegerischem Begleitplan erstellt wird. Diese Straßenplanung werde mit allen Betroffenen abgestimmt und im Ergebnis die Planfeststellung zur Baurechtschaffung beim Landesverwaltungsamt beantragt.