Langenstein l Maiwinkel – hört sich sehr idyllisch an. Die Wohnlage mitten in Langenstein ist es auch. Für Christina und Gerhard Doll, die dort ein kleines Haus mit Garten geerbt haben, war das Grund genug nach Langenstein zu ziehen. Vor acht Jahren packten sie in Köln ihre Koffer und zogen in das Dorf bei Halberstadt. Bereut haben sie das bis heute nicht.

Allerdings ärgern sich beide zunehmend über den sehr schlechten baulichen Zustand des Maiwinkels. Die Straße präsentiert sich als üble ­Schotterpiste. Regengüsse spülen immer wieder den ­losen ­Asphalt weg, sodass sich teils tiefe Rinnen in der Straße befinden. Für Christina Doll, die nach einem Schlaganfall auf einen E-Scooter angewiesen ist, ist das eine Katastrophe.

Gefahr

„Zu meinen Bruder, der am Sommerbad wohnt, komme ich fast gar nicht mehr. Die Straße mit dem Scooter zu befahren, ist für mich mittlerweile gefährlich“, sagt Christina Doll. Zumal der Maiwinkel durch seine Hanglage auch ein starkes Gefälle aufweist. Das Elektrofahrzeug findet teils ­keinen Halt im losen Untergrund, so die Langensteinerin. Die tiefen Rinnen tun ihr übriges, der mobile Untersatz fängt an zu kippeln und gerät so in heikle Schieflagen. „Schon mehrmals drohte mein Fahrzeug auf der desolaten Straße mit mir umzukippen“, berichtet Christina Doll. An anderen Stellen habe der ­Regen ­mittlerweile Gullydeckel freigelegt, die zusätzlich für Gefahr sorgen.

„Es ist einfach zum Verzweifeln“, so die 70-Jährige. Es sei wunderschön in Langenstein, die Nachbarn sind nett, aber Christina Doll kann das alles nicht mehr so richtig genießen, weil sie aufgrund des „schlimmen Zustands der Straße“ das eigene Grundstück kaum noch verlassen kann.

Forderung

Besonders gelitten habe der Maiwinkel als der Trink- und Abwasser Zweckverband Vorharz (TAZV) Kanäle in der Straße verlegt habe. „Der Zustand des Maiwinkels muss unbedingt verbessert werden“, fordert das Ehepaar nicht nur um ihre Lage zu verbessern. Alle Anwohner würden darauf warten. Bislang sind sie mit dieser Forderung auf Granit gestoßen. Als Einziger habe ihnen der ehemalige Ortsbürgermeister Jürgen Meenken (CDU) geholfen. Er reagierte auf den ­Hilferuf und ergriff die ­Initiative.

„Unbürokratisch schnappte sich Jürgen Meenken ein Fahrzeug von seinem Milchhof und zog damit die ­Schotterpiste wieder glatt. Darüber freuten wir uns sehr“, berichtet Christina Doll. Leider habe der Erfolg nur sehr kurzfristig gehalten. Die Straßenoberfläche sei ständig in Bewegung durch den Verkehr und die Niederschläge. Daher fordern Christina und Gerhard Doll die für die kommunale Straße zuständige Stadtverwaltung Halberstadt auf endlich zu handeln.

Keine Autobahn

„Wir benötigen hier keine gut ausgebaute Autobahn.“ Es würde schon vollkommen ausreichen, wenn in regelmäßigen Abständen die Straßenoberfläche glatt gezogen und verdichtet wird, so die beiden Langensteiner.

Angesichts der angespannten Haushaltslage der Stadt Halberstadt ist es fraglich, ob Dolls schnell Hilfe bekommen. Obwohl sich der August schon dem Ende neigt, besitzt die Kreisstadt bislang für 2019 noch gar keinen Etat. So heißt es auf Nachfrage aus dem Halberstädter Rathaus: „Aufgrund der komplizierten tatsächlichen und rechtlichen Situation wird Oberbürgermeister Andreas Henke (Linke) umgehend ein Gespräch mit Langensteins Bürgermeister Holger Werkmeister (FDP) und mit der Familie Doll vereinbaren.“