Halberstadt l Für Lokalpatrioten ist die Fahne ihrer Heimatstadt ein absolutes Muss. Im Garten oder auf dem eigenen Grundstücke Flagge zu zeigen, ist für sie etwas Besonderes. So auch für Günter Ramme aus Halberstadt. Er hätte gern eine eigene Fahne, doch in seiner Heimatstadt sei sie einfach nicht zu bekommen.

„Ich versuche seit zwei Jahren in der Halberstadt-Information eine Flagge der Kreisstadt zu erwerben. Die Ausreden, weshalb keine vorhanden sind wechseln in: ‚sind bestellt‘, ‚sind zu teuer‘, ‚konnten uns mit dem ­Hersteller nicht einigen‘, oder ‚sind verkehrt gedruckt‘ und so weiter“, berichtet der Halberstädter verärgert. Günter Ramme erzählt, dass er viele ehemalige Bürger der Stadt kenne, die ebenfalls gern eine Flagge ihrer Heimatstadt in Gärten oder auf Grund­stücke aufhängen würden. „So eine Flagge erzeugt doch auch Neugierde. Wer sie sieht, fragt sich doch, wo kommt die denn her.“

In den zwei großen ­Nachbarstädten Halberstadts sei es hingegen kein Problem eine Stadt-Flagge zu erwerben, sagt Günter Ramme. „Was in anderen Städten funktioniert, muss doch auch hier möglich sein“, fordert der Halberstädter.

Geringes Budget

Christiane Strohschneider, Chefin der Halberstadt-Information: „Wir sind bemüht, alle Wünsche der Kunden entsprechend unseren finanziellen Möglichkeiten zu erfüllen. Das Budget dafür ist wirklich nicht üppig.“ Seit etwa eineinhalb Jahren versuche sie, ­Halberstadt-Fahnen ins Sortiment aufzunehmen. Man sei mit einer Firma in Kontakt gewesen, die solche Fahnen anfertigt.

„Obwohl die Nachfrage bei uns mit drei bis vier Anfragen im Jahr sehr gering ist, wollten wir es versuchen und haben 50 Fahnen bestellt“, berichtet Christiane ­Strohschneider. Die Halberstadt-Information bekam allerdings Fahnen, auf denen das Wappen falsch dargestellt war. „Wir mussten sie reklamieren.“ Auch der zweite Versuch ging in die Hose, weil ein Vertreter der Firma meinte, „die Gestaltung des Halberstadt-Wappens, wie wir es fordern, sei falsch“.

Mittlerweile habe man sich von den Beschaffungsplänen verabschiedet. „Im Internet können Fahnen sehr preiswert erworben werden. Bei ent­sprechenden Anfragen weisen wir darauf hin“, so die Tourismus-Chefin.

Quedlinburg ohne Fahne

Probleme türmen sich nach Volksstimme-Recherche aber auch in den Nachbarstädten auf, wenn man dort eine Heimatfahne erwerben möchte. In der Quedlinburg-Information heißt es auf Volksstimme-Anfrage: „Tut uns leid. Fahnen mit dem Wappen der Stadt Quedlinburg führen wir auch nicht.“

In der Tourist-Information Wernigerode ist eine Fahne vorrätig. Ein sehr gefragter Artikel sei es nicht, heißt es auf Nachfrage.