Wilhelmshall l Dass es nun bereits seit Wochen nicht geregnet hat, treibt nicht nur den Landwirten der Region große Sorgenfalten auf die Stirn. Auch die Forstwirte warten sehnsüchtig auf Regen.

„Wir haben im Herbst 60 junge Bäume gepflanzt“, erklärt Revierförster Alexander Schulze. Diese Neupflanzungen finden sich zum Beispiel entlang des Brückweges, am Hundeteich und am Buchenberg. Die jungen Bäumchen sind mit Draht geschützt, um sie vor dem Verbiss von Wild zu schützen, das ganz besonders gern an jungen Trieben knabbert. Doch bisher hatten die jungen Triebe auf sich warten lassen, was am mangelnden Regen gelegen haben könnte.

Wasser aus privaten Brunnen

Daher hatte sich Alexander Schulze an Werner und Christa Gringmuth aus Wilhemshall gewandt. Und diese haben umgehend reagiert. „Ich habe mir von Volkmar Süß aus Badersleben einen großen Behälter abgeholt und diesen mit Wasser aus unserem Brunnen gefüllt“, erklärt Werner Gringmuth. Auf dem Hänger, der vom Trecker gezogen wird, findet neben dem Wasserbehälter auch noch eine Motor-Pumpe Platz. Und schon hieß es „Wasser marsch“ und die jungen Bäumchen wurden gewässert, Stück für Stück. „Wir waren gut zwei Stunden unterwegs“, berichtet Christa Gringmuth.

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Nicht zu viel gießen

Groß war die Freude, als sie bereits nach drei Tagen feststellten, dass die jungen Bäumchen austreiben. Ob das nun an den steigenden Temperaturen oder tatsächlich am Wasser gelegen hat, egal. „Wichtig ist, dass sich die jungen Bäume nun gut entwickeln“, sagt der Revierförster und erklärt, dass solche Wasserspenden generell stets die Ausnahme bleiben sollten. „Bäume haben ein Gedächtnis und merken sich genau, ob sie sparsam oder verschwenderisch mit Wasser umgehen können.“ Allerdings sei die Situation der neu gepflanzten Jungbäume etwas anders. „Diese Bäume kommen aus der Baumschule und hatten dort genügend Wasser und Nährstoffe. Nun stehen sie im Trocknen und benötigen etwas mehr Feuchtigkeit für einen ersten Wachstumsschub.“ Ein Baum entwickle sich am allerbesten genau an der Stelle, an der die Frucht heruntergefallen sei. Doch oft genug passe diese Stelle dann nicht in den Forstplan.

Mit der Pflanzung der Jungbäume, darunter Elsbeeren, Speierlinge, Mehlbeeren und Wildkirschen, setzt Revierförster Schulze die geplante Waldinnenrandgestaltung im Huywald weiter um und erklärt: „Idealerweise baut sich der Wald ab Wegesrand stufenweise auf und beginnt mit Kraut, geht über Sträucher, Stauden und Bäume zweiter Ordnung bis hin zum eigentlichen Hochwald.“ So kann genügend Licht einfallen und der Weg abtrocknen. Weitere Pflanzungen sind geplant, je nach Haushaltslage des Forstbetriebes.

Graben komplett ohne Wasser

Für Werner Gringmuth, der schon viele Jahrzehnte in Wilhelmshall wohnt und den Wald wie seine Westentasche kennt, ist die anhaltende Trockenheit bedenklich. „Wenn dieser Sommer wieder so heiß und trocken wird, haben wir das dritte Jahr in Folge zu wenig Regen.“ Schon jetzt sei der Wassermangel deutlich sichtbar, besonders an den Quellen. Als Beispiel zeigt er einen ausgetrockneten breiten Graben, der parallel zum Brückweg an der Klauswiese verläuft. „Diesen Graben haben wir mal künstlich angelegt und mit dem Jürgenbrunnen verbunden.“ Der Graben sei immer voller Wasser gewesen, sogar dicke Karpfen hätten hier gelebt. Doch nun liegt er schon seit Jahren trocken. „Ich glaube nicht, dass ich noch erlebe, das er wieder voll läuft.“