Harzkreis/Goslar l Die Unwetterfront, die mit Dauerregen zwischen Montagnachmittag und Dienstagvormittag über die Region hinweg gezogen ist, hat im Harzkreis vergleichsweise wenige Schäden verursacht. Zwischen Osterwieck und Hoppenstedt wurde Schlamm auf die Landesstraße 87 gespült. In Drübeck und Bühne wurden Straßen überflutet. Über Verletzte wurde laut Leitstelle nichts bekannt.

Unterhalb des Kleinen Fallsteins wurde in den Nachtstunden vom ergiebigen Regen Schlamm auf die Verbindungsstraße zwischen Osterwieck und Hoppenstedt gespült. Die Feuerwehr Hoppenstedt wurde am Dienstagmorgen gegen 6.30 Uhr alarmiert, berichtete Einsatzleiter Dietmar Weißer. Zusammen mit Kameraden aus Bühne und Osterwieck fegten sie den Schlamm von der Fahrbahn, auch ein Fahrzeug mit Kehrbesen von der Putenfarm in Bühne kam dabei zum Einsatz. Die Straße war in dieser Zeit gesperrt, der Verkehr wurde über Stötterlingen umgeleitet.

Leitung freigespült

Auch in Drübeck war nach Angaben eines Sprechers der Leitstelle in der Nacht zum Dienstag Land unter angesagt. Mehrere Straßen seien betroffen gewesen. Teilweise hätten die Fluten eine Gasleitung freigespült, sodass der Netzbetreiber hinzugerufen werden musste. Eine abenteuerliche Einlage gab es am Morgen für Schulbus-Benutzer in Bühne. Auch dort war eine Straße überspült, sodass der Bus nicht auf direktem Weg sein Ziel erreichen konnte. Alles in allem sei der Harzkreis im Vergleich zu anderen Regionen Deutschlands beim jüngsten Unwetter weitgehend glimpflich davongekommen, so die Bilanz eines Sprechers der Leitstelle.

Glimpflich – das ist auch mit Blick in die niedersächsische Stadt Goslar das Stichwort, wenngleich der Westharz vom Unwetter insgesamt stärker tangiert wurde. Wie Stadtsprecherin Vanessa Nöhr informierte, gab es lediglich drei Einsätze, zu denen 30 Frauen und Männer der freiwilligen Feuerwehr ausrückten. Beim ersten Alarm musste am Montag gegen 18 Uhr auf der Graudörfer Wehr ein umgestürzter Baum beseitigt werden. Kurz nach 21 Uhr drohte in der Bismarckstraße Wasser von der Dachterrasse in eine Wohnung zu laufen. Die Kameraden dichteten die Terrassentür mit Sandsäcken ab.

Wassereinbrüche

Im Klaus-Groth-Weg schließlich war gegen Mitternacht ein Fallrohr vollgelaufen. Damit das Wasser nicht in den Keller eindrang, wurde die Verstopfung in der Dachrinne beseitigt.

Wie die Sprecherin weiter mitteilte, hatte der Deutsche Wetterdienst für die Zeit von Montag, 15 Uhr, bis Dienstag, 12 Uhr, vor ergiebigem Dauerregen gewarnt. Vanessa Nöhr: „In Abstimmung mit der Stadtverwaltung bereitete der Fachzug Logistik der Goslarer Feuerwehr 1000 Sandsäcke vor, von denen letztlich rund zehn benötigt wurden.“

Dafür wurden in Liebenburg unwetterbedingte Schäden registriert. Nach Angaben eines Sprechers der Kreisverwaltung Goslar kam es in der dortigen „Schule am Schloss“ an einigen Stellen zu Wassereinbrüchen, die einen Einsatz der örtlichen Feuerwehr nach sich zogen. Auf den Schulbetrieb habe der Vorfall jedoch keinen Einfluss gehabt, dieser habe am Dienstagmorgen wie gewohnt aufgenommen werden können.

Die Ursachen für den Wassereintritt sind laut Angaben des Gebäudemanagements des Landkreises Goslar auf die extrem großen Wassermengen und die aktuelle bauliche Situation zurückzuführen. Die Schule am Schloss wird gegenwärtig umfassend saniert, sodass unter anderem die Entwässerungssysteme zum Teil erst als Provisorium installiert sind.