Schwanebeck l Im Schwanebecker Stadtpark sind gleich drei Mahnmale zu finden. Hier wird am Volkstrauertag der Toten beider Weltkriege gedacht, dabei legen Einwohner und Mitglieder von Vereinen Kränze nieder. Gleich gegenüber dem Eingang befindet sich das zentrale Denkmal, etwas weiter hinten gibt es den Gedenkstein für den bekannten Komponisten Franz Schubert. Hier sangen einst die Mitglieder des örtlichen Männergesangvereins.

Auf dem Thieberg, hier wurde am 3. Juli 1872 eine Gedenk­stele für die Gefallenen der Kriege von 1866 und 1870 errichtet, sieht es nicht viel besser aus. Sämtliche Denkmäler wurden beschmiert, zudem findet sich Müll in der Nähe. Auf dem Berg stehen Friedenseichen, die die Einwohner der Stadt hier pflanzten. Gleich hinter der Stele liegt ein umgebrochener Baum im Gestrüpp.

Petra Hein, Vorsitzende des Heimatvereins und Stadtratsmitglied für „Die Linke“ ist empört. „Einwohner der Stadt haben mich von der Situation unterrichtet“, sagt sie. „Es ist schier unglaublich, dass so etwas in unserer Stadt möglich ist.“ Sie hat inzwischen Bürgermeister Benno Liebner über die Schmierereien in Kenntnis gesetzt. Der ist ebenfalls nicht amüsiert. „Das ist kein Dummer-Jungen-Streich“, stellt dieser klar. „Offensichtlich handelt es sich größtenteils um Kreide-Malereien.“

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Denkmäler der Stadt zu beschmieren sei nicht nur ungehörig, sondern auch respektlos gegenüber den Menschen, für die die Mahnmale errichtet worden seien. „So etwas werden wir nicht tolerieren“, sagt er. „Ich möchte die Einwohner der Stadt aufrufen, mich über eventuelle Beobachtungen zu informieren.“ Der Stadtpark sei keineswegs ein riesiges Gelände und in der Nachbarschaft befinden sich etliche Wohnhäuser. „Es ist durchaus möglich, dass die Übeltäter beobachtet worden sind“, sagt das Stadtoberhaupt. Hinweise werden vertraulich behandelt.“

Gleichzeitig richtet Liebner einen Appell an die Verursacher. „Ich reiße niemandem den Kopf ab, wenn er sich freiwillig bei mir meldet, um die Schmierereien wieder zu entfernen“, äußert er sich. „Allerdings wäre das eine Variante, um Schlimmeres zu vermeiden.“ Mit einer Standpauke sei sicherlich zu rechnen. Ihm gehe es darum, solche Vorkommnisse künftig zu vermeiden.

„Stellen sich die Schmierfinken nicht freiwillig, schalten wir die Polizei ein und es ist mit einer Anzeige zu rechnen, sollten wir herausbekommen, wer verantwortlich ist“, unterstreicht der Bürgermeister seine Worte. Eine weitere Sache bewegt ihn außerdem noch. „Die Tür zum Spielplatz in der Kapellenstraße ist bereits zum dritten Mal eingetreten worden“, berichtet er. „Die Namen der Verursacher sind dem Stadtrat bekannt.“

Er setze voraus, dass die Übeltäter sich bei ihm innerhalb von zwei Wochen melden. „Geschieht das nicht, gibt es eine Anzeige wegen Sachbeschädigung“, erklärt er. „Ich bin bei der Bürgermeisterstunde oder privat zu erreichen. Noch können wir die Sache mit einigen Sozialstunden klären.“