Lebenslauf

Andreas Henke wurde am 27. Juli 1962 in Dingelstedt am Huy geboren. Sein Abitur legte er 1981 an der damaligen Erweiterten Oberschule „Bertolt Brecht“ ab, dem heutigen Gymnasium Martineum.

1981 bis 1984 studierte Henke an der Polizeihochschule des Ministeriums des Innern in Dresden und schloss als Hochschulinge­nieurökonom ab. Henke wechselte in den aktiven Polizeidienst, war von 1984 bis 1985 in Leipzig tätig, kehrte aus gesundheitlichen Gründen dem Polizeidienst 1985 den Rücken und nach Halberstadt zurück. Er war in der Stadtwirtschaft als Abteilungsleiter Entsorgung/Deponie beschäftigt, von 1986 bis 1991 im Kraftverkehr Halberstadt als Abteilungsleiter Preise/Rechnungslegung, Arbeitsökonom und in der Akquisition tätig.

1992 bis 1996 betrieb Henke eine Detektei, die vor allem in Wirtschaftsfragen agierte.

Im Jahr 1996 wechselte Henke als Fachberater in die Barmer-Ersatzkasse, wo er bis 2006 arbeitete.

2007 löste Henke Harald Hausmann als Oberbürgermeister der Stadt Halberstadt ab. Das Mitglied der Linkspartei war von 1990 bis 2006 Mitglied des Kreistages Halberstadt und ist seit 2019 Mitglied des Kreistages des Landkreises Harz.

Seit 1999 gehört Andreas Henke ununterbrochen dem Stadtrat Halberstadt an, erst als gewähltes Mitglied, dann in seiner Funktion als Oberbürgermeister.

Andreas Henke ist geschieden und hat drei erwachsene Kinder.

Henke ist Mitglied in zahlreichen Fördervereinen der Stadt sowie ehrenamtlicher Geschäftsführer des Zweckverbandes Nordharzer Städtebundtheater, Vorsitzender des Regionalverbandes Halberstadt-Wernigerode des ASB, Vorsitzender des Netzwerkes Impuls Festival für Neue Musik, Mitglied im Präsidium des Deutschen Städtetages, in den Kuratorien der Moses-Mendelssohn-Akademie und des Cage-Orgelprojektes sowie im Praxisbeirat Verwaltungswissenschaften der Hochschule Harz und Beiratsmitglied der Thüga, einem Verbund kommunaler Ernergierversorger.

Halberstadt l Ja, er will nochmal. Andreas Henke, seit 14 Jahren Oberbürgermeister Halberstadts, tritt noch einmal an, stellt sich dem Votum der Wähler. Und ja, es gab eine Phase, in der im Zweifel war, ob er das wirklich tun will, sagt Henke. Es gab Argumente dagegen – zum Beispiel den Fakt, dass Oberbürgermeister zu sein, eine sehr zeitraubende Tätigkeit ist. Soll er das machen, jetzt, wo seine Eltern in ein Alter kommen, „wo sie mich öfter brauchen werden als bisher“? Das Schlafdefizit war auch ein Argument gegen eine neue Kandidatur. Aber Angst, ins Leere zu fallen, keine Arbeit mehr zu finden, die hatte er nie. Dafür Argumente für eine erneute Kandidatur.

Nicht nur, dass ihn Parteifreunde baten, er sieht spannende Entwicklungen, die er gern begleiten, weiter vorantreiben will. Einiges zählt Henke da auf: Die Verwirklichung der Neubaupläne auf dem Gelände des Klubhauses, nennt er, den Abschluss der Sanierung der Diesterweg-Grundschule, die Umgestaltung des Breiten Weges, die Sanierung der Kita „Ententeich“, das Bürgerhaus Ströbeck, den Pastorenberg sowie den Straßenbau Im Maiwinkel in Langenstein. Auch die Fläche des einstigen Möbel-Boss Kaufhauses in Halberstadt selbst soll endlich wieder ansehnlich werden. „Wir haben mit dem Grundstücksbesitzer erste Gespräche geführt zu möglichen Nachnutzungen und Kontakt zu möglichen Investoren“, sagt Henke.

Mitstreiter gewinnen

Und noch etwas will er in den kommenden sieben Jahren erledigt sehen: die Sanierung der Grundschule „Freiherr Spiegel“. „Da müssen wir kleine Schritte gehen“, so Henke. Nach der Ablehnung des Fördergeldantrags soll die Schule Stück für Stück saniert werden. Teilsanierung des Daches, Umsetzung von Brandschutzvorgaben Sprechfunk für die Klassenzimmer sei auf den Weg gebracht, auch am Außengelände könne etwas gemacht werden. „Innen ist die Schule in keinem so schlechten Zustand, da müssen wir vor allem was in Sachen Lärmschutz tun.“

Er weiß, dass ein Oberbürgermeister nichts alleine bewegen kann. Das sei eine der größten Herausforderungen in diesem Job. In der Verwaltung müssen Mitstreiter gewonnen und überzeugt werden, das gelte auch für den politische Raum. „Und nicht selten ist es besonders wichtig, auch die Akteure aus der Stadtgesellschaft einzubinden, also Vereine, Verbände, die Bürgerschaft als solche.“ Das mache aber auch den Reiz kommunalpolitischen Handelns aus. Es ist konkret. „Es klingt vielleicht wie eine Plattitüde, aber ich bin mit Leidenschaft Halberstädter und Kommunalpolitiker. Mich hat es nie gereizt, auf Landes- oder Bundesebene zu arbeiten.“

Wahlkampf - ein Höllenritt

Seit exakt 30 Jahren ist Henke in der Kommunalpolitik aktiv, wurde 1990 in den ersten freigewählten Kreistag gewählt, neun Jahre später kam ein Stadtratsmandat dazu. Er hat schon manchen Wahlkampf erlebt. Und ist überrascht, dass er doch nicht so abgeklärt ist in Sachen Wahlkampf wie er dachte. „So ein Wahlkampf ist schon ein Höllenritt, da bleibt man nicht gelassen. Schließlich legt der Wahltag fest, in welche Richtung sich das eigene Leben weiterentwickelt. Mal sehen, was der 5. Juli bringt. Aber egal, wie es ausgeht, ich werde meinen Frieden machen mit dem Ergebnis.“

Ein bisschen mehr Gelassenheit hat er in anderen Dingen gewonnen. Im Umgang mit Anfeindungen zum Beispiel, da habe er viel gelernt in den vergangenen Jahren. „Irgendwann akzeptiert man, dass man nicht jedermanns Freund sein kann. Und glauben Sie mir, die ersten Jahre nach der Wende waren da eine besonders harte Schule für jemanden, der wie ich aus der SED kam und in der SED/PDS, dann PDS und dann der Linkspartei aktiv war. Sprüche wie: ,Jagt die rote Brut zum Teufel‘, die treffen einen schon. Aber man muss lernen, so etwas einfach mal wegzustecken.“

Hoher Preis

Nicht so leicht wegzustecken sei allerdings, dass die Familie unter dem politischen Amt gelitten hat. „Meine Kinder hätten es verdient, ihren Vater mehr zu Hause zu sehen“, sagt Henke nachdenklich.

Aber trotz des hohen Preises sei die Entscheidung, für das Oberbürgermeisteramt zu kandidieren, die wichtigste in seinem Leben gewesen. Neben der, 1985 wieder nach Halberstadt zurückzukehren. Damals war er in Leipzig im aktiven Polizeidienst. Doch eine akute rheumatische Erkrankung machte den Dienst in der Bereitschaftspolizei unmöglich. Und ein Wechsel zur Kriminalpolizei war ihm verwehrt worden. Dass er Polizist wurde, sei dem Einfluss eines Onkels zu verdanken, der bei der Polizei in Magdeburg tätig war. „Mein Kindheitstraum war es eigentlich, Tierarzt zu werden. Bis zu dem Tag, als ich während eines Praktikums sah, wie ein Tierarzt einem Rind mit Verstopfung tief in den Hintern fasste“, berichtet Henke schmunzelnd.

Der Traum, ein Orchester zu dirigieren

Seine Familie hat nicht nur seine ersten beruflichen Schritte beeinflusst. Die Liebe zur Musik, vor allem zur klassischen, ist ihm im Elternhaus in die Wiege gelegt worden. „Wenn ich von der Schule nach Hause gekommen bin, habe ich mir eine Schallplatte aufgelegt und 30 bis 45 Minuten klassische Musik gehört. Selbst zu den Zeiten, als ich sonst eher Heavy Metal und Hardrock gehört habe. Damals habe ich davon geträumt, mal ein Orchester zu dirigieren.“ Erfüllt wurde ihm dieser Traum vor einigen Jahren mal bei einem Tag der offenen Tür im Theater.

Das Theater ist für Andreas Henke ein Ort, den er sehr schätzt, der hilft, abzuschalten, Kraft zu tanken. So wie beim Frühsport, der seit Jugendtagen zur Tagesroutine gehört.

Informationen

Henke lernte als Jugendlicher, Trompete zu spielen, spielte Handball und war als Übungsleiter aktiv. Vielfältigkeit hat ihn immer begleitet. Für einen Oberbürgermeister nicht unwichtig, ist ein rascher Wechsel der Themen doch eine weitere Herausforderung in diesem Amt. „Man kann nicht alles wissen und in jedem Thema drin stecken, aber dann muss man sich vorher einlesen oder von seinen Mitarbeitern informieren lassen“, berichtet der 57-Jährige.

Die vielen verschiedenen Themen, mit denen ein Oberbürgermeister zu tun hat, haben ihm auch privat Neues eröffnet. Er ist Freimaurer und bekennt sich öffentlich dazu. Anders als in vielen Regionen der Welt sind Freimaurer in Deutschland nicht bedroht, sagt er, auch wenn es auch in der Bundesrepublik Regionen gibt, wo ein öffentliches Bekenntnis zu einer Loge mit beruflichen Schwierigkeiten verbunden sein kann. „Ich denke, die Bürger Halberstadts haben ein Recht zu wissen, was ihren Oberbürgermeister innerlich antreibt, welche Geisteshaltung er hat“, sagt Henke.

Freimaurerei, die es seit über 300 Jahren gibt, ist ein Zusammenschluss unterschiedlichster Menschen, deren grundlegende Werte sich am christlichen Wertekanon orientieren. Er sei der christlichen Kirche gegenüber schon seit Jugendtagen aufgeschlossen gewesen, sagt Andreas Henke. Und als er von Friedrich-Wilhelm Schröter auf die Halberstädter Loge aufmerksam gemacht wurde, begann er sich, intensiver mit dem Thema zu befassen, besuchte die öffentlichen Gästeabende. Irgendwann wurde es konkret, er durchlief das halbjährige Aufnahmeverfahren. Bei den Treffen stehen sich Menschen gegenüber, denen die berufliche Stellung des anderen egal ist, da ist er Gleicher unter Gleichen, sagt Henke. Und fügt an: „Die humanistischen Werte, die die Freimaurer leben, sind ein Haltepunkt für mich.“