Halberstadt l Es waren ihre Leser, die sie auf die Idee brachten. „Sie kamen mit Klebezetteln in den Romanen zu mir und erzählten, dass sie diesen und jenen Ort aus dem Roman unbedingt aufsuchen wollen. Daraus wuchs die Idee, einen Kultur- und Wanderführer zu den Orten und Plätzen der Hexenromane zu entwickeln“, berichtet Kathrin Hotowetz. Viele Gespräche später steht die Autorin der erfolgreichen Thrillerreihe „Im Schatten der Hexen“ auf dem Hof des Burchardiklosters und enthüllt gemeinsam mit Katrin Packebusch, der Illustratorin der Bücher, den ersten von insgesamt 100 Stempelkästen, in der Farbe von Blutorgangen gehalten. Denn so viele Stationen wird er haben, der neue Sonderstempelweg der Harzer Wandernadel.

Die werden dauerhaft errichtet, wie Klaus Dumeier, Vorstandsvorsitzender des Vereins „Gesund älter werden im Harz“, sagt. Der Verein ist Träger des Wandernadelprojektes, das sich zu einem extrem erfolgreichen Angebot entwickelt hat. Dass die Stempelstellen auch an kultur-historisch bedeutenden Orten stehen, ist ein Novum. Bislang befinden sich die Stempelstellen in der Natur, Anliegen ist schließlich, Menschen zum Wandern zu bewegen, sie sportlich herauszufordern. Aber die Idee, die Wandernadel auch eher kulturell interessierten Harzbesuchern nahezubringen, hat großen Charme.

Zwei Erfolgsgeschichten verknüpft

„So können zum einen die Städte-Touristen zum Wandern animiert und die Wanderfreunde in die wunderschönen Städte gelockt werden“, sagt Axel Steinbach vom Geistmühle Verlag, der die historisch geprägten Spannungsromane herausgibt. Und vielleicht, fügt Steinbach an, erfüllt sich mit den neuen Wanderrouten ja auch ein Wunsch der Autorin: dass die Leser wandern gehen und die Wanderer lesen mögen.

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Oberbürgermeister Andreas Henke (Die Linke) zeigt sich ebenfalls begeistert von der Idee, zwei Harzer Erfolgsgeschichten zu verknüpfen. „Wir verbinden hier zwei Schätze“, sagt Henke, der sich besonders darüber freut, dass nun auch Halberstadt Bestandteil der, wie Steinbach es formuliert, „touristischen Zugnummer Harzer Wandernadel“ ist. Elf der neuen Stempelstellen stehen auf dem Gebiet der Stadt.

Neue Stempel entworfen

Sie unterscheiden sich nicht nur durch das knallige Orange, auch die Stempel selbst werden etwas anders gestaltet sein. Gab es zur Einweihung des allerersten der neuen Stempelkästen im Burchardikloster noch die Harzhexe ins Sammelheft gedrückt, sollen künftig die Umrisse der jeweiligen Kulturstätte im Heft prangen. Katrin Packebusch hat die Stempel entworfen und Klaus Dumeier gab sein Okay für diese Idee, die auch von den Sponsoren der Wandernadel mitgetragen wird. Die Stadt wird die Pflege der Stempel übernehmen, Vereine wie Harzklub und Halberstädter Bergeverein kümmern sich um die Wartung der Kästen im Stadtgebiet.

Auch in Blankenburg, Quedlinburg, Goslar, Nordhausen und anderen Harzstädten werden an besonderen Kulturstätten Stempel für das „Wandern im Schatten der Hexen“ erhältlich sein. Die neuen Sammelhefte sind ab 18. August zu bekommen. „Aber auch die normalen Sammelhefte bieten ja Seiten für Sonderstempel“, sagt Klaus Dumeier.