1. Startseite
  2. >
  3. Lokal
  4. >
  5. Nachrichten Halberstadt
  6. >
  7. Badevergnügen: Was drei Frauen fürs Osterwiecker Freibad geschafft haben

Badevergnügen Was drei Frauen fürs Osterwiecker Freibad geschafft haben

Der neue Vorstand des Fördervereins Pro Sommerbad hat seit seinem Amtsantritt zum Jahresanfang schon einiges bewegt. Wie er die Eintrichtung noch attraktiver gestalten möchte.

Von Mario Heinicke 06.08.2024, 16:00
Susanne Tantius, Yvonne Meinert und Sabrina Perle (von links) stehen jetzt an der Spitze des Osterwiecker Vereins Pro Sommerbad. Die neuen Wellenbänke und die frisch gepflasterte Fläche darunter gehören zu den ersten Vorhaben, die sie angeschoben haben.
Susanne Tantius, Yvonne Meinert und Sabrina Perle (von links) stehen jetzt an der Spitze des Osterwiecker Vereins Pro Sommerbad. Die neuen Wellenbänke und die frisch gepflasterte Fläche darunter gehören zu den ersten Vorhaben, die sie angeschoben haben. Foto: Mario Heinicke

OSTERWIECK. - Die Badeinsel im 50-Meter-Becken ist neben dem Sprungturm die Attraktion für die Jugend im Osterwiecker Sommerbad. Zum Beginn dieser Freibadsaison drohten gleich beide auszufallen. Der Fünf-Meter-Turm konnte aus Sicherheitsgründen schon seit Ende voriger Saison nicht genutzt werden, und aus der aufblasbaren Badeinsel entwich Luft. Die vor der Saison begonnene Turmsanierung erstreckte sich dann doch bis in den Juli hinein, die Badeinsel konnte unterdessen noch einmal geflickt werden. Aber der Austausch ist nach nun sechs Dienstjahren unumgänglich.

Der Förderverein initiierte im Juli über das Internet eine Spendenaktion, in der Hoffnung, dass irgendwann 3.500 Euro zusammenkommen würden, die zusammen mit 1.000 Euro Eigenmitteln den Erwerb einer neuen Badeinsel ermöglichen würden. Dass das Spendenziel schon binnen weniger Tage erreicht wurde, bezeichnete Yvonne Meinert schlicht als „Wahnsinn“. Von Kindern bis Senioren hätten für das Bad gespendet, kleine und größere Beträge seien eingegangen.

Meinert ist die neue erste Vorsitzende von Pro Sommerbad. Dem zum Jahresbeginn gewählten neuen Vorstand des Fördervereins gehören weiterhin Susanne Tantius als zweite Vorsitzende und Sabrina Perle als Kassenwartin an.

Gern hätten die Frauen jetzt schon eine neue Badeinsel ins Wasser gelassen. Doch die Lieferzeit betrage mehrere Wochen. Deshalb solle die Neuanschaffung erst zur Freibadsaison 2025 geordert werden.

Rund 40 Mitglieder zählt der bereits im Jahr 2008 und damit ein Jahr nach der umfassenden Badmodernisierung gegründete Förderverein. Seine Arbeit fokussiert sich seitdem auf die finanzielle Unterstützung für Dinge, die sich die finanziell klamme Kommune nicht leisten kann. Wie eben die Badeinsel.

Aber es war dieses Jahr noch mehr, was der neu aufgestellte Förderverein schuf. Am Beckenrand wurde in Eigenleistung eine größere, sonnengeschützte Aufstellfläche für Liegen und Bänke gepflastert. Besonders dankbar ist der Förderverein Denis Langhoff, dass er als Fachmann das Vorhaben begleitete und die helfenden Mitglieder anleitete. Die Steine hatte die Stadt Osterwieck zur Verfügung gestellt.

Unter dem Sonnenschutz haben auf dem Pflaster nun auch drei massive Wellenbänke ihren Platz eingenommen. Ermöglicht haben das die Firmen 3B Metallbau und Göschl.

Das erste Amtsjahr des neuen Vorstands ist also erfolgreich angelaufen. Die drei Frauen haben unterdessen schon weitere kleinere und größere Vorhaben im Blick. Von weiteren Sonnenschirmen, neuen Fußballtoren bis zu Spielgeräten für Kinder. Vielleicht sogar mit einer Matschküche im Sand für die Knirpse. Und weil der flache Kinderbereich im Wasserbecken sowie die Sandspielfläche weit entfernt von den Umkleidekabinen liegen, sind derartige Kabinen am anderen Ende des Badgeländes eine Vision. Aber auch die Wiederbelebung von mit den Jahren eingeschlafenen Veranstaltungen wie Schwimmfesten oder einem Volleyballturnier sind Ziele, die sich der Verein auf seine Fahne geschrieben hat.

„Wir brauchen dafür viele Leute, die etwas machen wollen“, sagt deshalb Yvonne Meinert und rührt somit die Werbetrommel für eine Mitgliedschaft im Förderverein Pro Sommerbad. Die Spendenaktion jedenfalls hat schon einmal gezeigt, wie stark das schon seit 133 Jahren bestehende Sommerbad nach wie vor in der Einwohnerschaft verwurzelt ist.

Neben dem 80 Jahre alten Sprungturm ist für die Besucher die Badeinsel eine Attraktion. Letztere kann dank vieler Spenden erneuert werden.
Neben dem 80 Jahre alten Sprungturm ist für die Besucher die Badeinsel eine Attraktion. Letztere kann dank vieler Spenden erneuert werden.
Foto: Heinicke