Corona

Wie geht es weiter mit der PassGo-App aus Halberstadt?

Der Landkreis Harz will auch nach der Einführung eines bundesweiten digitalen Impfpasses die App weiter nutzen.

Von Sabine Scholz
Der Halberstädter Unternehmer Andreas Richter (links) und der Harzer Landrat Thomas Balcerowski (CDU) präsentierten am 2. Juni die Bildschirmansichten, die in der ePassGo-App künftig anzeigen, dass man vollständig gegen Covid-19  geimpft oder genesen ist.
Der Halberstädter Unternehmer Andreas Richter (links) und der Harzer Landrat Thomas Balcerowski (CDU) präsentierten am 2. Juni die Bildschirmansichten, die in der ePassGo-App künftig anzeigen, dass man vollständig gegen Covid-19 geimpft oder genesen ist. Foto: Sabine Scholz

Halberstadt - Als er im vergangenen November begann, seine Idee vorzustellen, stand er ziemlich allein auf weiter Flur, erinnert sich Andreas Richter. Schon damals wollte der Halberstädter Unternehmer eine spezifische Corona-Applikation für Smartphones auf den Markt bringen, die vieles gleichzeitig kann.

Mit der ePassGo-App hat er inzwischen dieses Angebot, das Kontaktdaten ebenso erfasst wie Ergebnisse der Covid-19-Schnelltests und nun auch den Status als genesen oder vollständig geimpft. Noch Anfang Juni präsentierte er letzteres Update.

Bund trifft neue Festlegungen

Landrat Thomas Balcerowski (CDU) ist nach wie vor von der Komplexität dieser App überzeugt, die immer noch mehr kann als viele andere auf dem Markt. Weshalb der Harzkreis auch das Modellprojekt gestartet hatte, bei dem die ePassGo-App wegen der Testnachweismöglichkeit als „Türöffner“ für die Nutzer der Außengastronomie fungierte.

Auch die Impfnachweise begrüßte Balcerowski, vereinbarte mit den Kommunen, dass diese in ihren Verwaltungen Möglichkeit schaffen, dass die Harzer dort ihre Impfung bzw. Genesung bestätigen und als QR-Code auf ihr Handy spielen lassen können. Doch inzwischen hat die Entwicklung die Harzer eingeholt. „Anfang Juni gingen wir davon aus, dass die Einführung eines digitalen Impfpasses wohl erst im August kommen wird. Nun gab es eine Änderung bei den Verordnungen, in der klar ist, welche Stellen diese Digitalvariante ausstellen dürfen. Kommunen sind da nicht mehr dabei.“ Deshalb haben zahlreiche Bürgermeister signalisiert, dieses Angebot nicht (mehr) zu machen.

Entscheidung aus den Nachrichten erfahren

Richter ist enttäuscht, dass er mit seinen Vorstößen an unterschiedlichsten Stellen nicht weitergekommen sei. „Seit Februar haben wir angeboten, eine Schnittstelle zum Robert-Koch-Institut zu entwickeln, die alle Anbieter nutzen können, um diese Nachweise amtlich bestätigt einpflegen zu können. Aber leider ist es in Deutschland so, dass alles, was gut ist, trotzdem noch einen besonderen Werbeträger braucht.“ Aufstecken wird er nicht, auch wenn jetzt zwei andere Produkte den amtlichen Weg frei machen, um auf Bundes- und europäischer Ebene den Impfnachweis zu belegen.

„Es ist ja klar, dass die Menschen wieder reisen wollen und dann natürlich auch auf diese Apps zurückgreifen“, sagt Landrat Balcerowski. Dass er von der bundesweiten Möglichkeit der digitalen Impfnachweise aus den Nachrichten erfahren habe – so wie auch die Apotheker mal wieder – verwundere ihn inzwischen nicht mehr, so der Harzer Landrat. „Aber so arbeitet man eigentlich nicht. Die Betroffenen nicht vorher zu informieren, geht eigentlich nicht.“

Im Herbst sicher wieder gebraucht

Die ePassGo-App gibt es weiter, sagt Andreas Richter, große Kunden wie die Messe Düsseldorf hätten das Potenzial der Anwendungen für sich erkannt und nutzten die App.

Auch im Harzkreis wird man sich nicht von ePassGo verabschieden, sagt Balcerowski. „Ich warne davor, zu denken, dass wir raus sind aus der Pandemie.“ Er vermute, dass es im Herbst wieder erforderlich sein könnte, die drei G als Eintrittserlaubnis nachweisen zu müssen. Eine Sicht, die auch Halberstadts Oberbürgermeister Daniel Szarata (CDU) teilt, „Wenn mit der Grippewelle wieder die Viren-Hochzeit beginnt, brauchen wir die App sicher wieder.“