Dorst/Calvörde l Im Dorster Schloss begrüßte Calvördes Bürgermeister Volkmar Schliep- hake (CDU) die Mitglieder des Gemeinderates zur letzten Sitzung des Jahres. „Es war ein schwieriges Jahr. Wir hatten einen verspäteten Haushalt mit angezogener Handbremse. Es gab die Versagung des Liquiditätskredites. Wir mussten den Haushalt und das Konsolidierungskonzept überarbeiten. Es gab eine Haushaltssperre, damit waren wir nicht handlungsunfähig, aber doch sehr eingeschränkt“, fasste der Bürgermeister zusammen.

Die Arbeit wäre - nach den Ausführungen des Gemeindechefs - viel entspannter, wenn Geld vorhanden gewesen wäre. „Die Tischdecke von einer Ecke zur anderen zu ziehen, ist kompliziert“, beschrieb er. Und doch konnten mittlere und kleinere Vorhaben umgesetzt werden. Dazu zählten die Sanierungsmaßnahmen des Dorfgemeinschaftshauses in Elsebeck. „Das Haus ist fast fertig. Wir haben finanzielle Mittel in zwei Jahresscheiben aus dem Gemeindehaushalt einfließen lassen. Natürlich war die Maßnahme nur mit Ehrenamt und Initiative des Fördervereins der Feuerwehr und vieler engagierter Bürger möglich“, betonte Schliephake.

Außerdem wurden eine Wohnung in Grauingen sowie Fenster und Schornsteinköpfe von gemeindeeigenen Gebäuden in einigen Ortsteilen instandgesetzt. Der Friedhofszaun in Klüden wurde erneuert. Es gab Straßeninstandsetzungsmaßnahmen – unter anderem im Gewerbegebiet in Calvörde. Viele Arbeiten waren durch den Bauhof möglich. „Der Bauhof ist personell gut besetzt. Dadurch können wir vieles tun, ohne Fremdleistungen in Anspruch zu nehmen“, erklärte er.

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Darüber hinaus hätte der Rat in zehn Sitzungen viele Grundsatzentscheidungen getroffen und richtungsweisende Beschlüsse gefasst. Es gab außerdem 15 Ausschuss-Sitzungen, in denen Vorberatungen stattfanden.

Als Beispiel für die Ratsarbeit nannte der Bürgermeister die Entwicklung des Vermarktungskonzeptes Drömling. Es wurden vorhabenbezogene Bebauungspläne auf den Weg gebracht, um Baurecht zu schaffen. „Es ist uns unter anderem gelungen, das Gelände der ehemaligen Konservenfabrik als Photovoltaikanlage einem neuen sinnvollen Nutzen zu geben. Aus dem Schandfleck ist jetzt ein ansehnliches Areal geworden“, sagte Schliephake zufrieden.

Hubertus Nitzschke (FUWG), Mitglied des Gemeinderates, berichtete, dass die Photovoltaikanlage nun fertig installiert ist. „Die Anlage ist mit 4700-Kilowatt ans Netz gegangen. Das ist schon ein ganz schöner Klopper. Das Erfreuliche ist, dass das Unternehmen die Straße von der Landesstraße zur Sporthalle glatt gezogen und auch geschottert hat“, beschrieb Nitzschke. Schliephake erklärte, dass es zur angrenzenden Straße eine Vereinbarung mit der bauausführenden Firma gab. „Es ist schön, dass so eine Vereinbarung auch mal eingehalten und umgesetzt wird. Das ist nicht immer der Fall“, weiß der Bürgermeister aus Erfahrung.

Als „Steinwurf nach Turbulenzen“ bezeichnete der Bürgermeister den nicht öffentlichen Beschluss zur Waldgaststätte Grieps in Calvörde. Nach langer Pause soll die Ausflugsgaststätte wieder einen neuen Pächter bekommen.

„Es war 2015 eine angenehme, konstruktive und harmonische Ratsarbeit. Wir hatten eine sachliche Streitkultur“, beschrieb Schliephake. Er bedankte sich nicht nur bei den Räten, sondern auch bei der Verwaltung für die Sacharbeit und für die praktische Umsetzung der Beschlüsse. Für 2016 wünschte sich der Gemeindechef, dass die positive Grundhaltung der gefestigten Gemeinschaft bestehen bleibt und der eingeschlagene Weg fortgesetzt wird.