Haldensleben l „Du bist gut so wie du bist, wir sind gut so wie wir sind“, tönt es am Abend durch die Sporthalle der Otto-Boye-Grundschule in Haldensleben. Auf der Bühne singen zwei Schauspieler des Eukitea-Theaters, Ruth Weyand und Christian Rodenberg aus Berlin. Im Publikum sitzen zwölf Frauen, die sich das Theaterstück anschauen. Sie sind Lehrerinnen und Schulsozialarbeiterinnen. Auch zwei Mütter haben den Weg in die Sporthalle gefunden.

Sie alle interessieren sich für das Thema „Mobbing“, das in Schulklassen immer wieder eine große Rolle spielt. Das Zwei-Personen-Stück „Gut so“ zeigt anhand eines fiktiven Beispiels aus einer Schulklasse, wie Mobbing entsteht, welche Prozesse dahinter liegen und welche Charaktere daran beteiligt sind. Wie fühlt sich ein Mobbing-Opfer? Wieso wird man zum Täter? Warum gibt es Mitläufer? Fragen, die das Stück aufwirft und zeigt, wie eine friedliche Lösung aussehen kann.

Um das zu demonstrieren, schlüpfen die beiden Schauspieler immer wieder in unterschiedliche Rollen. Mit nur wenigen Mitteln werden dabei große Effekte erzielt. „Das Theaterstück soll trotz des ernsten Hintergrunds fröhlich sein. Es findet keine Schuldzuweisung statt. Wir wollen den Kindern einfach nur Mut machen, zu sich selbst zu stehen und sich für andere einzusetzen“, erklärt Schauspielerin Ruth Weyand.

Auch die Zuschauerinnen sind von der Darbietung begeistert. Cornelia Fischer ist Lehrerin einer ersten Klasse. Sie ist sich sicher: „Man kann einiges aus diesem Stück ziehen und in den Unterricht mitnehmen. Man achtet nun verstärkt auf das Thema ,Mobbing‘, und es wird sicher in Erinnerung bleiben.“

Doch nicht nur die Erwachsenen sollten das Stück ansehen, um später mit den Kindern darüber zu sprechen und für die Problematik sensibilisiert zu werden. Auch die Kinder selbst bekamen die Darbietung präsentiert. 130 Schülerinnen und Schüler der zweiten bis vierten Klasse der Otto-Boye-Grundschule hatten sich dazu schon am Vormittag in der Sporthalle eingefunden. „Die Kinder haben richtig mit den Charakteren auf der Bühne mit gefiebert und haben sich teilweise in den Figuren wiedergefunden. Auch in den nachfolgenden Unterrichtsstunden war das Theaterstück Gesprächsthema“, erzählt Schulsozialarbeiterin Cindy Dannehl, die im Vorfeld den Kontakt zur Theatergruppe hergestellt hatte. „Da das Theater Eukitea noch weitere Kinder- und Jugendtheaterstücke anbietet, hoffe ich, dass wir auch weiterhin in Kontakt mit ihnen bleiben werden.“