Leader

Altenhausen fordert neue Aktionsgruppe für bessere Förderung

Bessere gezielte Fördermöglichkeiten aus dem Leader-Programm sieht die Gemeinde Altenhausen in der Bildung einer neuen Aktionsgruppe. Deswegen unterstützt der Rat den Plan von Ingersleben.

Von Carina Bosse
Private wie öffentliche Maßnahmen wie das Schloss Altenhausen können von den Leader-Förderangeboten der Europäischen Union profitieren.
Private wie öffentliche Maßnahmen wie das Schloss Altenhausen können von den Leader-Förderangeboten der Europäischen Union profitieren. Foto: Carina Bosse

Altenhausen - Kann die Verbandsgemeinde Flechtingen gemeinsam mit der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen eine neue Leader-Aktionsgruppe (LAG) bilden?

Nach der Gemeinde Ingersleben stimmte auch der Gemeinderat von Altenhausen als zweite Mitgliedsgemeinde der Verbandsgemeinde einhellig für eine solche Neugründung.

Stadt und Stadtrat von Oebisfelde-Weferlingen und der Verbandsgemeinderat hatten sich bereits im Vorfeld für eine Neugründung positioniert. Nun müssen auch alle Gemeinderäte noch ihr Votum abgeben.

Die Gemeinde Altenhausen hatte insofern noch eine offenere Wahl als die anderen Mitgliedsgemeinden, da sie mit ihren Gemarkungsgrenzen an die Stadt Haldensleben grenzt und damit auch in der bisherigen Aktionsgruppe „Flechtinger Höhenzug“ verbleiben könnte.

„Die Gemeinde liegt an der Schwelle zu Haldensleben und der Hohen Börde“, erläuterte Verbandsgemeindebürgermeister Mathias Weiß (parteilos). Beide bilden gemeinsam mit der Verbandsgemeinde Obere Aller das Leader-Gebiet „Flechtinger Höhenzug“.

Einheitliche Abstimmung

Nach abwägender Diskussion sprachen sich trotzdem alle an diesem Abend im Dorphus anwesenden Altenhäuser Gemeinderäte für eine Neugründung in den Grenzen der beiden Verwaltungseinheiten Oebisfelde-Weferlingen und Flechtingen aus.

Anlass, überhaupt an eine Neugründung zu denken, denn die Verbandsgemeinde gehörte zu großen Teilen bisher zur LAG „Flechtinger Höhenzug“, bot die Auflösung der LAG „Rund um den Drömling“.

Von Seiten des Landes war angestrebt worden, die bisherigen, bewährten Leader-Regionen prioritär beizubehalten. Das konnte jedoch mit den Austritten der Stadt Gardelegen und Klötze aus der LAG „Rund um den Drömling“ nicht mehr beibehalten werden. Beide Kommunen wollen territorial gesehen in die LAG Altmark wechseln.

Damit verblieben nur noch die Mitgliedsgemeinde Calvörde und der nördliche Teil der Einheitsgemeinde Oebisfelde-Weferlingen mit Oebisfelde und den umliegenden Orten und wären bei einer Richtgröße von 30.000 Einwohnern zu klein für eine eigenständige Aktionsgruppe.

Mit rund 28.000 Einwohnern in der Einheits- und der Verbandsgemeinde wäre eine neue LAG jedoch genehmigungsfähig, so der Verbandsgemeindebürgermeister.

„Bei einer Neugründung hätte unsere LAG den Charme einer übersichtlichen Struktur und würde als Gemeindegebiet zusammenbleiben“, eröffnete der Altenhäuser Bürgermeister Matthias Horsika die Diskussion. Mehr Nähe und kürzere Entscheidungswege seien von Vorteil für lokale Vorhaben, die für eine Förderung eingereicht würden.

Management-Plan gefordert

Katja Besser wollte wissen, ob es schon einen Management-Plan gebe. Ein gutes Antragsmanagement sei für eine erfolgreiche Beantragung auf jeden Fall vonnöten, um eine Chance auf die EU-Gelder zu haben.

Vom Land gibt es derzeit den Hinweis, dass Leader-Aktionsgruppen nur dann genehmigungsfähig sind, wenn sie eine eigenständige juristische Person darstellen, also beispielsweise einen eingetragenen Verein bilden.

Vorgaben der Europäischen Union (EU) als Geldgeber sehen vor, dass kommunale Akteure nicht die Mehrheit der Vereinsmitglieder stellen dürfen. Vielmehr müssten Vertreter aus Wirtschaft, Kultur Sozialem, Tourismus und anderen gesellschaftlichen Bereichen bei der Auswahl von geförderten Projekten über die eingereichten Anträge entscheiden.

„Bisher fahren wir dem Mercedes Haldensleben/Hohe Börde hinterher“, sagte Gemeinderätin Katrin Berger mit Blick auf das, was in den vergangenen LAG-Jahren vor allem gefördert worden war.

Die Landesregierung sieht vor, die Leader-Förderung im Zeitraum von 2021 bis 2027 mit über 180 Millionen Euro auszustatten und damit fast 50 Millionen Euro mehr als bisher. Gleichzeitig soll jedoch ein Großteil von Förderprogrammen für den ländlichen Raum ausschließlich über Leader koordiniert und gesteuert werden.