Haldensleben l Wenn am Dienstag, 17. März, bei der Industrie- und Handelskammer in Magdeburg feierlich die Meisterbriefe überreicht werden, wird auch ein junger Mann aus Hillersleben auf die Bühne gerufen. Sören Knittel hat die Prüfung zum Logistikmeister erfolgreich bestanden. Das macht nicht nur ihn stolz, sondern auch seinen Arbeitgeber: das Logistikunternehmen UHH. Die Umschlags- und Handelsgesellschaft Haldensleben mbH betreibt am Mittellandkanal gleich vier Lager- und Umschlagplätze. Sören Knittel ist mit seinen 32 Jahren der Chef des Südhafens.

„Dabei hab ich eigentlich Bäcker gelernt“, erzählt er. Doch schon immer habe ihn das Wasser fasziniert. „Ich kann nicht ohne Wasser“, sagt er. Deshalb habe er auch acht Jahre bei der Bundesmarine gedient. „Ich hätte auch gern verlängert“, so der 32-Jährige, doch dies sei leider ausgerechnet „auf See“ nicht möglich gewesen. Ein Trost: Sein neuer Job führte ihn dann doch wieder ans Wasser: an die Docks von Haldensleben. „Auf einer Berufsmesse hatte sich die UHH vorgestellt. Und das war genau das richtige: Ich konnte große Geräte bedienen, war im Hafen und damit am Wasser“, erzählt Sören Knittel, den nicht zuletzt das Fahren von Kränen, Baggern und Staplern von 2,5 bis 7 Tonnen Tragkraft begeistert. So erlernte er einen neuen Beruf. Die dreijährige Ausbildung zur Fachkraft für Hafenlogistik schloss er bereits ein halbes Jahr früher ab. Mit Unterstützung der Bundeswehr und der UHH folgte danach die Meisterausbildung.

Mit dem erfolgreichen Abschluss der Prüfungen ist er nun ganz offiziell ein Meister, obwohl er unter dieser Bezeichnung bereits seit einiger Zeit tätig ist: als Hafenmeister im Südhafen. Dort koordiniert er das Be- und Entladen von Frachtern, die mit Rohstoffen aus aller Welt in Haldensleben Halt machen. Neben Düngemitteln sind es vor allem Kies und Granitsteine, die dort umgeschlagen werden. Für Knittel ein Zukunfts- und Wachstumsmarkt: „Das sind 33 Lkw, die weniger auf den Straßen unterwegs sind“, zeigt der Hafenmeister auf einen Schlepper, der auf dem Kanal an ihm vorüberfährt.

Insgesamt sind am Südhafen mit dem 325 Meter langen Kai und dem 45.000 Quadratmeter großen Freilager sechs Kollegen im Einsatz. Und das bei Wind und Wetter. „Wer im Hafen arbeitet, der weiß, dass er im Sommer schwitzt und im Winter nass wird“, sagt Sören Knittel, dem dies scheinbar nichts ausmacht. Hauptsache, er hat Wasser um sich herum. So wie übrigens auch im Urlaub: „Dann geht es an die Müritz.“